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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
Seite - 231 -
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Seite - 231 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31

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Schöpf 331 Schöpf dazwischentraten, die Rechtswissenschaften Als im Jahre 1808 die Anstalten zur Lcmdesuertheidigung getroffen wurden trat auch S., damals noch zu jung, um in eine amtliche Praris aufgenommen zu werden, in die Reihen der Vaterlands kämpfer und nahm am Feldzuge 1809 thätigen Antheil. Tr gerieth in feindliche Gefangenschaft und kehrte erst 1810 aus derselben zurück. Seine Absicht, in der Armee fortzudienen, mußte er seinen Ver> wandten zu Liebe, die davon nichts wissen wollten, aufgeben. Im August 1810, noch nicht volljährig, trat er nun schon als Justitiar und Criminalgerichts-Veo Walter der Herrschaft Drosendorf in öffenlliche Dienste. Nebenbei versuchte sich S. auch in der Advocatie, in welcher er bald mit solchem Erfolge thätig war, daß er seine Stelle aufgab und nach Budweis übersiedelte, wo er von 1821 bis 1832 nebst der Verwaltung vieler Iustizämter seine Clientel bis in die fern» sten Umgebungen erweiterte und die Muße, welche «sein anstrengender Beruf ihm übrig ließ, zu landwirthschafilichen Albeiteü benutzte. Diese vielseitige Beschäf» tigung hatte seinen von Haus aus nicht zu starken Körper sehr angegriffen, und bald sah er sich außer Stande, die Beschwerden häusiger, von seinen Geschäften unze» trennlicher Reisen iu's Gebirge noch Iän> ger zu ertragen. Er übernahm demnach die Inspection von Gütern und über» siedelte nach Wien, wo er sich in seinem Dränge nach Beschäftigung auf schrift. stellerische Arbeiten in seinem Fache warf und, wie d 'Elvert schreibt, einer „der sieißigsten und verständigsten Gesetz-Com- pilaloren" wurde. Und in der That, wenn man die Werke, welche Schöpf innerhalb eineS Vierteljahrhunderts ver» öffentlichte, überblickt, so findet man auch nicht einen Zweig der volitischenÄdmitN' stration unberücksichtigt. Seine Schriften, von denen mehrere dritte und vierte Auf- lagen erlebten, sind keine gelehrten Com» mentare für Vortrage im Hörsaale, son» dem volksthümliche, klare, faßliche Hand» bücher für den täglichen Gebrauch der Oe. schäftsleute aller Stände, vom einfachen Aushilfsschreiber bis zum höheren Beam» ten hinan. Ich habe selbst während einer dreißigjährigen Thätigkeit in einer admi» nistrativm Bibliothek, welche eben nur mit den Werken über Administration und Gesetzgebung zu thun hat, Gelegenheit gehabt, zu erfahren, wie gesucht und ge- schätzt Schopf's Werke waren, wie sie wesentlich dazu beitrugen, in den Maffen Geist und- Wesen der neuen Gesetzgebung zu vermitteln. Dabei wnr sein praktisches, durch langjährigen Verwcütungsoienst in den verschiedensten Gebieten geschärftes Auge auf Alles gerichtet, was wichtig, nothwendig war, wo Gefahr drohte, was Abhilfe heischte. Vor zwei Döcönnielt rief er, als er die Gefahr der Holzver» armung gewahrte: „Pflanzet Holz!" Und doch wagte es zwanzig Jahre nach. her eine gewissenlose Bande, die Axt an unsere Wälder zu legen, um unser Kost» barstes durch jüdische Mäkler verwüsten zu lassen, was glücklicher Weift durch den Muth eines Mannes beseitigt ward, der, ein zweiter Iunius, nur nicht mit ver> hülltem Augesichte, sondern offen, diesen schamlosen Zerstörern ein Halt zurief und die Gefahr von uns abwendete. Bis in ein hohes Alter — noch mit 71 Jahren — war S. ununterbrochen thätig. Wann er gestorben, ist nicht bekannt, aber schon m Jahre 1818 hatte ihn Se. Majestät der Kaifei mit der goldenen Civil-Ber» dienstmedaille ausgezeichnet. Nebersicht 3er Schriften wn /ranz Jos. iu chronlllagifchcr Mge. „Sammlung allei in Conscript!onö>, Reciut i rung«,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Band 31
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schnabel-Schrötter
Band
31
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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