Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Lexika
Wurzbach-Lexikon
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Volume 35
Page - 141 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 141 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Volume 35

Image of the Page - 141 -

Image of the Page - 141 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Volume 35

Text of the Page - 141 -

Slezak. Aima Anton suchen und ihren Namen und Wohnort anzugeben. I n der Zuschrift heißt es unter anderen, daß das Mädchen in Elbe- teinitz gedient habe, und dem Vernehmen nach in dem Dorfe Konetopy wohnen solle. Obgleich sowohl die Geistlichkeit, als die Gemeindebehörde inElbeteinitzsich alle mögliche Mühe gaben, dieses Mäd- chen zu entdecken, kam man doch zu kei« nem Resultate, bis nach einiger Zeit vor dem Pfarrer daselbst eine 60jährige Frau erschien und behauptete, daß sie die Polka, und zwar in Kosteletz, erfunden habe. Die weiteren Erhebungen stellten heraus, daß dieselbe ungefähr im Jahre 1830 als Dienstmädchen an einem Sonntag nach dem Tacte gesungen und getanzt, ein Unterlehrer (Neruda) hierauf diese Melodie zu Papier gebracht habe, und dieser neue Tanz bereits am nächsten Sonntage bei einer von Studenten veranstalteten Tanz« Unterhaltung getanzt wurde. Von da verbreitete sich die Kenntniß dieses nun allbeliebten Tanzes nach Prag, wo er „Polka" getauft wurde. Das ehemalige Dienstmädchen sei jetzt (1862) verheira« thet,60I. alt, heiße Anna Slezak und habe vier Kinder. So erzählt der böh- mische „022,2". Zur Geschichte der raschen Verbreitung und Beliebtheit der Polka diene noch das Folgende: Die Beliebt« heit der Polka als Tanz brachte die be« rühmte Sängerin Henriette Rossi« Sonntag >M.XXVII , S.68) auf die Idee, die Polka zu singen und veran- laßte einen Verleger zur Herausgabe einer Gesangspolka für Concerte, welche that« sächlich auch unter dem Titel: „^oika soimtäZöllig." im Stich erschien und bald zu solcher Beliebtheit gelangte, daß die ihrer Zeit berühmte Virtuosin. Belle« vi l le-O ury, das Gesangsstück für einen Concertvortrag auf dem Piano bearbei- tete, was ungemein zur Verbreitung die» ser Tanzweise beitrug. Nun bemächtigten sich die Virtuosen dieses Themas und zu- nächst machten sich Dreyschok und- Schulhof daran. Insbesondere wurde bald Dreyschok'S Composition. betitelt: „I/invitatiou. 2.11a ?o1Ica", ein Bravour- stück sämmtlicher Pianisten und Pianisti« nen. Wie dann der Compofiteur Fried- rich Smetanamit seinen poetischen Pol» ka's und Friedrich simak sBd.XXXIV^ S. 300 j^ durch Umarbeitung der Hit» m ar'schen „Esmeraloa" zu einer Con« certanteN'Polka für die Weiterentwick- lung und Weiterverbreitung dieses Ton- stückes gewirkt, möge nur angedeutet sein. Ob Anna Slezak, die Urheberin oder Erfinderin der Polka, welche zur Stunde 73 Jahre alt sein möchte, noch lebt, ist nicht bekannt. Presse (Wiener polit. Blatt) 1862. Nr. 43. in der Kleinen Chronik.- „Die Erfinderin der Polka". — Klagenfurter Zeit u na 1863 .^ Nr. 19, im Feuilleton: „Alte und neue Tänze". — Prager Zeitung 1862. Nr. 38. in den „Prager Nachrichten". — 1,26a. VsNstri- Ltick)' 2. m66m llkLoxis, d. i. Lada. Belle? tristisches und Modedlatt. Von Antom'e Mel l is . I I . Jahrg. (1862). Nr. 18: „?rvni ?oika", d. i. Die erste Polka. 8lezak, Anton (Arzt. geb. zu Böh- misch-Trebic 17. Ocwber1820, gest. zu Groß-Szent Miklos im Banat 18. December 1868). Das Gymnasium beendete er in den Jahren 1834—1840 zu Leitomischl, dann hörte er die philo« sophischen Studien zu Brunn und begab sich 1842 nach Wien, wo er das zu seinem Berufe erwählte medicinische Studium begann und daraus im Jahre 1848 das Doctorat der Medicin und Chirurgie er- langte. Nun beginnt ein wechselvolles Leben. Noch im Herbst lehgenannten Jahres kam er als Gerichts- und Stadt» Arzt nach Schlan und blieb daselbst bis 1881, wo er in der Zwischenzeit auch als>
back to the  book Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Volume 35"
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sinacher-Sonnenthal, Volume 35
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Sinacher-Sonnenthal
Volume
35
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1877
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
388
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich