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Knaben kennen und gab ihm unentgelt
lichen Unterricht. Im Jahre 1792 begann
R. die Gymnasialstudien in Innsbruck,
Im Jahre 1797 wurden die Franzosen,
welche bis Freienfeld unweit Trens vor
gedrungen waren, durch den Landsturm zu-
rückqetrieben. Diese That tirolischer Män<
ner weckte in der Seele des jungen Stu>
denten jene edlen Gefühle der Begeifte«
rung für Kaisei und Vaterland, welche
ihn bald zu den glänzendsten Thaten des
Patriotismus spornten. Rapp besuchte
zu Innsbruck dir philosophischen Jahr
gange. 17!)!) rückten die Franzosen an
der westlichen Grenze — zu Nauders und
TauferS — in das Land ein. Die Lan
deöschützen wurden aufgeboten. N. stellte
sich zur Steinacher Compagnie und le!
stete unter Hauptmann Anton Nat ter
als Fourier so wesentliche Dienste, daß
derselbe scyriftlich bekannte, ohne Rapp's
kräftige Unterstützung hätte er seine Stelle
nickt bekleiden können. Im Jahre l800
war die Kriegöfurie an der Landesgrenze
gegen Bayern los. Rapp zog in diesem
Jahre zweimal in's Feld. Am 27. Mai
nickte er als Lieutenant mit der zweiten
Steinacher Compagnie nach Seefeld und
Leutasck unter dem Hauplmann Karl
Natter. Am 27. September rückte er
zum zweiten Male als Oberlieuienant der
Stubaier Compagnie an die baierische
Grenze. Der Hauptmann, Hofrichler
Joseph v. Sto lz, halte ihn angeeifert,
die Compagnie einstweile» in'6 Feld zu
führen, indem er versprach, baldigst nach»
zukommen. Unerwartete Hindernisse hiel-
le,i den Hauptmann zurück. Deßhalb
wurde der 2lljährige Jüngling Rnpp
im Karwendllhal einstinnni^ z,<m Haupt.
mann gewählt. Seine feurigen Ansurachen
hoben den Patriotismus der Leute, so
daß sie bereilwilligst außer Land gegen
den Feind zogen und Gintracht unter sich und mit dem k. f. Militär hielten. Die
Zeugnisse des Schützen-Majors Grafen
Thurn und Ta i iS und des Landes»
hllüptmanneS Paris Grafen v, Wolken-
stein erwähnen rühmend seinen Muth.
seine Umsicht und kluge Leitung der Com-
pagnie. Der eingetretene Waffenstillstand
führte die Schützen vor Ablauf der „ver>
fafsungSmäßigen" Dienstzeit nach Hause.
Nachdem die Mühseligkeiten des Waffe».
Handwerkes vorüber waren, rückte jener
ernste Zeitpunct heran, in dem sich der
junge Mann seinen Lebensweg wählen
sollte. Im Herbste 1800 ging Josef Napp
nach Innsbruck und besuchte die öffenil!-
chen Vorlesungen des ersten theologischen
Curses, studirte aber zugleich privatim
die Rechte und wurde im I . 1803 zum
Dr. ^uris promouirt. Nun trat R. in die
PrariS und in diese vorerst bei der lan«
deShauptmannschafl lichen Geriäitsverwal'
tung in Botzen, worauf er zum Stadt» und
Landgerichte daselbst übertrat. Im Jahre
1804 übersiedelte er nach Innsbruck und
übernahm für den erkrankten Professor
I)r. Schul er die Vorlesungen aus dem
öffentlichen und Priuatkirchenrechte a»
der Universität. Um jedoch seinen Plan.
Advocat zu werden, ausführen zu könne»,
trat er im selben Jahre in die fiscalaml-
liche Pcaris, gleichzeitig wurde ihm an
der InnSbrucker Universität die Lehrlan«
;el des vaterländischen Priuatrechtes pro»
uisolisch übertragen. Im Herbste 180»
wurde I)i-. Rapp zum zweiten unent»
geltüchen Adjuncten bei dem Hauptcrimi'
nalgeiickte ;u Innsbruck ernannt. Als
im selben Jahre der Krieg wieder aus-
brach, stand Napp mit patriotischer Hin-
gebung der landschaftlichen Schutzdcvu-
ation zur Seite. Im Jahre l806 wurde
er zuiAdvocaturSprüfung zugelassen und
als Aduocat der Landeshauptstadt Tirols
aufgenommen. Er widmete jedoch seine
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Volume 24
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Prokop-Raschdorf
- Volume
- 24
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1872
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 450
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon