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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rasner-Rhederer, Volume 25
Page - 315 -
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Page - 315 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rasner-Rhederer, Volume 25

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Nessel Nessel Festschrift über Nessel gibt auf S. 16 u. d. f. eine gedrängte Darstellung des von Nessel dabei beobachteten sinn» reichen Vorganges. Das Hauptmoment der Erfindung liegt <n der Aufsindung der richtigen Stelle und Stellung, an welcher und in welcher die Schraube an zubringen war, und dieß war Nessel'S Werk. Ein echter Kosmopolit, der nie an seinen eigenen Vortheil, sondern nur immer an den Nutzen dachte, den er der Welt schaffen könnte, machte Nessel auS seinen Ideen und Zeichnungen kein Ge heimniß, obgleich er von der Wichtigkeit derselben so durchdrungen war, daß er sie selbst nach den Dampfschiffen, Eisen bahnen und Telegraphen als die nächst kommende, vierte größte Erfindung der Menschheit bezeichnete. Seine Versuche, für seine Erfindung werkthätige Theil« nähme zu finden, waren vergeblich. Mit welchen nichtswürdigen und dabei lächer> lichen Chicanen er bei Aemtern und ein» zelnen Personen zu kämpfen hatte, erzählt uns Herr Rei t l inger, S. 49 u.d.f., in so schlichter Weise, daß die Wirkung eine doppelte ist, weil man unwillkürlich sich in Nessel'S Lage hineinversetzt, in Minu- ten selbst gleichsam den Kampf durch» macht, den dieser Genius Jahre lang gerungen. Endlich war eö Nessel ge- lungen, in dem Triester Großhändler Ot tav io Fontana einen Mann zu finden, der sich für Nessel's Erfindung interessirte. Um für einzelne Bestandtheile seiner Erfindung bessere Maschinen zu finden, begab sich Nessel im März 4829 nach PariS, wo er mit drei französischen Betrügern P icard, Ma la rd und Ni» vier, bekannt wurde, die nach einer auf dem großen Canal gemachten und glück» lich ausgefallenen Probe sich der Ersin» düng — da Nessel mit ihnen vor der Probe keinen Contract gemacht und diese nach der Probe keinen Contract machen wollten — sich der ganzen Erfindung, deren Detailzeichnungen sie auch besaßen, bemächtigten und auf ihre eigene Faust es mit der Schrauben-Dampfschifffahrr in Frankreich versuchen wollten. Indessen war dem betrogenen Nessel auch daS- Geld ausgegangen und er wendete sich an Fontana, ihm welches zur Nück» reise zu senden. Fontana aber war während Nessel's Abwesenheit durch Zwischenträgereien und andere Umtriebe gegen Nessel eingenommen worden und schrieb ihm nach PariS: er wolle weder von der Unternehmung noch von Nessel mehr etwaS wissen, wenn das Schiff auch noch so gut gelingen sollte. Die damalige Lage Nessel'S erfahren wir aus einem von ihm dem Erzherzog Ferdinand Max überreichten Manu» scripte, welches die „Geschichte der Schraube im Vaterlands" enthält. „Ich war — schreibt er mit einfachen und rührenden Worten — ohne Geld und in Paris. Meine zahlreiche Familk in Trieft rau und Kinder) auch ohne Geld, der Urlaub schon zu Ende — von der öster» reichifchen Gesandtschaft wegen Mangel an Fonds zur Rückreise förmlich ausge- wiesen, daher in eine gegründete, von der Er f indung deö Propel lers, bewirkte Verlegenheil versetzt". In dieser trostlosen Lage begab sich R. auf die Pariser Börse, um an der Säule Trieft vielleicht einen Triester Kaufmann zu finden, der ihm daS Reisegeld vorstrecken möchte. Nun fand er dort zwar keinen Landsmann, aber einen Farbholzhändler^ Namens Messonier. Im Gespräche bot sich Nessel Gelegenheit, seine Art der Facbenextraction zu erklären, für welche er in Oesterreich bereits ein Patent genommen, während für Frankreich das Privilegium noch offen stand. Messo-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Rasner-Rhederer, Volume 25
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Rasner-Rhederer
Volume
25
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1868
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
446
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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