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einen französischen Text: ,,6»öa?<Fl' c>«
?ss^ H«^«'ö s?l H^?H)is«. Jedoch sagte
daS Klima ihm nicht zu, er verließ also
1799 Hamburg und begab sich nun nach
Paris, daS später seine zweite Heimat
wurde. Nachdem der Versuch, seine bei
den oberwähntm Opern zur Aufführung
zu bringen, gescheitelt, debutirte er mit
einer Symphonie zu großem Orchester,
welche allgemein Anerkennung fand. I n
einem Concerte von Rode brachte er
er eine zweite Symphonie zur Auffüh»
rung, andere Versuche aber mit Opern-
Kompositionen blieben alle erfolglos,
und so verließ er denn Paris und begab
sich nach Wien. Dort suchte l:r vor Allem
den siebenzigjähngen Haydn auf, der
ihn m wohlwollendster Weise aufnahm.
Auch in Wien wollte es ihm nicht gelin»
gen, seine Opem zur Darstellung zu
bringen. Im Hause des Fürsten Zob<
kowih fand er freundliche Aufnahme,
wodurch er in weiteren Kreisen bekannt
wurde. Auch gelang es ihm, der Kaiserin
Mar ia Theresia, Gemalin des Kai»
fers Franz, vorgestellt zu werden. Die
Kaiserin war eine große Freundin der
Musik und gab ihm den Auftrag, ein
italienisches Libretto: „^'Lsns ?'eZl/«Q
67 <??-anllcka", zu componiren, welches
im Schloßtheater zu Schönbrunn gege>
ben wurde und worin die Monarchin
selbst die Titelrolle spielte. I n dieser Zeit
erhielt R. einen sehr vortheilhaflen Ruf
von dem Prinzen Ludwig Ferdinand
von Preußen, den er adec, um länger
an Haydn's Seite bleiben und die
Lehren dieses Tonheros aus dessen eige-
nem Munde empfangen zu können, ab»
lehnte. I n Wien verkehrte er außerdem
mit Beethoven. Albrechts b erg er
und Sal ier«. I n die Zeit seines Wie.
ner Aufenthaltes fällt die Komposition
der Cantate zu Bürger 's „Leonore". Seine Versuche aber, sie zur Aufführung
zu bringen, scheiterten an der Censur,
welche aus Gott weiß welchen Gründen
die Aufführung nicht zuließ. N. beschloß
demnach, nach Leipzig zu gehen und dorr
srin Vorhaben auszuführen. Auf seiner
Reise nach Leipzig besuchte er sein Hei»
matland Böhmen und seine alte Mutter,
welche er 36 Jahre nicht gesehen hatte. I n
Leipzig angekommen, traf er alle Anstalten,
um sein Concert in'S Werk zu setzen. Nach»
dem er alle Hindernisse beseitigt und sogar
der Tag der Aufführung angesetzt war,
machte die Schlacht von Jena AlleS zu»
nichte. An ein Concert war unter diesen
Umständen nicht mehr zu dmkcn und
nach vier Monaten vergeblicher Mühen
kehrte N. unvernchteter Dinge nach Wien
zurück. Dort arbeitete er fleißig und blieb
bis zum Jahre 1808. Durch seine Compo»
sitionen, welche während seineü achtjäh»
rigen Aufenthaltes in Wien entstanden,
begründete er seinen musikalischen Nuf.
Die vorzüglichsten derselben sind, außer
der bereits erwähnten Cantate „Leo»
nore, eine O^ora. 8or5a; ein Oratorium,
betitelt: ,,Nrr Psiüm"; ein Requiem;
36 Fugcn für das Clavisr, nach einem
ganz neuen Systeme und Haydn ge«
widmet, 1803 bei Steiner in Wien
gestochen! sechs große Quintetten für
Saiteninstrumente, von denen drei später
in Paris gedruckt wurden i mehrere an»
dece seiner Arbeiten erschienen damals
bei Brei tkopf und Här te l zu Leip-
zig im Stiche. Ala im Jahre 1808 die
politischen Verhältnisse immer drohender
sich gestalteten und gerade Wien der Schau»
platz von Ereignissen, die nichts weniger
als förderlich für die Kunst sind, zu wer»'
den drohte, verließ R. Wien und begab
sich nach Paris, das er nun bis an sein
Lebensende nicht mehr verließ. In Paris
bestritt er im Anbeginn seinen Lebens-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rasner-Rhederer, Volume 25
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Rasner-Rhederer
- Volume
- 25
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1868
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 446
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon