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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rhedey-Rosenauer, Band 26
Seite - 226 -
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Nöckel 226 Nöckel > dann ein Schwager des berühmten Ioh Nep. Hummel; ihr Vater war Musik- director der königlichen Hofcapelle zu Dresden, der durch seine Theilnahme an der Bewegung der Maitage im Jahr 1849 seine Stelle verlor. Ihre Mutte Karol ine geb. Lortzing (gest. zi, Wien 3. Juni 187!) war eine nah Verwandte des bekannten Compositeurs Lortzin g und viele Jahre ein beliebtes Mitglied der Weimarer Hofbühne. 3ui sabeth zeigte früh Lust und Liebe zur Bühne, für welche sie auch, sobald si, älter geworden, von ihrer Mutter aus> gebildet wurde. Die Mutter, selbst eine tüchtige Künstlerin, welche noch so glück- lich war, unter Goethe's Leitung be der ersten Aufführung des „Faust" das Gr eichen zu spielen, nahm mit ihr Rollen, wie Marianne in Goethe's „Geschwistern", Königin von 16 Iah« ren, Goldschmidt's Töchterlein u. dgl. m. persönlich durch. In Weimar betrat Lu isabeth in „Käthchen von Heibronn" mit günstigem Erfolge zum ersten Male die Bühne. Im October 4838 wurde sie Mitglied des großherzog» lichen Hoftheaters, welchem sie bis Juli 1863 angehörte. In der Zwischenzeit giistirte sie 4860 in Prag. 1862 in Leip- zig und am Hictoria>Theater in Berlin, 1863 in Erfurt und Schwerin und überall mit günstigem Erfolge. Im Jahre 1863 nahm sie ein Engagement am Hoftheater zu Schwerin an, wo sie unter Put l ih ' Leitung gute Fortschritte machte. Von Schwerin auS gab sie Gastrollen zu Frankfurt a. M., Hannover. Halle, Magdeburg, Köln, Heidelberg, Berlin, Königsberg und Wien: an letzterem Orte siel ihr Gastspiel so befriedigend aus, daß sie Laube für das Hoftheater en« gagirte. Seit April 1866 ward sie Mit- glied desselben. In Wien lernte Frau» lein Röckel einen Herrn Math es ken- nen, für den sie in solcher Neigung, entbrannte, daß sie, ungeachtet aller Vorstellungen des Intendanten Baron Münch, der ihr längere Zeit die Ein» willigung zu dieser Heirath vorenthielt, nicht rastete, bis sie dieselbe erlangte. Wenige Wochen nach ihrer Heirath begannen die Enttäuschungen. Endlich zwangen Schulden den Gatten der Frau. Mathes-Röckel zur Flucht nach Ame- rika, und nach kaum zweijähriger Ehe sah sich die Arme in Folge der von ihrem Gatten zurückgelassenen Schulden gezwungen, aus dem Verbände der Wie« ner Hofbühne zu treten. Was nun ihre Leistungen als Schauspielerin betrifft, so< erheben sich dieselben nicht über das Maß gewöhnlicher, besserer Durchführungen. Jedenfalls ist der Witz des „Floh": „Wie, Fräulein R ö ckel beißt jetzterstMat h es? — Jawohl, seitdem sie verheirathet ist.— Merkwürdig, und ich habe seit jeher nur Mathes Mattes) vor ihr gesehen", zu bitter. Puttlitz in seinen Theaterbriefen, welche der von Rodenberg redigirte ,Salon" enthält, brachte in dem im 2.Hefte des Jahres 1873, S. 133. abgedruckten, das Treffendste über die talentbegabte und leider später durch eine sehr unglückliche Ehe in ihrer Fortbildung zurückgeblie« benc Darstellerin. Auch Laube, der sonst die von ihm entdeckten Mitglieder der Hofbühne ziemlich stark in den Vor« dergrund zu stellen pflegt, verhält sich- dem Fräulein R öckel gegenüber in sei» nen dramaturgischen Berichten ^Neue freie Presse 1863. Nr. 1278, im Feuille- on^ ziemlich kühl und nennt ihre Dar- stellung „kraftig und warm, soweit eS ihr kühleres Naturell zuläßt". Ihre bedeu« nidste Rolle, die sie selbst schuf, war Wildfeu er in Halm's gleichnamigem Stücke, dessen Aufführung eben nur
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Rhedey-Rosenauer, Band 26
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Rhedey-Rosenauer
Band
26
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1874
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
436
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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