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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Volume 32
Page - 227 -
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Page - 227 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Volume 32

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Schuselkll 227 Schuselkll leidet wurde und er also mit seiner Fa- milie nach Dresden übersiedelte. Dort verweilte er. bis durch den italienischen Feldzug 4859 Oesterreich eine seiner schönsten, doch längst nicht mehr halt- baren Provinzen verloren, hingegen auch den Weg gefunden hatte-, auf welchem eS den Verlockungen der Neaction, die es ohnehin tief genug in den Sumpf gelockt, den Rücken kehrend, zeitgemäßen Reformen willig den Eingang gestattete. Als die Wahlbewegung in Wien im Jahre 1861 statthatte, trat S. mit un- leugbarem Erfolge als Candidat und Redner auf. Was nun seine politische Haltung damals wie früher anbelangt, so war dieselbe immer eine eigenthüm- liche, aber niemals eine consequente. Im Kremfierer Reichstage geberdete sich, S. durch und durch deutsch; wie er denn vom Anbeginne, da er als publicistifcher Schriftsteller auftrat, immer die Hege« monie deS deutschen Geistes verfochten hatte. Später, angesichts des Racen« karnpfes, der sich zwischen den unter öfter« leichischer Herrschaft stehenden Völkern zu entspinnen begonnen hatte, war er von dieser Ansicht zurückgekommen, hatte dieß in seiner Schrift: „Völkereinigung. Vorschlage zur Versöhnung der Ratio- nalitäten Oesterreichs" auch auSgespro» chen und diese seine Sinnesänderung schon durch das dieser Flugschrift voran- gesetzte Herde r'sche Axiom: „ Kein Vor» Wurf ist drückender, als der: fremden Nationen Unrecht gethan zu haben" von vornhinein angedeutet. Der phantastische Plan, den er damals gefaßt, war nichts Geringeres, als: die gefesselten Nationa» litäten sollten sich zu einer großen „allge» meinen Völkeroppofition" erheben, um, dann befreit, einen Völkercongreß zu bil> den, der sick die Eonstitution der ver- einigten Staaten von Nordamerika zum Muster nehme und dieses Muster" nocd übertreffe. Dieses in Aussicht gestellte Neu'Oesterreich soll „das wahre Kaiser« reich" bilden! S. mag von diesen Uto- pien nach und nach zurückgekommen sein. denn auf anderem, wenn auch nicht mehr auf deutschem Boden stand er zur Zeit der 4861 ger Wahlbewegung. Als Redner entwickelte er damals die Ver- Hältnisse und Zustande Oesterreichs in rückhaltloser Weise und betonte die Noth» wendigkeit einer freisinnigen Verfassung. Er gewann immer mehr und mehr An- Hänger, er wurde in jenen Tagen wirklich ein populärer Mann, wozu freilich ein Faux-PaS seines sonstigen GesinnungS» genoffen Dr. Ioh. N. Berg er nicht wenig beigetragen hatte. Die Sache an und für sich war eine abgeschmackte und wurde von der Journalistik jener Tage geradezu breitgeklopft. Es kann nicht unsere Sache sein, den Scandal hier des Breiten zu erzählen, wir begnügen unS. für die Wißbegierigen auf die Quellen hinzuweisen, welche die Angelegenheit in aller Breite behandeln. Berg er und Sch u selka, welche bis dahin als Wahl« candidaten neben einander . gestanden, waren plötzlich aus ihrer Stellung gerückt worden. Beiger war gar nicht mehr Schuselka'S Nebenbuhler, nicht mehr Wahlcandidat, sondern Candidat von Katzenmusiken, die ihm gebracht wurden, und wer weiß, wie weit der Scandal gediehen wäre. wenn die beiden Urhe« ber desselben sich nicht selbst bei Zeiten besonnen und Frieden gemacht hätten. Schuselkll bot der Erste die Hand zur Versöhnung und Beide saßen nun friedlich nebeneinander im Landtage, aber keiner von Beiden war damals in den Reichs« rath gewählt worden. Schuselka hatte um jene Zeit mit der Herausgabe einer politischen Wochenschrift: „Die Reform"
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schrötter-Schwicker, Volume 32
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Schrötter-Schwicker
Volume
32
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1876
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
406
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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