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beschäftigte. I m Jahre 1831 trat er mit
einer Erfindung, von ihm slavisch „
monor", d. i. Seldstversenker, auf, mit
dessen Hilfe nach seiner Behauptung jede
nur denkbare Meerestiefe gemessen wer
den konnte. Sonderbarer Weise wurde
"von dieser — wenn sie sich bewährte —
jedenfalls sehr wichtigen Erfindung gar
keine Notiz genommen. Wohl zunächst
darum, weil sich R. eben in jener Zeit
durch sein „Kapogni 81ovniö6^" in den
damals maßgebenden Kreisen unmög«
lich gemacht. Ferner war N. ein sehr
geschickter Zeichner, er lithographirte,
malte auch und die Bildnisse der Ge»
nerale und Heerführer der österreichi»
schen Armee neuerer Zeit, welche die
biographischen Werke seines Vaters
schmĂĽcken, sind zum Theile von seiner
Hand ausgefĂĽhrt. Endlich hat er sich
auch als geschickter Componist bewährt.
Schon im Februar 183? wurde seine
Oper „/«ckanzc» "^ in Prag mit aufmun»
terndem Erfolge gegeben. I m folgenden
Jahre gab er im Verlage bei Fischer
in Prag vier in Musik gesetzte deutsche
Lieder: „In die Ferne" von Klet te,
„Vergißmeinnicht", von Oehlenschlä«
ger, „Zü5 letzte Gut" und „Ständchen",
von ihm selbst gedichtet, heraus, und ver«
öffentlichte zum Vortheile der damals
durch die Neberschwemmung schwer heim»
gesuchten Bewohner von Ofen und Pesth
daS „Pruger musikalische Album". Viele
Compofuionen befinden sich in seinem
Nachlasse, welcher unter anderen auch ein
öechischeS Theaterstück: ^OainilluL"; aus
dem Jahre 1837 und Fragmente einer
Oper: „Iaroslav von Sternberg" ent«
halt. Mit Ludwig Rit ter von Ritters-
berg ging ein vielseitiges Talent, das
aber durch ungünstige Lebensverhältniffe.
. trübe Erfahrungen und sonstiges Unge»
mach vielfach verbittert war, frühzeitig zu Grunde. Unter glücklicheren Umstan»
den und wenn er seine Geistesgaben
mehr concentrirt hätte, wurde er ungleich
Bedeutenderes geleistet haben. Mit ihm
ist sein Geschlecht in der vierten Genera»
tion, nach gerade hundertjährigem Be.
stände, im Mannsstamme erloschen, denn
Ritter's UrgroĂźvater, k. k. Artillerie-
Ofsicier, wurde für sein bei der Belage«
rung Prags durch die PreuĂźen bewiesenes
tapferes Verhalten im Jahre 1737 von
der Kaiserin Mar ia Theresia in den
Adelstand erhoben. Ludwig Rit t er von
R. hinterlieĂź, als er starb, eine unv ersorgte
14jährige Tochter und eine Schwester.
Präger Morgenpost (polit. Blatt. 4«.)
1838, Nr. 136, im Feuilleton. — Wiener
Zeitung 1836, S. 2246. — kuinir («echi-
sches Unterhaltungsblatt. schm. 4°.) 1838,
Nr. 23, S. 344: Nekrolog von Emanuel
Melis. — ?rÄ28k<;?5oviQ7, d. i. Pra<
ger Zeitung, 1838, Nr 138. — svstosar
1858, Nr. 13, S. 100. — Bohemia (Prä-
ger polit. und belletr. Blatt. 4".) t838, Nr. 160,
S. 1183. — Theater-Zeitung. Herausg.
von Ad. Bäuerle (Wien, kl. Fol.) 1858
Nr. 134.
Ritter, Paul. genannt Vitezovio
(croatischer Schri f tstel ler/ geb. zu
Zengg an der croatischen KĂĽste im
Jahre 1650, gest. zu Wien 17. Decem-
ber 1713). Vitezovi6 ist nur die croa»
Ische Uebersetzung des Namens Ritter.
Paul'S Bater war k. Beamter', Paul
wurde in Belgien erzogen, wie er dahin
kam, wird von seinem Biographen nicht
mitgetheilt, aber von dort brachte er —
was sehr glaubwĂĽrdig, denn aus seiner
Heimat brachte er ihn noch heute nicht
mit — Geschmack an Wissenschaft nach
Croatien, das damals von einigen besser
unterrichteten Priestern und Mönchen
dürftig genug das Licht edlerer Kennt»
niffe zugemessen erhielt. Im Jahre 1681
erschien R. als Deputirter seiner Vater-
stadt Zengg auf dem ungarischen Reichs»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Volume 26
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Rhedey-Rosenauer
- Volume
- 26
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1874
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 436
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon