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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Seite - 147 -
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Seite - 147 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Band 35

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Slomsek Slomsek der Lavanter Diöcese Gelegenheit gehabt hatte. Als nun Kut tnar nach kurzer Regierung gestorben war, wurde S l om> s ek, der kaum erst von der ihm verliehe« nen Abtei Cilli Besitz genommen hatte, von Erzbischof Schwarzenberg, kraft des dem Salzburger Metropoliten zu» stehenden Ernennungsrechtes auf den bischöflichen Stuhl von Lavant berufen, den er durch 16 Jahre bis an seinen im Alter von 62 Jahren erfolgten Tod be> kleidete. Dieß sind in Kürze die äußeren .Umrisse eines dem Dienste des Herrn und der Menschheit geweihten Priesterlebens, das in solcher Reinheit. Vollkommenheit und segensvollen Wirksamkeit sich wohl selten wiederholen mag. Die Art und Weise aber, wie S. der Menschheit ge« dient, diese zu schildern, ist bei dem be- grenzten Raume, der einem Menschen« leben in diesem Lexikon gesteckt ist, nicht möglich. Hier können nur Umrisse ge- zogen werden, welche, wenn thunlich, den Geschilderten erkennen lassen, wer sich dann weiters unterrichten will, muß auf die Quellen gewiesen werden. die unten angegeben sind. Aus diesen Quellen muß aber die Charakteristik des Kicchen- fürsten, welche die„Oesterreichische Revue" brachte, vor Allem hervorgehoben werden, weil sie uns ein vollendetes Charakter« bild des Verewigten zeichnet. Slom» 3ek'6 Wirksamkeit ist nach verschiedenen Momenten beachtenswerth: als Päda- gog und als Priester, welche zusam» menfallen. dann als Kirchen fürst, in welcher Eigenschaft er selbst der ihm nichts weniger denn sympathischen Politik na« her tritt, endlich als Schriftstel ler. S lom 8ek'S Wirksamkeit alsPädagog wurde schon im Vorstehenden nebenher berührt. Hier mögen ergänzende Be- merkungen folgen. S. war von Geburt ein Slovene. cüso Slave. Als solcher ein Freund seines Volkes, das sich, wie auch in seinen Ansiedelungen, zerrissen und über ferne Flachen zerstreut, doch sei« nen nationalen Typus und seine Sprache, diese freilich noch in einer wenig entwickel- ten Form zu bewahren verstanden hatte. Diese Sprache zu heben, zu veredeln, war die Aufgabe, welche sich der Priester-Pa« dagog S lomäek gestellt. Um das Volk, dem er durch Blut und Boden angehörte, geistig zu heben, mußte ihm die Heiligkeit und Erhabenheit des Wortes Gottes, das er als Meister verkündigen soll. in einem würdigen Gefäße vermittelt wer- den. Deßhalb wollte er die Sprache, in der er zum Volke redete, vollkommen in seiner Gewalt haben; sie über das Niveau der bisherigen rohen Umgangssprache, über welches sie sich bis dahin noch nicht erhoben hatte, emporheben und sie ver- edeln. Daran arbeitete er mit unermüd- licher Beharrlichkeit in verschiedensten Richtungen: so bereits als Alumnus im Seminar, wenn er seinen Collegen slove« Nischen Unterricht ertheilte, wie spater als Spiritual in demselben, wenn er prak» tische Sprachübungen mit seinen Zöglin» gen vornahm, und als Schul.Oberauf- seher der Lavanter Diöcese, als welcher er im Jahre 1846 das Jahrbuch „O^o- ö^ '?zc?s") d. i. Brosamen, gründete — ein Buch, worin uur solche Aufsatze und Mit« theilungen enthalten sein sollten, „welche geeignet sind, die religiös-sittliche Bildung des Volkes im Allgemeinen und die Er- ziehung der Jugend insbesondere zu be- fördern, die Menschen zeitlich glücklich und ewig selig zu machen, fie zu wahr- haft frommen Christen und zu guten Bürgern des Staates heranzubilden". Nebm dieser Sorgfalt für die Mutter- spräche' stellte er sich aber keineswegs feindlich zu der deutschen Sprache, welche die slovenischen Deutscbenfresser gern aus
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Sinacher-Sonnenthal
Band
35
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1877
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
388
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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