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Hleissek 264 Neijsek
gründung der Prager Vkrteljahrschrift
(1844) ein sehr eifriger Mitarbeiter der
selben. Außer den Analekten aus der
Pharmakologie und Toxikologie, für
welche Fächer er vom i. bis zum
68. Bande als ständiger Berichterstatter
thätig war, schrieb er im 8. bis 21. Bande,
dann im 23., 28., 33.. 36. u. 39. Bande
Analekten über Balneologie und zahl
reiche Recensionen über neu erschienene
Brunnenschriften, Arzneimittellehre und
Receptirknnde. Ein besonderes Verdienst
erwarb er sich durch die Herstellung des
pharmakognostischen CabinetS (in den
Jahren 1836—1839). welches er nach
deffen Begründers, des Professors Kur>
zak Berufung nach Wien, in einem sehr
embryonalen Zustande übernommen und
ihm dann eine dem heutigen Stande der
Wissenschaft entsprechende Einrichtung
gegeben halte.
Prager Vierteljahrschrift für praktische
Heilkunde (gr, 8°.) Bd. ?o.
Reiß. siehe auch: Reuß.
Reissek, Siegfried (Naturforscher,
geb. zu Teschen am 11. April 18l9,
gest. zu Wien am 9, November 1871).
Nachdem er in seiner Vaterstadt die
Gymnafialstudien beendet, begab er sich
im Jahre 1836 nach Brunn, wo er den
philosophischen Curs hörte. Dort lernte
er die Botaniker Diebel, Rohrer und
Tkany kennen, mit denen er die heimische
Flora fleißig studirte und den Grund zu
seinen botanischen Kenntnissen legte. Im
Jahre 1833 kam er als armer schlesischer
Student nach Wien, um Medicin zu
stubiren. Sein fester Wille und eine uner»
müdliche Arbeitskraft brachten.ihn über
alle. Klippen, die sich ihm auf dem
Lebenspfade entgegegenstellten, hinweg.
Durch Alois Putter l ik ^Bd. XXIV,
S. 111^ wurde er mit Endlicher und
Fenzl sDd. IV, S. 44 u. 179) bekannt. welck Letzterer seine Aufnahme als Vo>
lontär am kais. botanischen Hofcabinete
erwirkte, in welchem N. nach Putter«
lick's Tode im Jahre 1843 die Stelle
eines Custos'Adjuncten und im Jahre
1867 Titel und Rang eineS ersten CustoS
erhielt. Auf diesem Posten Wissenschaft,
lich thätig, veröffentlichte R. mehrere
Arbeiten, welche in gelehrten Kreisen
daö Augenmerk auf ihn richteten, Seit
26. Juni 1848 war er correspondirendes
Mitglied der kais. Akademie der Wissen-
schuften math.'Nllturw. Classe. Zunächst
bearbeitete er für Tndlicher'S ftsnora
piantaruiu die Rhamneen und einige
verwandten Arten; bestimmte für Leh-
mann'S „?i2,utn,L ?roiLS!llN2,o" die
neuholländischen Rhamneen', lieferte für
die Zeitschrift I^imikLA, 1842 eine Mono-
graphie der Gattung ^snuantia, im
Jahre 1887 die Bearbeitung der von
F. Mül ler in Australien gesammelten
Celastrineen und Rhamneen und beschloß
seine Untersuchungen nach dieser Rich>
tung mit der Monographie der brasilia-
nischen Rhamneen, Ilicineen und Cela»
strinem. welche im 28, Fascikel der
?Ior«, tn-«,8iIionLi8 (186<) erschien. Fer>
ner waren es die Morphologie und Te>
ratologie. worauf er seine Forschungen
erstreckte, und die Ergebnisse derselben
gleichfalls in der I^iune», 1843 veröffent>
lichte, worunter seine Arbeit über das
Wesen der Keimknospe, worin er die
Ansicht auSsprach. daß die Samenknos»
pen nicht Stempelgebilde, sondern Mät>
ter seien, am bemerkenSwerthesten ist.
Auch Histologie und Pflanzen>Anatomic
betrieb er, und ist von seinen Arbeiten
auf diesem Gebiete eine Abhandlung
über das Fasergewebe des Leines, Han>
eS und der Baumwolle, dann eine zweite
über die Fäulniß der Mohrrüben das
bemerkenswertheste. Die Titel der ven
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rasner-Rhederer, Volume 25
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Rasner-Rhederer
- Volume
- 25
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1868
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 446
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon