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Schöpf, I°s. Ant.
erschien, woran Andere einen Anstoß nah
men. underVieles gerade so niederschrieb
wie er es sich dachte, wodurch er. ohn
zu wollen, nach allen Seiten anstieß und
viel Unannehmlichkeiten zu ertragen hatte,
Nachdem er die Redaction aufgegeben
lebte er ausschließlich seinen Fachstudien
und schriftstellerischen Arbeiten, theils als
Mitarbeiter der „Allgemeinen Zeitung"
an der er durch zwei Decennien, von
1880 bis 1870. thätig gewesen, theils
als Verfasser mehrerer selbstständiger
Schriften, welche aber in hierarchischen
Kreisen auch nicht immer die freund
lichste Aufnahme fanden, wie dieß mit
seinen im Mai 1856 in der „Allge.
meinen Zeitung" erschienenen fünf Auf-
sähen: „Zur bischöflichen Conferenz"
und mit seiner Schrift über die unbefleckte
Emvfängniß — die bibliographischen
Titel seiner Schriften folgen weiter unten
— der Fall war. Später richtete er sein
Augenmerk auf das theologische Studium
in Oesterreich, das er einer kritischen Ne>
leuchtung unterzog, und in einer mehr
denn gewöhnlich religiös bewegten Zeit
machte das Bedürfniß nach einem kirchen»
rechtlichen Handbuche sich geltend, dessen
Bearbeitung sich denn S. auch unterzog.
Noch einmal betrat er den ihm bereits ein»
mal verleideten Schauplatz des öffentlichen
Lebens, um auch dieses Mal die Stiche
der auf demselben wuchernden Dornen zu
empfinden. Er wurde nämlich im Jahre
4861 in den Salzbmger Gemeinderath
gewählt, nahm die Wahl an und blieb
als solcher bis Ende 1862 thätig. Da»
selbst nun hatte er sich durch sein Votum
über die Verwaltung deS Kirchenvermo»
gens, welches gegen die Intentionen des
Konsistoriums gerichtet war, in diesem
Kreise und den Anhängern desselben
nichts weniger denn Freunde erworben.
Er mußle den in den ultramontanen Schöpf. Jas. Ant.
Blatten: gegen ihn gerichteten, in Schmä-
hungen ausartenden Angriffen mit zwei
Flugschriften mannhaft entgegentreten.
Nebenbei war S. seit Jahren immer
auch auf praktischem Gebiete thätig, s»
seit dem Jahre 1882 alS Vorstand deS
Salzburger Gesellen-Vereins, der er bis
1874 blieb. Sein dießfälligeS Wirken ist
im XX. Jahresberichte, welcher als Denk.
schrift zum 20. Stiftungsfeste am 12. Mai
1872 unter dem Titel: „Der Salzburger
Gesellen-Verein vom Mai 1832 bis Mai
1872" erschien, niedergelegt. Im Jahre
1862 eröffnete er ferner die „Schulkinder.
Vewahranstalt", in der arme, auf die
e gewiesene Schulkinder an Schul»
tagen von 10 Uhr Vormittag bis 2 Uhr
Nachmittag vollständige Pflege erhielten.
Dieselbe ist später in den bis heute noch
segensreich wirkenden Schulverein über»
gegangen. Zum Besten armer Familien
und zur Hebung der Armenvereins.
Section Salzburg, deren Vorstand'Stell'
Vertreter S. war, hielt er auch öffentliche
Vorträge. Nebstbei plaidirte er mit allem
Eifer für die Wiederherstellung der Uni-
verfität in Salzburg, zu welchem Zwecke
r auch eine besondere Denkschrift heraus»
gab. Die Titel der von S. bisher uer>
öffentlichten, selbstständig ausgegebenen
Schriften sind: „Ner Mitbist unter den
Niirgnn nni> Nnnlrn Giluls" (Salzburg
848); — „GlMkMllM Stndinm in Oelttr-
ich« (ebd. I8t!1,' 2. Aufl. 1887, 8«.);
—> „Himdbnch deZ kuthuliechen Kirchenlicht«
mit brZllüdern Nrzngnnlnur ant OestmnH nn!>
Deutschland", 4 Vde. (Gchasshausen 1854,
Hurier; 3. Aufl. 1863 u. f., gr.8«.)l -
OiMtinn Falkner, der WMchKntl-Pn-
23°r" (Salzburg 1s86: 3. Aufl. Inns>
ruck 1838, Wagner); — „GmeilMz-
ich« iilier die nnbrklrckte GinpkiinMSZ Mnrilü«"
2. Aufl.. Salzburg 1884); — „GriMn/
» mit einem prMi«chen Mmle
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Volume 31
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schnabel-Schrötter
- Volume
- 31
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon