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dazwischentraten, die Rechtswissenschaften
Als im Jahre 1808 die Anstalten zur
Lcmdesuertheidigung getroffen wurden
trat auch S., damals noch zu jung, um
in eine amtliche Praris aufgenommen zu
werden, in die Reihen der Vaterlands
kämpfer und nahm am Feldzuge 1809
thätigen Antheil. Tr gerieth in feindliche
Gefangenschaft und kehrte erst 1810 aus
derselben zurück. Seine Absicht, in der
Armee fortzudienen, mußte er seinen Ver>
wandten zu Liebe, die davon nichts wissen
wollten, aufgeben. Im August 1810,
noch nicht volljährig, trat er nun schon
als Justitiar und Criminalgerichts-Veo
Walter der Herrschaft Drosendorf in
öffenlliche Dienste. Nebenbei versuchte
sich S. auch in der Advocatie, in welcher
er bald mit solchem Erfolge thätig war,
daß er seine Stelle aufgab und nach
Budweis übersiedelte, wo er von 1821
bis 1832 nebst der Verwaltung vieler
Iustizämter seine Clientel bis in die fern»
sten Umgebungen erweiterte und die
Muße, welche «sein anstrengender Beruf
ihm übrig ließ, zu landwirthschafilichen
Albeiteü benutzte. Diese vielseitige Beschäf»
tigung hatte seinen von Haus aus nicht zu
starken Körper sehr angegriffen, und bald
sah er sich außer Stande, die Beschwerden
häusiger, von seinen Geschäften unze»
trennlicher Reisen iu's Gebirge noch Iän>
ger zu ertragen. Er übernahm demnach
die Inspection von Gütern und über»
siedelte nach Wien, wo er sich in seinem
Dränge nach Beschäftigung auf schrift.
stellerische Arbeiten in seinem Fache warf
und, wie d 'Elvert schreibt, einer „der
sieißigsten und verständigsten Gesetz-Com-
pilaloren" wurde. Und in der That,
wenn man die Werke, welche Schöpf
innerhalb eineS Vierteljahrhunderts ver»
öffentlichte, überblickt, so findet man auch
nicht einen Zweig der volitischenÄdmitN' stration unberücksichtigt. Seine Schriften,
von denen mehrere dritte und vierte Auf-
lagen erlebten, sind keine gelehrten Com»
mentare für Vortrage im Hörsaale, son»
dem volksthümliche, klare, faßliche Hand»
bücher für den täglichen Gebrauch der Oe.
schäftsleute aller Stände, vom einfachen
Aushilfsschreiber bis zum höheren Beam»
ten hinan. Ich habe selbst während einer
dreißigjährigen Thätigkeit in einer admi»
nistrativm Bibliothek, welche eben nur
mit den Werken über Administration und
Gesetzgebung zu thun hat, Gelegenheit
gehabt, zu erfahren, wie gesucht und ge-
schätzt Schopf's Werke waren, wie sie
wesentlich dazu beitrugen, in den Maffen
Geist und- Wesen der neuen Gesetzgebung
zu vermitteln. Dabei wnr sein praktisches,
durch langjährigen Verwcütungsoienst in
den verschiedensten Gebieten geschärftes
Auge auf Alles gerichtet, was wichtig,
nothwendig war, wo Gefahr drohte,
was Abhilfe heischte. Vor zwei Döcönnielt
rief er, als er die Gefahr der Holzver»
armung gewahrte: „Pflanzet Holz!"
Und doch wagte es zwanzig Jahre nach.
her eine gewissenlose Bande, die Axt an
unsere Wälder zu legen, um unser Kost»
barstes durch jüdische Mäkler verwüsten
zu lassen, was glücklicher Weift durch den
Muth eines Mannes beseitigt ward, der,
ein zweiter Iunius, nur nicht mit ver>
hülltem Augesichte, sondern offen, diesen
schamlosen Zerstörern ein Halt zurief und
die Gefahr von uns abwendete. Bis in
ein hohes Alter — noch mit 71 Jahren
— war S. ununterbrochen thätig. Wann
er gestorben, ist nicht bekannt, aber schon
m Jahre 1818 hatte ihn Se. Majestät
der Kaifei mit der goldenen Civil-Ber»
dienstmedaille ausgezeichnet.
Nebersicht 3er Schriften wn /ranz Jos.
iu chronlllagifchcr Mge. „Sammlung allei
in Conscript!onö>, Reciut i rung«,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Volume 31
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schnabel-Schrötter
- Volume
- 31
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon