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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Volume 35
Page - 255 -
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Page - 255 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Volume 35

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Solms-Kraunfels Solms-Kraunfels ihm als Reiterofficier wenig Aussicht bot. stellte er im Sommer 1863 die Bitte, sich einem Artillerie-Regimente anschließen zu dürfen, da es ihm zunächst um artille- ristische Studien zu thun war. Nun die- sem Wunsche wurde zwar nicht willfahrt, jedoch erhielt er die Erlaubniß, aus- nahmsweise die Artillericschule in Wien zu besuchen. So kam er im Herbst 1863 nach Wien, und es war das erste Mal, daß der Prinz daselbst einen ganzen Win- ter zubrachte. Wenn ihn nun auch die Freuden des gesellschaftlichen Lebens, wozu sich ihm bei seiner bevorzugten Stellung mehr als Anderen Gelegenheit darbot, lockten und fesselten, dem Ernst deS Lebens war er nie untreu geworden und hatte er nichtsdestoweniger mit sol- chem Eifer studirt. daß er im Frühling 1866 das artilleristische Examen bestehen konnte. Nun brach der mörderische Bru- derkrieg aus und S. erwirkte seine Ver. setzung von der Reitertruppe zur Artil« lerie. Kurz vor Ausbruch des Kampfes wurde er zum hauptmann im 12. Artil. lerie-Regimente ernannt und erhielt den Auftrag, schleunigst eine Batterie von Komorn auf den nördlichen Kriegsschau» platz zu führen, mit welcher er zur Caval- lerie-Divifion deS Feldmarscball-Lieute« nant Zai tsek zu stoßen hatte. I n dieser Stellung erlebte er die Schlacht bei Kö- uiggratz. Erst Nachmittag kam er mit seiner Batterie in's Feuer, hielt bis Abends 7 Uhr Stand und führte dann seine Batterie in Ordnung zurück. Nach dem nun mit Preußen abgeschlossenen Waffen- stillstände erlangte er seine Versehung auf den Kampfplatz im Süden. Aber dort waren auch die Ereignisse durch einen plötzlichen Frieden Hum Abschluß gebracht. So wurde S. nach Wien zurückversetzt, wo aber die Vergnügungen und Reize der Residenz die traurigen Erlebnisse der jüngsten Kriegsepoche den vorherrschend ernsten Sinn des jungen Kriegers nicht zu zerstreuen und zu erheitern vermochten. Dazu gesellte sich noch. daß in der letzten Zeit seines Aufenthaltes in Ungarn sich die Neigung zu einem braven Mädchen, das aber dem Bürgersiande angehörte, seines Herzens bemächtigt hatte. Lange hoffte er auf daS Glück der Vereinigung, aber die sich ihm entgegenstellenden Hin« dernisse vermochte er nicht zu besiegen und während er mit blutendem Herzen ent» sagen mußte, mohte auch der Werth des Lebens, in welchem das Liebste sein zu nennen, ihm versagt war, ihm gering genug dünken. Er lebte nun seinen wis» senschaftlichen Studien, die sich bis zu sölbststandigen Arbeiten ausdehnten und bot jedenfalls das Musterbild eineS Ca- valiers. wie sie alle sein sollten. Mit einem Male erfüllte die Nachricht: Prinz Bernhard sei am 16. Februar 1867 im Prater im Zweikampfe mit einem Grafen Wedel l gefallen, die Garnison und die höheren Gesellschaftskreise Wiens mit theil« nahmsvollerTraucr.GrafW edell nahm in der Umgebung und nicht minder im Vertrauen deS Königs von Hannover eine einflußreiche Stellung ein. Nun hatte der raf bei einer Gelegenheit eine herbe Aeußerung über die Haltung eineS Ver» wandten des Prinzen in der Schlacht bei Königgrätz gethan, welche zu einer ernsten Discussion zwiscken dem Grafen und dem Prinzen führte und mit der Forderung endete. Der König von Hannover, dem der vorgefallene Streit zwischen beiden Officieren nicht unbekannt geblieben war. war wiederholt bemüht, den Zweikampf entweder ganz zu verhindern oder doch in ein Sabelduell umzuwandeln. Aber Graf Wcdel l . ein trefflicher Pistolen- schütze, der sich oft das Vergnügen machte, an einem Kartenblatte die Ecke weg» oder
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sinacher-Sonnenthal, Volume 35
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Sinacher-Sonnenthal
Volume
35
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1877
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
388
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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