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lutionsjahre 1848 und 1849 in den
Vordergrund. Als die Wahlen für den
48er Reichstag in Pesth stattfanden,
wurde Szacsvay mit 333 Stimmen
gegen Joseph Nagy, der nur 54 Wähler
zählte, zum Depututen des Biharer Co
mitates erwählt. Von diesem, der zwölf
Ablegaten in den Neichstag zu stellen
hatte, war es bekannt, daß er durch»
gängig Liberale zu wählen pfiegte. Nnd
Szacsvay war der freisinnigste von
diesen zwölf Liberalen. Im Reichstag
machte er sich bald als intelligenter, end
schiedener Reformer und als trefflicher
Redner geltend. Unter feinen bemerken«
werthen Maßnahmen sind hervorzu
heben: seine Abstimmung über den von
dem damaligen Untercichtsminister, dem
erst im Juni 1848 zum Bischof von
CSanäd ernannten Michael Horvä.th
eingebrachten Gesetzentwurf für den
Elementarunterricht, der natürlich auf
radicalster Basis organisirt war. Bei
dieser Gelegenheit erklärte er, daß er
es für seine Pflicht halte, alle Polemik
zu vermeiden, um zur Sache zu kommen;
wolle man den Zweck, so müfse man
auch die Mittel wollen, und er stimme
daher für den Gesetzentwurf. Sein Vor
gang am 11. August, an welchem Tage
er eine Petition der Landwehr'Artillerie
um ein bestimmtes Gesetz gegen die
Stockstrafe einbrachte, ist besonders da»
durch bedeutsam, daß ein Magyar diese
Maßregel beantragte. Ferner war er bei
derNntersuchungs-Commisston betheiligt,
welche die Aufgabe hatte, zu erforschen,
wieviel Ladisl. Madarasz sBd.XVI,
S. 233) aus dem Nachlasse des Grafen
Eugen Zichy gestohlen habe. Wenn
auch dergleichen Acte an und für sich
als zur Charakteristik der Person be-
merkenswerrh erscheinen, so meint doch
Levitschnigg ganz treffend: „Mit solchen Petitionen gelangt.man nicht in
die Nachwelt". Szacsvay gelangte
aber in die Historie, als er am 14. April
1849 in Debreczin mit Kossuth und
Gorovä mit der Abfassung des unga-
rischen Una bhan gigkei t s . Mani-
festes betraut wurde. Levitschnigg
berichtet über den Ausgangs dieser That
in folgender Weise: ,Der arme Dupe
seines eigenen Glaubensbekenntnisses
ahnte damals nicht, daß daS Honorar
für diese Schrift aus Hanf geflochten
sein werde. Er ging am 24. October
mit Perönyi Md. XXI, S. 473) und
Czernyus ^Bd. I I I , S. 38) zum Hoch.
gerichte". Eigenthümlich, aber treffend
charakterisirt ihn Levitschnigg, wenn
er schreibt: „Emerich Szacsvay
zahlte zu den entschlossenen Revolutions«
mannern, die so entschieden wie die
schottischen „Kinder des Nebels" den
Tod am Galgen dem rühmlichen Ende
auf dem Felde der Ehre gleichstellen. Er
gehörte in die Kategorie politischer
Aloen, die freilich einmal in die Blüte
kommen, aber diese Stunde prächtigen
Lebens mit ihrem Leben bezahlen. Er
rief, wie Brissat in „I^o t^trioto"
schrie: »plus äs rois, so^ons röpubli-
" und an dieser Phrase starb er".
älli, d. i, Siebenbürgens Adelsfamilien
lKlausenburst <8«4. Barrlln u. Stein, gr. 8<>.)
S. 227. — ^a^z, </vä«>, Hlaß^a.l'orgsils
d!äkk»l, d. i. Die Familien Ungarns mit
Wappen und Stammtafeln (Pesth i80U
Moriz Mth. «<>.) Pb. X, S. 449 «. f. —
I e v i t s ch n i g a (Heinrich Ritter von),
Kossuth und seine Bannerschaft. Silhouetten
aus dem Nachmärz in Ungarn (Pesth l830,
Heckenast, 8".) Bd. I I , S. 229.
Szadbej, Gregor Ignaz (Rechts-
gele hrter und Schriftsteller, geb.
zu Ty « mienicz in Galizien am
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Susil-Szeder, Volume 41
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Susil-Szeder
- Volume
- 41
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1880
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 340
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon