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mals 4000 Oesterreicher 8—10000 Gari»
baldinern gegenüber — focht S. mit
einer Art Soldatenhumor; so sprang er
zeitweilig auf'S freie Feld plötzlich vor, auf
die feindliche Tirailleurkette zu, packte
einen Rothhemdler, ehe sich's dieser ver-
sah, an der Kehle und schleppte ihn als
Gefangenen zu uns herüber. Später
begab er sich ganz allein in ein von zwölf
Freischärlern besetztes Haus und machte
Alle zu Gefangenen. Während der Zeit
vom 2. bis 21. war S. achtmal im
Feuer gestanden und hatte'jedesmal durch
seinen unerschütterlich frohen und todes»
verachtenden Muth. durch Tapferkeit und
Entschlossenheit hervorgeleuchtet. Für
seine Waffenihaten wurde er mit der
silbernen Tapferkeitsmedaille l. und
2. Classe ausgezeichnet.
Hoff inger ( I . Ritter v.). Lorbeeren und
Cypressen von 1866 sTüdarmee^j (Wien
l568, August Prcmdel, kl. 5".), S. 73. —
Eines zweiten Johann Seywalo gedenkt
August Neilreich in seiner in den „Ver-
handlungen deS zoologisch-botanischen Ver°
einS in Wien" im fünften Bande (l853),
Abhandlungen, abgedruckten „Geschichte der
Botanik in Niederöfterreich". Daselbst (S. öi))
meldet Nei l reich. daß Johann Sey«
wald Gärtner in St. 'Aegid im V, o. W.W.
war und über die Flora uon St. Äegyo und
Hohenberg in das „Oesterreichisch botanische
Wochenblatt" l.!85l. S. 227 und 1854,
S. H93) geschrieben habe. sFrauenfeld,
Bericht über die österreichische Literatur der
Zoologie. Botanik und Paläontologie aus
den Jahren l85l). !851, 18^2, l^3!l (Wien
5853, 8".). S. l^.1
y d . siehe: Seibold, Christian
sBd. XXXII I , S. 323 zu Ende der Bio-
graphie^j.
Siarczyllski. Franz (Humanist
und Schriftstel ler, geb. zu Chr u s o«
wih in Galizien 12. October 1738, gest.
zu Lemberg 7. November 4829). Die
unteren Schulen besuchte er in Iaroslaw,
darauf trat er in Podolince bei den Pia» risten ein, welcher Orden damals und
mit Recht in Polen in hohem Ansehen
stand, da aus demselben eine Reihe ganz
tüchtiger, um das Vaterland hochver»
dienter Manner hervorgegangen war.
Im Jahre 1773. damals erst 17 Jahre
alt. legte er Profeß ab. Wahrend er
nun im Orden zu RzeSzow, dann zu
Miedzyrzec die Studien fortsetzte, ertheilte
er den Ordensregeln gemäß selbst Unter»
richt in den niederen Schulen. Im Jahre
1781 kam er nach Krakau. wo er die
theologischen Studien beendete, worauf
er im Jahre 1783 ausgeweiht wurde
und zunächst eine Caplansstelle in War«
schau erhielt. Dabeiblieb ec fortwahrend
im Lehramte thatig, und zwar zunächst
in Warschau, wo er im OoiisZiumnobi-
lium durch vier Jahre Geschichte und
Geographie vortrug und seit 1786 in
Radom. Neuerdings nach Warschau be-
rufen, waltete er dort des Predigeramtes
im königlichen Eollegium und in dieser
Stellung bot sich ihm Gelegenheit dar.
mit Mannern wie die Potocki, N a ru«
szewicz, Krasicki , Pi ramowicz.
Czacki zu verkehren; ja selbst des Königs
Aufmerksamkeit richtete sich auf den ju>
gendlichen Ordenspriester, dessen Redner-
gäbe beachtenswertk) war. Im Jahre
178!) entsendete ihn sein Orden zum
Provinzial'Capitel. Da ihn die Functio-
nen deS Lehramtes stark in Anspruch
nahmen, erbat er sich, um sich seinem
priesterlichen Berufe ausschließlich zuwen»
den zu können, vom Papste die Dispens
von den Ordensregeln, welche er auch
erhielt, worauf ihm der König die
Pr.obstei auf dem königlichen Gute zu
Kozienice verlieh. Daselbst wurde er
bald der Schutz und Hord seiner Ge-
meinde, für welche er zunächst Scbulen.
dann ein Spital begründete und zu die-
sem Zwecke sein ganzes Einkommen ver-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Seidl-Sina, Volume 34
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Seidl-Sina
- Volume
- 34
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1879
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon