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Slomsek Slomsek
der Lavanter Diöcese Gelegenheit gehabt
hatte. Als nun Kut tnar nach kurzer
Regierung gestorben war, wurde S l om>
s ek, der kaum erst von der ihm verliehe«
nen Abtei Cilli Besitz genommen hatte,
von Erzbischof Schwarzenberg, kraft
des dem Salzburger Metropoliten zu»
stehenden Ernennungsrechtes auf den
bischöflichen Stuhl von Lavant berufen,
den er durch 16 Jahre bis an seinen im
Alter von 62 Jahren erfolgten Tod be>
kleidete. Dieß sind in Kürze die äußeren
.Umrisse eines dem Dienste des Herrn und
der Menschheit geweihten Priesterlebens,
das in solcher Reinheit. Vollkommenheit
und segensvollen Wirksamkeit sich wohl
selten wiederholen mag. Die Art und
Weise aber, wie S. der Menschheit ge«
dient, diese zu schildern, ist bei dem be-
grenzten Raume, der einem Menschen«
leben in diesem Lexikon gesteckt ist, nicht
möglich. Hier können nur Umrisse ge-
zogen werden, welche, wenn thunlich, den
Geschilderten erkennen lassen, wer sich
dann weiters unterrichten will, muß auf
die Quellen gewiesen werden. die unten
angegeben sind. Aus diesen Quellen
muß aber die Charakteristik des Kicchen-
fürsten, welche die„Oesterreichische Revue"
brachte, vor Allem hervorgehoben werden,
weil sie uns ein vollendetes Charakter«
bild des Verewigten zeichnet. Slom»
3ek'6 Wirksamkeit ist nach verschiedenen
Momenten beachtenswerth: als Päda-
gog und als Priester, welche zusam»
menfallen. dann als Kirchen fürst, in
welcher Eigenschaft er selbst der ihm nichts
weniger denn sympathischen Politik na«
her tritt, endlich als Schriftstel ler.
S lom 8ek'S Wirksamkeit alsPädagog
wurde schon im Vorstehenden nebenher
berührt. Hier mögen ergänzende Be-
merkungen folgen. S. war von Geburt
ein Slovene. cüso Slave. Als solcher ein Freund seines Volkes, das sich, wie
auch in seinen Ansiedelungen, zerrissen
und über ferne Flachen zerstreut, doch sei«
nen nationalen Typus und seine Sprache,
diese freilich noch in einer wenig entwickel-
ten Form zu bewahren verstanden hatte.
Diese Sprache zu heben, zu veredeln, war
die Aufgabe, welche sich der Priester-Pa«
dagog S lomäek gestellt. Um das Volk,
dem er durch Blut und Boden angehörte,
geistig zu heben, mußte ihm die Heiligkeit
und Erhabenheit des Wortes Gottes,
das er als Meister verkündigen soll. in
einem würdigen Gefäße vermittelt wer-
den. Deßhalb wollte er die Sprache, in
der er zum Volke redete, vollkommen in
seiner Gewalt haben; sie über das Niveau
der bisherigen rohen Umgangssprache,
über welches sie sich bis dahin noch nicht
erhoben hatte, emporheben und sie ver-
edeln. Daran arbeitete er mit unermüd-
licher Beharrlichkeit in verschiedensten
Richtungen: so bereits als Alumnus im
Seminar, wenn er seinen Collegen slove«
Nischen Unterricht ertheilte, wie spater als
Spiritual in demselben, wenn er prak»
tische Sprachübungen mit seinen Zöglin»
gen vornahm, und als Schul.Oberauf-
seher der Lavanter Diöcese, als welcher
er im Jahre 1846 das Jahrbuch „O^o-
ö^ '?zc?s") d. i. Brosamen, gründete — ein
Buch, worin uur solche Aufsatze und Mit«
theilungen enthalten sein sollten, „welche
geeignet sind, die religiös-sittliche Bildung
des Volkes im Allgemeinen und die Er-
ziehung der Jugend insbesondere zu be-
fördern, die Menschen zeitlich glücklich
und ewig selig zu machen, fie zu wahr-
haft frommen Christen und zu guten
Bürgern des Staates heranzubilden".
Nebm dieser Sorgfalt für die Mutter-
spräche' stellte er sich aber keineswegs
feindlich zu der deutschen Sprache, welche
die slovenischen Deutscbenfresser gern aus
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sinacher-Sonnenthal, Volume 35
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Sinacher-Sonnenthal
- Volume
- 35
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1877
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 388
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon