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anstalten zu Wien und OlmĂĽtz erlangte
S t e r l y seine wissenschaftliche AuSbil»
dĂĽng. Dabei erlernte er auS eigenem
Antriebe die französische. italienische,
englische und öechische Sprache. Mit
24 Jahren trat er bei dem Magistrate
der Stadt Iglau in den öffentlichen
Dienst, wurde im Jahre !8l3 Magi-
ftratsrath und blieb in dieser Stellung
durch 32 Jahre, bis 1843. Zuerst, und
zwar seit 1816. beschäftigte sich Ster ly
mit physikalisch «astronomischen Studien
und theilte vom I . 1817 an, seine me-
teorologiscden Beobachtungen dem meteo»
rologischen Vereine in Brunn monatlich
mit. Seit 1820 betried er auch mit Eifer
mineralogische Studien. Aber noch aus
seinen Studienjahren stammte seine groĂźe
Vorliede fĂĽr Geschichte und Geographie,
wozu er damals vornehmlich durch An»
dre's „Hesperus" und Hormayr's
,Archiv fĂĽr Geschichte, Geographie
u. s. w." angeregt worden war. Er
faßte dabei zunächst seine Vaterstadt
Iglau ins Auge, aber zu eiliem prak-
tischen Erfolge konnte eS damals, da
das Iglauer Archiv nicht zugänglich war,
überhaupt „icht kommen. Als sick aber
dieß im Jahre i823 änderte, machte
sich Ster ly nun sofoit an die Arbeit,
und beschafiigte sich die nächsten fünf
Jahre in ernstlicher Weise mit der Bear»
beitung einer Geschichte Iglaus. Die Ar«
beit war sehr ansehnlich ausgefallen' sie
umfaßte in Handschrift mit dem Urkun»
denbuche drei Quartbände, zusammen
1804 Seiten und reichte im Texte bis
zum Ende der Regierung der Kaiserin
Mar ia Theresia. Nur einzelne Ab«
schnitte daraus sind durch den Druck ver»
öjfentlicht worden; so in H o r m a y r's
.Taschenbuch für vater ländische
Geschichte" 1830 (S. l83 —210):
.Denkwürdigkeiten Iglaus unter den Luxemburgern"; — 1833 (S. 297 bis
306): „Die Juden in Iglau"; ferner
einige kleinere Mittheilungen in H o r-
mayr's „Archiv" und im „Brünner
Wochenblatt". Auch stammen die mei«
sten Daten in W o l n y'S „Topogra-
phisch - geschichtlicher Beschreibung der
Stadt Iglau und ihrer LandgĂĽter" von
Ster ly . Als selbständiges Schriftchen
ließ er die „VrungZale der Stadt Iglau unter
der schwedigchkir AUingherrschakt" (Iglau
1828) erscheinen. S t e r l y war ein
fleißiger Sammler von Nachrichten, Ur»
kĂĽnden und anderen seine Vaterstadt be-
treffenden Mittheilungen; so besaĂź er
unter Anderem in seiner Sammlung:
„Die Lieder der Iglauer Meistersänger
aus dem 16. Jahrhundert"; — eine
„SphragistischeSammlung der böhmisch»
mährischen Fürsten von Wenze l bis
Ludwig I.": — „Die Original-Jg.
lauer Rechte von Wenzel und Pre-
mist aus dem <3. Jahrhundert". Aus
seinem Nachlasse kamen als Geschenk sei«
nes Sohnes Eduard an die «Histo-
risch - statistische Section der mährisch»
schlesischen Gesellschaft zur Beförderung
des Ackerbaues, der Natur» und Landes»
künde" folgende mehr und minder wich«
tige Manuscripte: „Chronik der Stadt
Iglau von 799 — 1619". alter Hand-
schriftl. Codex; — .Materialien zur
Geschichte Iglaus", von Ster ly selbst
gesammelt; — „Beiträge zur Geschichte
Iglaus in den Jahren 1700—1790";
— „Auszug aus den von Johann Hein«
rich M a r z y Mand XV I I , S. 74)
gesammelten Materialien zur Chronik
der Stadt Iglau, vom UrsprĂĽnge bis
l698", von Ster ly selbst in drei Ban«
den ausgeführt; — «Verzeichniß der
wichtigeren im Iglauer stadtischen Ar«
chive aufbewahrten Urkunden", von S.
im Jahre 1827 niedergeschrieben', —
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Stehlik-Stietka, Volume 38
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Stehlik-Stietka
- Volume
- 38
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1879
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 398
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon