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Vantini 26! Vantini
schrieb, als auch praktisch, da er sich an
der Ausführung verschiedener Bauwerke
betheiligte, ununterbrochen thätig. 1819
zum Professor der Zeichenkunst und Archi-
tectur am Lyceum zu Brescia ernannt,
wirkte er viele Jahre in dieser Stellung.
Seine größte Schöpfung, durch die er sich
ein bleibendes Andenken schuf, und welche
als das Werk seines ganzen Lebens anzu-
sehen, ist der Campo Santo von Brescia,
wohl einer der schönsten Italiens. i8t6
begann der Bau nach Vantini 's Zeich<
nungen, die derselbe '1821 dem ^teueo
von Brescia schenkte, welches Institut
wieder seinerseits dem Künstler den ersten
Preis für diese herrliche Arbeit zuerkannte.
Wesentlichen Antheil hatte V a n t i n i
auch an den späteren Erweiterungen des
Campo Santo, als sich
deren Nothwendig-
keit herausstellte, sowie an vielen anderen
Bauwerken seiner Zeit, in Brescia, in
Trient, Mantua, Bergamo und vielen
Orten der Prooin; Verona, und an den
Uferbauten des Lario. Als Bauleiter der
neuen Kathedrale in Brescia führte er
die großartige Kuppel, welche durch Kühn«
heit der Wölbung hervorsticht, aus. Die
Regierung berief ihn auch nach Mailand,
wo e>! den Bau der ?orw orient^ls
mit solcher Geschicklichkeil vollendete, daß
im Jahre 1827 ihm zu Ehren eine Denk-
münze geprägt wurde, welche die Faxade
dieser I>oi-tH vorstellt. Von der Mailander
Akademie der Künste erhielten aber seine
Plane den ersten Preis. Indeß auch nach
anderer Seite noch erwarb er sich ein
Anrecht auf bleibende Erinnerung. Schon
zu Anfang der Dreißiger-Jahre eröffnete
er ganz auf seine Kosten eine unentgelt'
liche Zeichenschule, welche er selbst leitete,
und eine zweite später zu Rezzato in der
Nähe der berühmten Marmorbrüche von
Brescia, und letzterem Institute verschrieb
er noch in seinem Testamente das ansehn- liche Legat von 10.000 lirs
An dem Werke: „ I ! ^lusso dr68oia.no
iiiustrato^ wesentlich betheiligt, verfaßte
er, als der berühmte Archäolog Raoul
Rochette seine Kritik über dasselbe ver-
öffentlichte, die „Hi^ssia a//s osss?--
solcher Sachkenntniß, daß ihm das ^teuec»
von Brescia dafür einen Preis zuerkannte.
In seinen letzten Lebensjahren unternahm
er große Reisen, auf welchen er sein eigenes
Vaterland, dann Frankreich, die Rhein»
gegenden und zuletzt England besuchte
und viele Künstler und Gelehrte kennen
lernte, mit deren, mehreren er sich aucb
befreundete. Die Akademien der schönen
Künste in Mailand, Venedig, Neapel,
Bologna, sowie das königliche Institut
der Architekten Großbritanniens in Lon-
don, schickten ihm ihre Diplome zu, auch
war er Ehren-Vicepräfident der allge-
meinen Gesellschaft für Beförderung der
Künste und Industrien in London. Als
er seine Pläne des Campo Santo von
Brescia dem ^wueo dieser Stadt zum
Geschenke machte, feierte der bekannte
Poet Cesare Arici j M . I,, S. 6 ^ die-
selben in einem schwungvollen Gedickte.
An Vantini 's Katafalk in der Kirche
des Campo Santo — die, nebenbei ge-
sagt, auch ein Werk unseres Architekten
ist — hielt Pietro Zambell i eine be-
geisterte Gedächtnißrede, und der Bild-
hauer Selleroni wurde mit der Aus-
führung eines Monumentes für den ver-
ewigten Künstler betraut.
1836, Nr. 301, im ^pFeüäiee: ^oäollo
— Tchmidl (Adolph vi-.). Qesterreichische
Plätter für Literatur und Kunst (Wien. 4".)
1844, IV. Quartal, S. 448. im Artikel:
„Bildende Kunst in Brescia". — Kunst--
Blatc (Stuttgart. Cotia. 4°.) 1831, Nr. 49.
S. 196, im Artikel: „Kunstausstellung in Mai«
land 1830".
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Ullik-Vassimon, Volume 49
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Ullik-Vassimon
- Volume
- 49
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1883
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 348
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon