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Stephan 289 S)6chenyi, Stephan
begegnen sei. rÀth er die Verbreitung deS
Vereinsgeistes, dieses von der vormÀrz-
lichen Regierung mit ahnungsvollem
Grauen verabscheuten Genius der mo.
dernen menschlichen Gesellschaft', weist
hin auf die Ausbreitung des politischen
Rechtskreises der ungarischen Sprache,
auf jene centralisirende Richtung, welche,
beginnend mit den Communications»
linien, alle bedeutenden FĂ€den deS mate.
liellen Fortschrittes in Pesth.Ofen, als
dem Herzen des Landes, vereinigen und
von da systematisch ausbreiten sollte.
Wenn er im âHitsI" eimiĂ, baute er im
auf. Wie schon bemerkt, bedeutet
auf deutsch Licht, ein Kritiker
aber sagt: âVilĂ€F ist nicht blos Licht.
eS ist ein Leuchtthurm, der seine trö«
ftenden Strahlen weit hinaus sendet in
die stĂŒrmische Gewitternacht, unter deren
Schrecken die sich aufthĂŒrmenden Wogen
das Schiff zu verschlingen drohen, das
nun dem Hoffnung strahlenden Sterne
des LeuchthurmeS folgend, sich den Weg
in den schĂŒtzenden Hafen bahnt". " Im
nÀmlichen Jahre weckte Sz. durch seine
Schrift ĂŒber das ungarische Schauspiel
den Gedanken an eine nationale BĂŒhne.
Ueberblicken wir nun nach dieser ge»
drÀngten Darstellung seiner ersten schrift«
stellerischen ThÀtigkeit die Ergebnisse seines
weiteren Schaffens und Wirkens. Um
den Adel, der doch, wie die VerhÀltnisse
damals in Ungarn lagen, den Brennpunkt
des politischen LebenS bildete, nun zunÀchst
in sein Interesse zu ziehen, war er darauf
bedacht, denselben auch im tÀglichen
Leben in einem Centralpunkte zu ver<
einen, und so grĂŒndete er nach dem
Muster der Londoner Clubs in Pesth
das National.Casino, welches kaum ent«
standen, die Errichtung Àhnlicher Insti-
tute in ganz Ungarn und SiebenbĂŒrgen
zur Folge hatte, so in Debreczin, Ka- schau. Klausenburg. MiSkolcz, Raab,
Szegedin, TemesvÀr u. a. O. Durch
seine Schrift ĂŒber die Pferdezucht weckte
er den Gedanken, einen Verein zur
Beförderung derselben zu grĂŒnden,
der auch alsbald mit seinem Gefolge
von Pferderennen, PrÀmienvertheilungen
u. dgl. m. ins Leben trat. Ein anderes,
nicht minder wichtiges Moment, auf das
Sz 6 chenyi, der Erste, sein Augen»
merk richtete, war die Seidenzucht,
welcher eine Menge industrieller und
commerziellerUnternehmungen, Fabriken,
Institute, Banken. Werkstatten u. s. w.
folgte, durch welche nicht nur der indu»
strielle Geist in Ungarn erwachte, sondern
ein ungleich wichtigeres Resultat, die An«
nĂ€herung des kleinen BĂŒrgerthumS an
den Adel, welche zwei Factoren sich bis
dahin ziemlich fern gestanden, erzielt
wurde. Nun aber lag ihm zunÀchst eine
den VerhÀltnissen der Gegenwart entspre»
chende Gestaltung der zwei Landeshaupt,
stÀdte Pesth und Ofen am Herzen.
Ersteres bot zu Szöchenyi's Zeiten
den Eindruck eines unbedeutenden Ortes,
unscheinbar in seinen gewöhnlichen Ge«
bÀuden, in seinem Umfang kaum eine der
kleineren VorstÀdte Wiens erreichend.
Heute ist es eine Stadt der PalÀste, die
sich mit den schönsten Residenzen Deutsch,
lands messen kann. Hatte der GrĂŒnder
der Akademie im Jahre 1830 gleichsam
als einen FĂŒhler seine Schrift ĂŒber daS
ungarische Theater vorausgeschickl, so rief
er 1832 als zweites mÀchtiges För-
derungSmitlel der ungarischen Sprache
das Nationaltheater inS Leben, dem sich
als ergÀnzender Bestandtheil das Musik«
conservatorium anschloĂ. 1833 regte er
die Idee einer groĂartigen KettenbrĂŒcke
zwischen Pesth und Ofen an. Zu diesem
Zwecke reiste er wieder nach England,
holte dort technische Anschauungen, legte
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Susil-Szeder, Volume 41
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Susil-Szeder
- Volume
- 41
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der UniversitÀts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1880
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 340
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon