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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Volume 31
Page - 214 -
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Page - 214 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Volume 31

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Scholl) Wenzel mikerS bei seiner Dulcinea. Das Ende der Geschichte war ein Duell, welches am 23. October 1822 statthatte und in wel- chern S. eine, jedoch nicht gefährliche Stichwunde erhielt. Scholz aber zog sich daraus für die Zukunft die Lehre, wenn er wieder zu einer Geliebten ging. seinen Hund vor ihrer Thüre nicht warten zu lassen. Die Theaterverhältnisse in Gratz erfuhren während der Zeit, daß Gcho lz dort spielte, mannigfache, nicht eben gün» stige Veränderungen. Längere Zeit ging es so schlecht, daß sogar keine Gagen bezahlt wurden, bis im Jahre 1823 Stöger mit Frau Liebich die Regie übernahm, worauf Ordnung in die Ver» Hältnisse kam; aber im November 1823 brannte das Schauspielhaus ab, und in die neuen, öfter wechselnden Interims» räume kam wenig Publicum, und die Schauspieler, unter ihnen auch Scholz, brachten sich kümmerlich fort. Neue Hoff» nung winkte ihm bei dem Ableben feines Vaters Leopold Scholz, der als Regisseur des Theaters an der Wien am 16. Februar 1826 im 78. Jahre an Altersschwäche gestorben war und ein nicht unbedeutendes Vermögen hinter» lassen hatte, dessen Erbe Wenzel S. war. Der Sohn reiste nach Wien. Die» ses Vermögen hatte, wie Friedrich Kai- ser nach S.'s eigenen Mittheilungen berichtet, der Vater einem Freunde, dem Besitzer eines BadehauseS in Wien, bloS gegen Ehrenwort ohne irgend eine Ur» künde geliehen, dieser aber nach des allen Scholz Tode die Ausbezahlung verwei» geri. Er leugnete geradezu die Schuld ab und bestand auf Vorweisung des Schuldscheines. Gin solcher fand stch nicht vor. Der Sohn kehrte demnach so arm, als er gekommen, nach Gratz zurück. Wählend seiner Anwesenheit in Wien hatte ihn aber Henöler, Besitzer des Scholl, Wenzel Iosephstädter Theaters, für seine Bühne engagiit^ Nachdem Scholz seine Ver- bindlichkeiten in Gratz gelöst, trat er am 6. April 1826 bei Hensler ein und am 18. April als Trüf fe l im „Diener zweier Herren" zum ersten Male auf. Scholz gefiel, ohne jedoch besondere Aufmerksamkeit zu erregen. Als Hens. ler bald darauf starb, trat Car l , der eben damals mit seiner Gesellschaft von München nach Wien gekommen war, mit HenSler's Erben in Compagnie und war auch durch sonstige Verhältnisse ge. nöthigt, das Theater in der Iosephstadt als den Boden seines anfanglichen Wir» kens zu wählen. Car l hatte mit H enS» ler'S Mitgliedern auch Scholz über» nommen und bald erkannt, daß er, um gehörig zu wirken, anders beschäftigt werden müsse, alö bisher. Doch für die ganze künftige Stellung Scholzens sollte auch noch ein Zufall mitwirken, MeiSl 's Posse.- „Die schwarze Frau" würbe zur Aufführung vorbereitet. In den ersten Aufführungen des Stückes spielte die Rolle des Nathsdieners Klap> perl der Schauspieler Platz er. Als dieser schon nach den ersten Vorstellungen erkrankte, mußte Scholz nothgedrungen dessen Rolle übernehmen. Am 3. Juli 1827 trat Scholz in derselben auf. Die Wirkung war eine durchschlagende. G. hatte mit einem Male die volle Gunst deS Publicums gewonnen. Jeder wollte ihn in dieser Rolle spielen sehen, das Theater war alle Abende ausverkauft, sein Biltmiß hing in allen Kunsthand» lungen und selbst der hohe Adel, der bis» her den Räumen des meist nur von den unteren VolkSclassen besuchten Joseph» stadter Theaters fern geblieben war, fand stch in den Logen des täglich üb«, füllten Hauses ein. Ungeachtet nun mit Scholz ein neuer Stern am Horizont«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Volume 31
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Schnabel-Schrötter
Volume
31
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1876
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
402
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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