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Franz 217 ) Franz
ten, aber der Tod, der ihn im Alter von
63 Jahren dahinraffte. vereitelte die,
seS Vorhaben. Wenn Nagler meldet,
„daß Soave'S Plane der Ausführung
der Fayade des Mailander Domes der
demselben nicht unähnliche des Inge-
nieurs C. Amont i vorgezogen wurde",
so ist erstens der Name Amont i unrich«
tig. da der Ingenieur Carlo Amat i heißt,
und zweitens beschrankt sich Amati 's
Antheil an der Mailänder Domfayade
nur auf mehrere Abänderungen des von
S. entworfenen Planes, welcher denn
auch als Urheber der mit einigen Aende«
rungenauszuführenden Fayadezum Dom»
baumeister ernannt worden ist. wo denn
im Gegenfalle Amat i hätte dazu er«
nannt werden müssen.
Nagler (G. K. Dr.), NeueS allgemeines
Künstler<Lenkon (München i839. E. A. Fleisch
mann. i>«.) Bd. XVI, S. ä49.
Soave, Franz (Schrissteller,Pä-
dagog und Humanist , geb. zu L u-
gano un Juni ^l743, gest. zu Ma i land
17. Jänner 1806). Ein vielgenannter
und seinem Lebensgange nach wenig ge-
kannter, verdienstvoller, italienischer Päda»
gog aus der Zeit der österreichischen Herr-
schaft in Ober«Italien vor der französischen
Invasion im Jahre 4796. Vergebens
sucht man seinen Namen in deutschen En-
cyklopädien und selbst das mehr als ein
halbes hundert Bände fassende, so inhalt.
und artikelreiche „M ey e r'sche Conversa-
tions'Lcxikon für die gebildeten Stande"
kennt seinen Namen nicht, obgleich seine
„5>ov6ll,6 morkli" bis heute wohl an die
hundert Auflagen erlebten, in die meisten
lebenden Sprachen übersetzt worden und
noch heute eine ungemein brauchbare und
inhaltreiche Iugendschrift bilden. Bei
den SomaSkern, einem geistlichen, mitdem
Unterrichte der Jugend sich beschäftigen. den Orden in Lugano, erzogen, trat er.
selbst im Jahre 1789 in diesen Orden,
brachte in Mailand das Novizenjahr zu.
setzte seine Studien in Pavia fort und
beendigte sie im Collegium O!kNkntinu.m
zu Rom. Frühzeitig betrat er als Ueber»
scher einzelner der Classiker des Alter-
thums das schriftstellerische Gebiet, u. z.
zuerst mit Virg i l 's „Vuoolioa." und
„OoorZioon". So wurde er bald in
wissenschaftlichen Kreisen Ober«Italiens
bekannt und als Du T i l l ot. Minister
des Herzogthums Parma, eine Pagerie
zur Erziehung des jungen Adels in Parma
errichtete, berief er neben anderen Mei-
stern auch Soave in diese Anstalt, in
welcher dieser, ein geborener Pädagog,
treffliche Dienste leistete. I n dieser Zeit
schrieb er seine „ A^mma^ioa. y-^io^aia
^s//a/z'nFu« Ha?iana", dann eine latei<
nische Anthologie und unterzog sich der
Beantwortung der von der BerlinerAkade»
mie der Wissenschaften aufgestellten Preis-
frage : „Ob die Menschen, auf ihre natür-
lichen Fähigkeiten allein angewiesen, im
Stande wären, durch sich selbst eine
Sprache zu bilden", für welche ihm das
erste Accesit zu Theil wurde. Soave
veröffentlichte dieselbe'im Jahre 1772 in
Mailand. und wurde durch ste auf ver-
wandte Forschungen hingeleitet, welche
die Herausgabe seiner „^sm<m?i ck'F-
und seiner Schrift: „I/o^o He'
iäna ^>l^«cr nnee-'s^öH/s" zur
Folge hatten. Mißhelligkeiten und In -
triguen von Seite des parmesanischen
Hofes bestimmten Soave Parma zu
verlassen, und so begab er sich im Jahre
1772 nach Mailand, wohin ihm ein
vorteilhafter Ruf vorausgegangen war
und wo er an dem geistvollen Staats»
mann Karl Joseph Graf F i r m i a n,
damaligen kaiserlich österreichischen Ge-
neral-Gouverneur der LombardiesBd. IV,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sinacher-Sonnenthal, Volume 35
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Sinacher-Sonnenthal
- Volume
- 35
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1877
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 388
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon