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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Band 38
Seite - 238 -
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Sterly 238 Sterly anstalten zu Wien und Olmütz erlangte S t e r l y seine wissenschaftliche AuSbil» düng. Dabei erlernte er auS eigenem Antriebe die französische. italienische, englische und öechische Sprache. Mit 24 Jahren trat er bei dem Magistrate der Stadt Iglau in den öffentlichen Dienst, wurde im Jahre !8l3 Magi- ftratsrath und blieb in dieser Stellung durch 32 Jahre, bis 1843. Zuerst, und zwar seit 1816. beschäftigte sich Ster ly mit physikalisch «astronomischen Studien und theilte vom I . 1817 an, seine me- teorologiscden Beobachtungen dem meteo» rologischen Vereine in Brunn monatlich mit. Seit 1820 betried er auch mit Eifer mineralogische Studien. Aber noch aus seinen Studienjahren stammte seine große Vorliede für Geschichte und Geographie, wozu er damals vornehmlich durch An» dre's „Hesperus" und Hormayr's ,Archiv für Geschichte, Geographie u. s. w." angeregt worden war. Er faßte dabei zunächst seine Vaterstadt Iglau ins Auge, aber zu eiliem prak- tischen Erfolge konnte eS damals, da das Iglauer Archiv nicht zugänglich war, überhaupt „icht kommen. Als sick aber dieß im Jahre i823 änderte, machte sich Ster ly nun sofoit an die Arbeit, und beschafiigte sich die nächsten fünf Jahre in ernstlicher Weise mit der Bear» beitung einer Geschichte Iglaus. Die Ar« beit war sehr ansehnlich ausgefallen' sie umfaßte in Handschrift mit dem Urkun» denbuche drei Quartbände, zusammen 1804 Seiten und reichte im Texte bis zum Ende der Regierung der Kaiserin Mar ia Theresia. Nur einzelne Ab« schnitte daraus sind durch den Druck ver» öjfentlicht worden; so in H o r m a y r's .Taschenbuch für vater ländische Geschichte" 1830 (S. l83 —210): .Denkwürdigkeiten Iglaus unter den Luxemburgern"; — 1833 (S. 297 bis 306): „Die Juden in Iglau"; ferner einige kleinere Mittheilungen in H o r- mayr's „Archiv" und im „Brünner Wochenblatt". Auch stammen die mei« sten Daten in W o l n y'S „Topogra- phisch - geschichtlicher Beschreibung der Stadt Iglau und ihrer Landgüter" von Ster ly . Als selbständiges Schriftchen ließ er die „VrungZale der Stadt Iglau unter der schwedigchkir AUingherrschakt" (Iglau 1828) erscheinen. S t e r l y war ein fleißiger Sammler von Nachrichten, Ur» künden und anderen seine Vaterstadt be- treffenden Mittheilungen; so besaß er unter Anderem in seiner Sammlung: „Die Lieder der Iglauer Meistersänger aus dem 16. Jahrhundert"; — eine „SphragistischeSammlung der böhmisch» mährischen Fürsten von Wenze l bis Ludwig I.": — „Die Original-Jg. lauer Rechte von Wenzel und Pre- mist aus dem <3. Jahrhundert". Aus seinem Nachlasse kamen als Geschenk sei« nes Sohnes Eduard an die «Histo- risch - statistische Section der mährisch» schlesischen Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues, der Natur» und Landes» künde" folgende mehr und minder wich« tige Manuscripte: „Chronik der Stadt Iglau von 799 — 1619". alter Hand- schriftl. Codex; — .Materialien zur Geschichte Iglaus", von Ster ly selbst gesammelt; — „Beiträge zur Geschichte Iglaus in den Jahren 1700—1790"; — „Auszug aus den von Johann Hein« rich M a r z y Mand XV I I , S. 74) gesammelten Materialien zur Chronik der Stadt Iglau, vom Ursprünge bis l698", von Ster ly selbst in drei Ban« den ausgeführt; — «Verzeichniß der wichtigeren im Iglauer stadtischen Ar« chive aufbewahrten Urkunden", von S. im Jahre 1827 niedergeschrieben', —
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Stehlik-Stietka, Band 38
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Stehlik-Stietka
Band
38
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
398
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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