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Steinie Steinle .
die Kreuzzüge Von den aus den verschr
denen Gruppen dieses Gemäldes hervor«
stehenden historischen Gestalten nennen w
außer den Kaisern Constantin und Kar
dem Großen die Kaiserin Helena, di«
Vertreter der griechischen Kunst, Homer,
Phidiaß. Praxiteles und ApelleS
den h. Sever inus als ersten Bischo
Kölns (?); um Kaiser Kar l herum Alcuin
Eginhard, Paulus Lombardus; dani
eine Gruppe von Bischöfen, jeder mit dem
Modell seiner Kirche.- Anno mit dem Mo«
dell von St. Gereon, Heribert mit dem
von der Apostelkirche. Bruno mit dem von
St. Pantaleon und Hildebold mit dem
des alten Domes. Die Frankenkönigin Ple c«
trudis hält das Modell der von ihr erbau
teu Kirche Bt. Maria im Capital; dann
sieht man noch Bischof Cunibert und di
Pfalzgräsin Mathi lde als Erbauerin de
Abtei Brauweiler. Die Grau in Grau ge<
malten Sockelbilder stellen dar: 5) „St. M a
ternus, der erste Bischof Kölns, im
Rheine taufend" — h) ^St. Gereon,
welcher daS heidnische Opfer ver
weigert". — 0) „Tod der h. Ursula"
und ä) ^Die Legende vom h. Her«
ma nn Joseph." — Das zweite große
Bi ld hat die Grundsteinlegung des Kölner
Domes zum Vorwuif. und zeigt in der
Mitte die Hauptperson, nämlich Albertus
M a g n u 5, den großen Gelehrten des
13. Jahrhunderts, der als Urheber des Pla«
nes zu dem Dome gewöhnlich ausgegeben
wnd. Um ibn nahe und ferne gruppiren sich
St. Thomas von Aquino. Duns Sco
tus, <3 ckart von Köln, S u so, Tauler,
Cäsar von Heisterbach. Links sieht man
Petrarca als Wiederhersteller classische,
Studien, Agrippa von Nettesheim, dann
die Meister der Kunst. Johann van Eyck.
Albrecht Dürer. Fies ole und als Meister
der Musik Johann von Köln. zuletzt um
die Wiedererweckung der bildenden Künste
anzudeuten. Lorenzo von Medicis mit
einer kleinen bronzenen Venusstatue in der
Hand. Rechts von Albertus Magnus sieht
man die Inangriffnahme deS Dombaus. Bi,
schof Canrad von Hochstaden nimmt Ein-
sicht von den Bauplänen. In dieser Gruppe
sieht man die Maler Stephan und W i l.
0 elm von Köln; weiterhin sind lauter sym«
oolisirende Gruppen, welche den Kampf der
kölnischen Geschlechter, den Handelsverkehr
und die Hansa, die Entdeckung der neuen Welttheile, den Arbeiteraufstand in Köln,
den Kampf zwischen dem Adel der Stadt
und den Reichen u. s. w. andeuten. Die
vier Sockelbilder dieses zweiten Gemäldes
stellen dar-, k) „Die Iohannisfeier der
kölnischen Frauen und Mädchen",—
v) „D i e Einbr ingung der Reliquien
der h. drei Könige nach Köln", —
0) „Ein Turnier des Kaisers Maxi.
mi l ian" und ä) „Ausschiffung von
Waaren und Handelsverkehr". —
Das dri t te große B i ld , welches uns
die Neuzeit näher bringt, zeigt uns eine
Fülle von geschichtlichen Gestalten, welche
zur Geschichte der Kunst in Köln in bald
näherer, bald fernerer Beziehung stehen. Wir
sehen Rubens mit dem Maler Geld 0 rp
und dem Kunstfreunde I ab ach, den in
Köln geborenen holländischen Dichter Von»
del . Anna Schu lmann. Friedrich
von S ch l e g e l , W i n c k e l m a n n .
Zwischen beiden Goethe, dann die Brü»
der B 0 isser 6 e und ihr Freund B e r»
tr a m. Wal l ra f f , der Gründer der Samm-
lungen des Museums, Richarh , der Grün.
der des Gebäudes. — Das v ier te große
B i l d zeigt aber die Dombaufeier und
König Fr iedr ich W i l h e l m IV. bildet
darin den Mittelpunct. Das dritte Bild
trägt die Ueberschrift: »kluNa i-Oüasoouwi',
guas Harn csoiäsre"; das vierte: „811201-
xsrs bt ünirs 5bNi>oi 8ru>äiiiQ." Die zwei
Sockelbilder der beiden letzten großen Ge«
mälde stellen einerseits den kölnischen
Carneva l in charakteristischen Figuren
desselben in lustigem Zuge dar, andererseits
daS Opfer z um D 0 mb au als symboli»
sirend die Spenden aller Stände zum Dom»
baue und den auf einem Schiffe singenden
Kölner Männergesangoerein. Bekanntlich er^
fang dieser Verein bei einer Fahrt durch
England dem Dombau eine ansehnliche Bei»
steuer. Der Raum über der Hauptthür zeigt
uns, wie Marsilius. der Held der kölnischen
Sage, und Agrippina, nach welcher die
Colonia (Köln) die Agrippinische ge«
nannt wird. das Wappen Kölns halten.
DaS Gewölbe schmücken kleine Wappen»
schilder altkölnischer Geschlechter, farbiges
und goldenes Ornament in mittelalterlichem
Geschmack deckt Bogen« und Gewölbflächen
und umrahmt die Bilder. Der Gesammtein.
druck des Treppenhauses ist ein sehr reicher
und glänzender. Es besteht ein von Steinte
selbst verfaßtet, die Cartons erläuternder Tert,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Stehlik-Stietka, Volume 38
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Stehlik-Stietka
- Volume
- 38
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1879
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 398
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon