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Meißenwolf (Genealogie) Meißenwolf, Andreas
finden wir einen Sprossen dieses Hauses, den
Obersten Anton WeißenWolf. welcher
den Sien bei Aspern mit seinem Leben de»
zahlte. Aber die Ahnenrcihe des Geschlechtes
zeigt eine ganz stattliche Zahl von Kämpfern,
wir nennen nur Christoph, Johann,
Wölf ing und den Maria Theresirn-Nitter
Grafen Nicolaus, der entscheidend in der
Völkerschlacht von Leipzig eingriff und in
Anerkennung dieser That aucl, das höchste
Ehrenzeichen der Tapferkeit erlangte, dessen
ein österreichischer Krieger habhaft werden
kann. — Im Dienste des Staates und
unter den Räthen der Krone finden wir
wiederholt die Träger dieses Geschlechtes. Dn
sind vor Allen die beiden David, deren einer
als Botschafter bei der Pforte dem moöle'
mitischen Uebermuthe zu einer Zeit entgegen-
trat, als noch ganz Europa vor diesen Gc«
bieiern unzähliger Noßschweife zitterte. Dann
ist Johann (I.) , Kammermeister des Kaisers
Friedrich I I I . . von diesem für seine Dienste^
mit Sonneck belehnt; Johann (III.),
Staatsmann und Kriegsheld zugleich, der,
als es den Glauben und seine Ueberzeugung
galt. alle Ehrenämter niederlegte und lieber,
ein nahezu bejahrter Mann, sein Vaterland
verließ, als sich dem Drucke zu fügen, den
religiöse Unduldsamkeit auf ihn auszuüben
versuchte; Helmhard Christoph, durch
i.'j Jahre Landeshauptmann von Oberöster»
reich, vom Kaiser mit dem goldenen Vließe
geschmückt, welches sein Vater David (II.),
doch dieser von Kar l I I . , König von Spa-
nien, damit ausgezeichnet, getragen hatte;
wieder ein Graf Johann, der unserer Zeit
angehört und als Vorsitzender im oberöster«
reichischen Herrenstande lange Jahre nach
allen Richtungen zum Wohle OWerüstrrreichs
wirkte und ein Forderer der Kunst, wie ein
Wohlthäter der Armen war; während mit
dem frühen Dahinscheiden seines Bruders
Guidobald, der als Kreiöhauvtmann von
Brück ein schönes Andenken hinterließ, der
Staat einen Edelmann und einen Staats«
beamten verlor, welcher in beiden Eigen«
schaften sich auszeichnete. — Was die Hei»
raten dieser Familie anbelangt, so beirateten
ebenso die Frauen in die, vornehmsten Fa»
milien aller Völkerstämme des Kaiserstaates,
als sich die Männer ihre Lebensgefährtinen
aus den ersten Geschlechtern desselben wählten.
Nur ein flüchtiger Blick auf die Stammtafel
zeigt uns unter anderen die ersten Namen
Oesterreichs, so: die Al thann, Breuner. Desfourö. Eszterhäzy. Gal ler , Har-
t ig, Jörg er. Kaunitz, Khev enhil ler.
Krasicki. Lamberg, Leiningen. Mon'
tecuculi, Morz in . Pl l l f fn, Porcia,
Sprinzen stein. Ttadnick i . Star«
hemberg. Thurn. Trautson, Ursini«
Nosenberg. — Was nun den gegen«
wärtigen Besitz des Hauses betrifft, so
erfahren wir solchen aus dem Titel, den der
jetzige Chef des Hauses. Graf Conrad,
führt, der sich Graf Ungnad von Weihen«
w o l f , Freiherr von S o n n e ü und
Ennseck, Besitzer der Fideicommißaüter
Steyregg, Spielberg. Luftenberg. Lustefelden
und Parz und Obersterblandhofmeister im
Erzherzogthum Oesterreich ob der Enns
schreibt. — In früherer Zeit besaß dieses Ge<
schlecht auch das Erbschenkenamt im Hoch»
stifte Passau,
I I . Desonders hervorragende Sprossen des
Vrnsengeschlcchtes Wcisienwolf. l. Andreas
Ungnad. ein Sohn Johanns (II.) aus
dessen Ehe mit Margarethe Lochner,
lebte im sechzehnten Jahrhundert. Damals
nannten sich die Sprossen dieses Geschlechtes
mit Vorliebe Ungnad und bedienten sich
des Namens Weißen wolf erst wieder mit
der Erhebung in den Reichsgrafenstand j540.
Als unter dein berühmten Salzburger. Erz«
dischof Matthäus Lang (I5l9—154«) im
Jahre 1325 der Bauernaufruhr im Salz»
burgischen ausbrach und eine ungeahnte 3lus«
dehnung nahm. sah sich dieser Kirchenfürst
genöthigt, zur Niederwerfung der Redellion
Hilfe von Außen zu suchen, und thatsächlich
stellte der schwäbische Bund eine solche bei,
die Herzoge Wilhelm und Ludwig von
Bayern schickten einiges Kriegsuolk und der
Pfleger von Radstadt. Christoph Graf, unter«
handelte mit den Kärnthnern und Steircrn,
worauf Franz von Tb anHausen mit erz«
herzoglich österreichischen Hilfstrupvven über
Tamsweg und Mosheim bis Mauterndorf
vordrang. Unter diesen Hilfätnippen führte
ein Fähnlein Andreas Ungnad. welches
beim Vorrücken auf den Tauern die Porhut
bildete. Aber kaum waren Thanhausen uud
Andreas Ungnad bis zum Tauern vor-
gedrungen, als die Bauernrebellen, die sich
hinter Verhauen und Schlupfwinkeln oer«
borgen gehalten hatten, aus ihren Hinter-
halten hervorsprangen und die Truppen über«
sielen. Viele Officiere wurden getodtet. ein
großer Theil der Leute fiel in Gefangenschaft,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Volume 54
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Weil-Weninger
- Volume
- 54
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1886
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 346
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon