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Schultheiß 179 Schultheiß
zu den Schotten in Wien (Wien 1858, Mechi«
taristen. 4") S. l63.
Noch sind erwähnenswerth: i. Venno Caje-
tan Schultes, ein Bildhauer aus Imst in
Tirol (Nagler nennt den Ort Ins. ein sol-
cher aber eristirt nicht) gebürtig, der in drr
zweiten Hälfte des i8. Jahrhunderts lebte
und um l762 in München arbeitete. Nähere
Angaben über sein Zebrn und seine Werke
fehlen. — 2. Johann Schultes, ein Ma>
ler aus Komotau in Böhmen, der um die
Mitte des 16. Jahrhunderts (1372) arbeitete
— und 3. Wolf Schultes, der im Jahre
1385 für die Trinitaiiskirche in Böhmisch«
Brod die Kanzel aus Sandstein gemeißelt hat.
Nagler läßt ihn aus „Plauen in Böhmen"
gebürtig sein; in Böhmen gibt es keinen Ort
Plauen; es wird das von Böhmens Grenze
nicht sehr ferne Plauen im Voigtlande ge»
meint sein, von wo Wolf S. leicht einem
Rufe nach Böhmisch'Brod zur Ausführung
einer Arbeit folgen konnte.
Schultheiß, Cyrin (Priester des
Ordens der frommen Schulen, geb. zu
Neuj iö in in Mahren im Jahre 1742,
gest. in seinem Ordenshause zu Leipnik
im Jahre 1810). Er trat jung in den
Orden der frommen Schulen (Piaristen),
beendete 1739 die philosophischen und
1766 die theologischen Studien. Den
Ordensregeln gemäß wurde er noch vor
Beendigung der letzteren im Lehramte
verwendet, und zwar im Jahre 1762 in
Prag, in den Jahren 1763—1766 in
der Volksschule und in den unteren Gym»
nafialcl.affen zu Kremsier, 1772—1774
zu Freiburg und Nikolsburg, worauf er
1773 Director der Schulen zu Leipnik
wurde und in dieser Stelle bis 1777 ver-
blieb. I m Jahre 1778 übernahm er das
Amt eines Erziehers in der Familie des
Freiherrn von Sch l ieben, welches er
nahezu ein Iahrzehend. diS 1787, ver«
sah. Darauf kehrte er in sein OrdenshauS
nach Leipnik zurück, wo er sich mit sei«
nem Ordensbruder Franz X. Pradicky
in die Leitung und den Unterricht in den
Ordensschulen theilte. Nun trat er in der Art und Weise des Unterrichts, von
der bisherigen Methode abweichend, re.
formatorisch auf. Die Bestrebungen S.'s
gingen dahin, an die Stelle der veralte»
ten, wenig die Entwickelung der geistigen
Thätigkeit berücksichtigenden, in einen
pedantischen Formalismus ausartenden
Methode eine rationellere treten zu lajsen,
wie in eine solche schon lange vorher der
berühmte Aeneas ComeniuS, später
aber Pestalozzi und Rousseau mit
Erfolg eingelenkt hatten. So vereinigte
S. in seiner Stellung als> Lehrer die
Wirksamkeit des Pädagogen mit jener
des Humanisten. Als die Richtung und
das Wesen seiner pädagogischen Refor«
men bezeichnend erscheint daS Werk deS
berühmten Beichtvaters Ludwig XV.,
Abbö Cl. Fleury, betitelt: „ I ^ i tö äu
okoix et äe 1a Ntztkoää des NwätzZ",
das zuerst im Jahre 1686 erschienen war
und wovon S. im Jahre 1795 zu Tyr«
nau in Ungarn eine neue Ausgabe ver«
anstaltete. Zugleich richtete S. seine Be»
strebungen dahin, daß in den Mittelschu.
len nicht allein die altclassische Philologie
gelehrt, sondern auch auf eine gründliche
Kenntniß der Mutter» und anderen neue«
ren Sprachen und Literaturen hingewirkt
werde, wie er selbst dieselben b'ereitS mit
allem Eifer in den Ordensschulen vor«
trug. Selbst auf die Andachtsbücher er»
streckte fich nach dieser Richtung hin seine
Reform, wie dieß aus seinem im Jahre
1793 in griechischer, italienischer und
französischer Sprache erschienenen Gebet»
buch: „F^xac ^t)?- ^ > F^lap ^el?o>»/)
^eeav" und den „^sa^Tni FT-asas sie."
erhellet. Eine große Menge der von ihm
hinterlassenen Bücher und Manuscripte
wird in der Bibliothek des Piaristm»
CollegiumS zu Leipnik aufbewahrt.
slovulk 22U.02?. Nsäaktor vr. H'raut.
I^ »>ä. NisFyr, d. i. Conversations'Lmkon.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Volume 32
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schrötter-Schwicker
- Volume
- 32
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon