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einen offenen, von Blau und Silber abwech-
selnd quergetheilten Adlerflug, dem ein silber>
ner Stern eingestellt ist. Aus der Krone deö
linken Helms wächst ein geharnischter, mit
goldenen Spangen geschmückter Arm, der
über sich ein blanke« Schwert am güldenen
Gefäße zum Streiche emporschwingt. Helm-
decken. Des rechten Helms blau mit Silber,
des linken roth mit Gold unterlegt, Devise,
Auf blauem Bande mit silberner Lapidar»
schrift: „8to äuiu «uuotn, movLNtni",
Schrott, Karl Julius (Sprackfo r>
scher und Schriftsteller, geb. zu
Preß bürg l t . Jänner 1828). Gin
Sohn des unter dem anagrammatischen
Pseudonym Chr. Oeser »Bd. XXI,
S, Is^s berühmt gewordenen Schulman»
nes und Schriftstellers Tobias Gott-
fried Lchröer aus dessen Ehe mit
Therese Langwieser ^Bd. XXI,
S. 23, im Textes, deren unter ihrem
Taufnamen Therese erschienene Schrif>
ten ihr in Mädchen» und Frauenkreisen
eine bleibende Erinnerung schern. Der
Sohn Kar l Ju l ius besuchte und been»
dete das Gymnasium und die philosophi»
schen Studien am evangelischen Lyceum
seiner Vaterstadt Preßburg, dann begab
er sich nach Deutschland, wo er in den
Jahren 1843—1846 an den Univeisi.
täten zu Leipzig, Halle und Berlin phi-
losophische uud philologische Vorlesun»
gen hörte und sich namentlich an den
Vortragen von Gottfried Hermann
und Moriz Haupt (Leipzig 1843/44),
Heinrich Leo und M. W. Duncker
(Halle 1844/43) für seine künftige wissen-
schaftliche Richtung ausbildete. I n seine
Vaterstadt zurückgekehrt, wendete er sich
dem Lehrfache zu und supplirte an dem
dortigen evangelischen Lyceum 1846 bis
1849 zunächst seinen greisen Vater in
den Vorträgen über deutsche Literatur»
geschichte. bis ihn der akademische Senat
der Universität zu Pesth provisorisch zum
Professor der deutschen Literaturgeschichte ernannte. I n Würdigung seiner verdienst»
vollen Thätigkeit beantragte der akade»
mische Senat wiederholt beim Ministe»
rium seine definitive Anstellung. „Con»
fessionelle Bedenken" — denn Sch röer
war Protestant — bestimmten jedoch das
Ministerium, die Anträge des Senats,
ohne ihnen Folge zu geben, einfach zur
Kenntniß zu nehmen, und zuletzt mußte
S. es sich gefallen lassen, 1832 als Pro-
fessor der deutschen Literatur au die
Preßburgec Oberrcalschule — also vom
Lyceum an die Realschule — versetzt zu
werden. An dieser wirkte er von 1882
bis 1861. Durch das October-Diplom
vom Jahre 1860 ward S.'s Stellung in
Preßburg gefährdet. Auf eine amtliche
Anfrage der ungarischen Regierung hatte
S. zu Protokoll erklärt, daß er zur
Magyarisiruug der Schulen Ungarns in
Städten, wie Prcßburg, wo die Bevölke-
rung eine deutsche ist, obwohl selbst der
magyarischen Sprache mächtig, nimmer»
mehr die Hand bieten würde. Nuter sol»
chen Umständen war ein längeres Bleiben
nicht denkbar, S. strebte demnach fort
uud nahm 1861 unter den ungünstigsten
Umständen die Stelle eines Directors der
evangelischen Schulen in Wien an, in
welche er am 2. November g. I , in der
Gumpeudoifer Kirche in Gegenwart des
SchulvllrstandeS, der Vorstände beider
Gemeinden, des gesummten Lehrkörpers
und der Schuljugend feierlich eingeführt
wurde. Nach vierjähriger Thätigkeit in
seinem Amte forderte S. im December
1868 wegen principieller Differenzen,
wie er in seinem Entlassungsgesuche be»
gründele, seine Entlassung. I n Wahrheit
wich er den Anfeindungen des uielköpfi»
gen, von evangelischen Geistlichen nicht
zu seinem Vortheile beherrschten Wiener
evangelischen Schulvorstandes. Sein Amt
verwaltete er jedoch noch während des
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Volume 31
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schnabel-Schrötter
- Volume
- 31
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon