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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Volume 31
Page - 225 -
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Page - 225 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Volume 31

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z Wenzel 228 z Wenzel Heiterkeit stürzen wird. Wenig Menschen haben über Scholz s° viel Thränen gelacht als ich. Wenn ich Scholz sah, warf ich allen Verstand, alles Denken, nlle Kritik wie, unnützen Ballast über Vord und ließ mich von den Wellen des Lachelements hinschleu dern nach Herzenslust! ... Er war nicht nur ein unvergleichlicher Komiker, er war gut, er war bieder, gemüthlich, harmlos, herzlich al5 College, als Mensch, als Freund," — Vin. cenzRizzi, im „Adler", schreibt überScholz: „Man hat diesem Künstler, der, wiewohl meist im localen Elemente sich bewegend, dennoch einen europäischen Nuf verdient — und in Horlohsohn's Theater-Lexikon sucht man seinen Namen vergebens! — zum Vorwürfe gemacht, daß er immer derselbe sei: diese Behauptung ist nicht ohne Grund, aber sie enthält keinen Tadel. Seine Individualität ist allerdings nicht so geeignet zu Metamor- phosen, wie die des spindeldürren Deurient oder eines andern Kunsthelden mit geschmei. digen Körpermitteln, aber um so mehr, als es ihm unmöglich ist, aus sich einen Andern zu machen, ist er das, was er eben sein soll — nicht blos zum Scheine — sondern wirk» lich. Daher die drastische Wirksamkeit seiner Erscheinung, denn das komische Element durch keine erzwungene Verstellung der alMüornen Natürlichkeit beengt, ergießt stch frei und jede Muskel belebend über die ganze unge« zwungene Gestalt, deren Attitüden allein be> weisen, wie sehr er Meister sei in seinem Fache. Scholz ist ein unvergleichliches Vo» bild in Darstellung der Dummheit — nicht jener tölpelhaften Dummheit, deren Darstel, lung Jedem gelingt, welcher die Thierheit allein walten läßt und die Geisteithüugknt unterdrückt, sondern jener eigenthümliche« Dummheit, die aus unerbittlichen Schrankn ihrer Natur hinaus strebt und, gleich der bet» telstolzen Armuth, die den Schein des Neich> thums durch Vekleidung mit glänzenden Lum< pen erzwingt und deren Nacktheit verrälhe. risch aus aufgesprungenen Nähten hervorguckt, gerade »ach dem am Vehementesten strebt, was ihr am meisten gebricht — jener Dumm» heit, die im Leben das ergötzlichste Schauspiel gewährt, da sie nicht so hilflos ist, um Mit» leid einzustoßen, nicht so verfeinert doch, daß sie uns als Fadaise anwiderte — jener Dumm» heit gerade, deren Darstellung vollendete Meisterschaft erfordert, da d.er geringste Fehl' tritt in Fadaise oder Tölpelhaftigkeit übn, schlägt. Es ist ein schmaler Raum zwischen u. Würz dach. biogr. Leiikon. XXXI. Mdr. der Trivialität dieser und der Ekelhaftigkeit jener, doch Scholz würde stch mit der größ. ten Sicherheit darauf erhalten, wenn es ihm die neueren Localdichter, welche in der Regel wenig wissen von einer untrivialen vis eo- ml«»., nicht oft so schwer machten. Schulz ist kein studirter Komiker, er hat vielleicht weder Engel's Mimik noch Hogarth'S Schönheitslehre gelesen, aber sein angebornes Genie macht ihm all« diese Studien entbehr» lich. Sein komischer Tact ist bewunderungs, würdig, eben weil er angeboren ist. Scholz ist durch und durch selbst komische Natur und anstatt daH er Hogarth zu studiren brauchte, würde vielmehr dieser, wenn die heutigeZeit so glücklich wäre, ihn zu besitzen, in seiner Erscheinung einen Gegenstand unerschöpflicher Studien finden. Man überzeuge sich nur selbst aus den H onarth'schen Caricaturen. Wie viele Attitüden und Geberden finden sich dort durch den Grabstichel verewigt, welche wir lln Scholz lebend bewundert haben! Seine verschiedenen AUen zu gehen, Hände und Füße zu bewegen, seine naturgetreuen Gii Massen der Dummheit, sei eß im UuDdrucke von Begehrlichkeiten jeder Art, oder von Hoch- muth, Schwärmerei, Ertast, Trauer — finden stch größtentheils in Hog^irth'schen Gemäl« den wieder. Aber der reiche Stoff komischer Gebetdungen, welcher noch übrig bleibt, würde sicherlich noch einen zweiten Hog arth hinlänglich beschäftigen." ^Humorist. Her. ausgegeben von M. G. Saphir (Wien, kl, Fol.) 2«. Jahrg. (lSü?), Nr. 272, S, IU8L: „Schulz zur Ruhe gelegt", von M. G. Sa- phir. — Monatschrift für Theater und Musik. Herausgeber - Joseph K l e m m (Wien, Wallishausser, 4«.) I I I . Jahrgang (l837), S. 3l9: „Wenzel Scholz". — Presse (Wie. ner polil. Blatt) i«»7, Nr. 229, im Feuille» ton: „Tcholz 1°," — Theater-Zeitung, herausg. von Ad. Väuerle (Wen, nr. 4»,) 2». Jahrg. (!«23), Nr. 1U3, S. 779- „Saphir über Wenzel Scholz". — Unser Planet. Blätter für Unterhaltung, Literatur, Äunst und Theater, Von Ludwig Storch (i°.) 18N, Beilage: Thessterbwtt. Nr. 132- „Das Vulkstheater an der Wien", von Hermann Meyne rt,) lll. Porträte und Cllstumebilder. ».) Vorträte. i) Unterschrift: Facsimile des NamenszuMZ: Wenzel Scholz. Kriehuber (lich,) i«Z?. Gedruckt be! Ios. Stoufs in Wien (Wien, bei 3, T. Neumann, Fol,). — 2) Unterschrift: Wenzel Scholz. Stich u, Verlag von I , Son» 23. Der. 13
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Volume 31
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Schnabel-Schrötter
Volume
31
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1876
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
402
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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