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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Toffoli-Traubenburg, Volume 46
Page - 173 -
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Page - 173 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Toffoli-Traubenburg, Volume 46

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,, Ferdinand III. Ios. Ioh. 173 Toscana, Ferdinand III. Ios. Ioh. allgemein geachteten Männern zu rügend- haftem Lebenswandel erzogen und in den Wissenschaften unterrichtet, durch das väterliche Beispiel in der weisen Regie« rungskunst herangebildet worden war. Den gehegten Erwartungen entsprach Großherzog Ferdinand III. in vollem Maße/ und seine Regierung würde dem Lande langes ununterbrochenes Glück be« schieden haben, wenn der Sturm der fraw zösischen Revolution ToScana nicht die Ruhe geraubt hätte, welcher es sich durch mehr als sechzig Jahre unter den Hab s- burg-Lothringern erfreute. Die von seinem Vater zurückgelassenen Minister bestätigte er in ihren Aemtern und gesellte ihnen spater Fossombroni und Frul« lani bei. Als treuer und erleuchteter Rathgeber blieb ihm sein ehemaliger Er» zieherMarquisManfredini ^Bd.XVI, S. 371^ zur Seite; oftmals nahm der Großherzog die Dienste des ausgezeichne» ten Juristen Lampredi, seines früheren Lehrers, in Anspruch und trug ihm die Verfassung eines bürgerlichen Gesetzbuches auf, welche Arbeit durch die politischen Wirren unterbrochen wurde. Dann trach« tete er, verschiedene ökonomische, gericht« liche und politische Bestimmungen des Vaters auszuführen, indem er ste zugleich den sehr schwierigen Verhältnissen der stürmischen Neuzeit anzupassen suchte. So that er dies mit dem neuen Zollgesetze vom Jahre 179 l, welches eine einzige Abgabe und einen allgemeinen Tarif be- zweckte. Obwohl er fest gesonnen war, das Princip des Freihandels aufrechtzuerhal« ten, bewog ihn doch eine außerordentliche Hungersnoth im Jahre 1792 vorüber» gehend die Getreideausfuhr zu verbieten und das Proviantamt sMLxio ä^U'^u.- nana) wieder einzuführen. Damit kam er auch den Forderungen noch immer herrschender Vorurtheile entgegen, die durch Diejenigen genährt wurden, welche die Gemüther zum Aufstande treiben wollten. Ebenso trachtete Ferd i» nand III. mit dem Gesetze vom 30. August 179» den Anforderungen der Zeit zu genügen, indem er in einigen Punkten von den im Strafgesetzbuche vom Jahre 1780 aufgestellten Grund- sätzen abwich. In der Einleitung jenes Gesetzes hieß es: „Von einer traurigen und schmerzlichen Erfahrung belehrt, daß eine dem sanften Charakter der Tosca- nischen Nation entsprechende mildere Praxis im Gerichtsverfahren und in den Strafurtheilen aus den benachbarten Landern verruchte Individuen herein- locken könnte zum großen Schaden der Ruhe und der Sicherheit des Staates und der Unterthanen, ward (der Großherzog) gezwungen, eine größere Strenge bei den Gerichten und schwerere Strafen anzu- ordnen, um die Uebelgesinnten und ins- besondere Diejenigen, welche die öffmt« liche Ordnung zu stören suchten, abzu- schrecken". Mit weiser Abschwächung einiger Leopoldinischer Bestimmungen in Dingen kirchlicher Polizei, und ohne rück- schrittlichen Neigungen zu huldigen, ge- lang es Ferdinand, die Bewegung im Volke zum Stillstande zu bringen. Und Forti bemerkte richtig, als er meinte: Mit der Milderung einiger Maßregeln, die in Toscana keinen Beifall gefunden hatten, erwarb sich Ferdinand mit der Treue auch die Liebe seiner Völker". Mit den gesetzgeberischen Maßnahmen hielten großartige öffentliche Arbeiten und Insti« tutionen zur Förderung der Künste und Wissenschaften gleichen Schritt. Um 3i- vorno mit Trinkwasser zu versehen, gebot er, nach dem Plane des Ingenieurs Sal- vetta die Wasserleitung von Colognola in Angriff zu nehmen. In Florenz ließ er ein Gebäude zur Fabrik der
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Toffoli-Traubenburg, Volume 46
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Toffoli-Traubenburg
Volume
46
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1882
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
330
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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