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senschaft. Nationalität und Kirche (4847)
— ^^i??^ns' /b?«HH ^s/s/^'a^ö^a"^ d.
Welehrader Wallsahrtsbuch (j863), an
läßlich der tausendjährigen Feier der Eiw
führung des Christenthums in Mähren
H^?76") d.
Fünf Predigten, gehalten anläßlich de
tausendjährigen Feier in Brunn (ebd
1863). Mit Or. B i l y zählt Smide
zu den Ersten in Mahren, welche in de
mähnschen Jugend den nationalen Ge>
danken angeregt, gepflegt und mit aller
ihnen zu Gebote stehenden Mitteln ge
fördert haben. Seit dem Jahre 1839
(d. i. seit dem 11. Jahrg.) redigirt S
die theologische Zeitschrift „Ulas", d. i
Die Stimme (Bmnn, Nilsch und Grosse)
welche vor ihm Matthäus Prohaska
und Franz Poimon redigirt haben.
8!ovuik nauöll^. Roäaktoi'i Dr. F°r
I^ a6. i^isFtzr a ^. ^lalv, d. i. Conuer»
sations-Lerikon. Nedi^ ir!^ von Dr. Franz Lad.
Rieger und I. Mcil>- (Prag <8?2. Kobel-,
Ler.<so.). Bd. IX, S. 74. — Hembs^a 5^
6iovenLk«. Vök nov^«l, d. i. Geschichte der
6echoslavischrn Spra6)e und Literatur. Neuere
Zeit (Wien ls«8. gr. s".) S. 29.'i.
sprich: Schmidingeri.
Joseph ^katholischer Priester, geb. zu
Strakoni 'h in Böhmen 24. October
1801. gest. zu Hostomic 1. Februar
1832). Ein Bürgerssohn aus Strakonitz,
nachdem er daselbst die unteren Schulen
nnd das Gymnasium beendet, ging er
nach Prag und begann die philosophi»
schen Studien. Es war im Jahre 1623,
als in Prag zwischen den Hörern der
Philosophie und den Handwerksgesellen
wiederholt Raufereien Statt fanden, die
nicht selten einen blutigen Ausgang nah<
men. Ein besonders heftiger Zusammen-
stoß beider Parteien hatte eines schönen
Tages in der nächsten Nähe des und in der durch ihre Bewohne»
rinen übelberufenen Platnergaffe Stait
gehabt, so daß die Behörde einschreiten
und mehrere Verhaftungen unter beiden
Parteien vornehmen mußte. Mit den
Verhafteten wurde kurzer Proceß gemacht
und einer oder der andere der schuldig
Befundenen unter die Soldaten gesteckt.
Dieses Loos traf auch smidinger , der
eines schönen TZges seinen Studenten»
rock mit der Montur vertauschen mußie.
So diente er mehrere Jahre beim Militär,
hatte es sogar zum Offkier gebracht, mußte
aber semer geschwächten Gesundheit wegen
den Dienst verlassen, worauf er zu den
Studien zurückkehrte und im Jahre l834
die theologischen Studien beendete. Sein
Gesundheitszustand erlaubte es ihm nicht,
in die Seelsorge einzutreten, so wurde er
denn Erzieher und Schloßcaplcm, zuerst
bei dem bekannten Mäcen Anton Veit,
später bei dem Gutsbesitzer safa l ikzu
Tazovic und Strakonitz. I n dieser Stel-
lung richtete er sein Hauptaugenmerk auf
Belebung und Förderung des National-
gefühls. Sobald es ihm seine .Berufs-
pflichten gestatteten, begab er sich auf
Reisen, die er meist zu Fuß machte und
welchen er das schlummernde Natio»
lalbewußtsein zu wecken und immer neue
Jünger für das Nationalitätüprincip zu
werben suchte. Sein Nachruf bemerkt
abei, daß es ihm mit dieser apostolischen
Sendung nicht immer glückce, daß er
anchmal auf Widerstand stieß und nicht
elten mit Unannehmlichkeiten zu kämpfen
atte. Aber dergleichen stählte nur seinen
Widerstand, und je mehr Hindernisse es
beseitigen galt, desto energischer geber-
ete er sich. Als besonderes Hilfsmittel
Nationalifirungstendönzm führte
r immer einen ansehnlichen Büchervor«
ath, vornehmlich die von der A^tioo
der der St. Iohannes«Brüderschaft her«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sinacher-Sonnenthal, Volume 35
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Sinacher-Sonnenthal
- Volume
- 35
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1877
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 388
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon