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> dann ein Schwager des berühmten Ioh
Nep. Hummel; ihr Vater war Musik-
director der königlichen Hofcapelle zu
Dresden, der durch seine Theilnahme an
der Bewegung der Maitage im Jahr
1849 seine Stelle verlor. Ihre Mutte
Karol ine geb. Lortzing (gest. zi,
Wien 3. Juni 187!) war eine nah
Verwandte des bekannten Compositeurs
Lortzin g und viele Jahre ein beliebtes
Mitglied der Weimarer Hofbühne. 3ui
sabeth zeigte früh Lust und Liebe zur
Bühne, für welche sie auch, sobald si,
älter geworden, von ihrer Mutter aus>
gebildet wurde. Die Mutter, selbst eine
tüchtige Künstlerin, welche noch so glück-
lich war, unter Goethe's Leitung be
der ersten Aufführung des „Faust" das
Gr eichen zu spielen, nahm mit ihr
Rollen, wie Marianne in Goethe's
„Geschwistern", Königin von 16 Iah«
ren, Goldschmidt's Töchterlein
u. dgl. m. persönlich durch. In Weimar
betrat Lu isabeth in „Käthchen von
Heibronn" mit günstigem Erfolge zum
ersten Male die Bühne. Im October
4838 wurde sie Mitglied des großherzog»
lichen Hoftheaters, welchem sie bis Juli
1863 angehörte. In der Zwischenzeit
giistirte sie 4860 in Prag. 1862 in Leip-
zig und am Hictoria>Theater in Berlin,
1863 in Erfurt und Schwerin und überall
mit günstigem Erfolge. Im Jahre 1863
nahm sie ein Engagement am Hoftheater
zu Schwerin an, wo sie unter Put l ih '
Leitung gute Fortschritte machte. Von
Schwerin auS gab sie Gastrollen zu
Frankfurt a. M., Hannover. Halle,
Magdeburg, Köln, Heidelberg, Berlin,
Königsberg und Wien: an letzterem Orte
siel ihr Gastspiel so befriedigend aus,
daß sie Laube für das Hoftheater en«
gagirte. Seit April 1866 ward sie Mit-
glied desselben. In Wien lernte Frau» lein Röckel einen Herrn Math es ken-
nen, für den sie in solcher Neigung,
entbrannte, daß sie, ungeachtet aller
Vorstellungen des Intendanten Baron
Münch, der ihr längere Zeit die Ein»
willigung zu dieser Heirath vorenthielt,
nicht rastete, bis sie dieselbe erlangte.
Wenige Wochen nach ihrer Heirath
begannen die Enttäuschungen. Endlich
zwangen Schulden den Gatten der Frau.
Mathes-Röckel zur Flucht nach Ame-
rika, und nach kaum zweijähriger Ehe
sah sich die Arme in Folge der von
ihrem Gatten zurückgelassenen Schulden
gezwungen, aus dem Verbände der Wie«
ner Hofbühne zu treten. Was nun ihre
Leistungen als Schauspielerin betrifft, so<
erheben sich
dieselben nicht über das Maß
gewöhnlicher, besserer Durchführungen.
Jedenfalls ist der Witz des „Floh": „Wie,
Fräulein R ö ckel beißt jetzterstMat h es?
— Jawohl, seitdem sie
verheirathet ist.—
Merkwürdig, und ich habe seit jeher nur
Mathes Mattes) vor ihr gesehen", zu
bitter. Puttlitz in seinen Theaterbriefen,
welche der von Rodenberg redigirte
,Salon" enthält, brachte in dem im 2.Hefte
des Jahres 1873, S. 133. abgedruckten,
das Treffendste über die talentbegabte und
leider später durch eine sehr unglückliche
Ehe in ihrer Fortbildung zurückgeblie«
benc Darstellerin. Auch Laube, der
sonst die von ihm entdeckten Mitglieder
der Hofbühne ziemlich stark in den Vor«
dergrund zu stellen pflegt, verhält sich-
dem Fräulein R öckel gegenüber in sei»
nen dramaturgischen Berichten ^Neue
freie Presse 1863. Nr. 1278, im Feuille-
on^ ziemlich kühl und nennt ihre Dar-
stellung „kraftig und warm, soweit eS ihr
kühleres Naturell zuläßt". Ihre bedeu«
nidste Rolle, die sie selbst schuf, war
Wildfeu er in Halm's gleichnamigem
Stücke, dessen Aufführung eben nur
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Volume 26
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Rhedey-Rosenauer
- Volume
- 26
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1874
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 436
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon