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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Volume 54
Page - 183 -
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Page - 183 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Volume 54

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Meifzenwolf) Johann Meißenwolf, Johann-. obersten Feldhauptmann der fünf niederöster» reichischen, windischen und croatischen Lande bestellt, und im Feldzuge 1342 gegen die Türken befehligte er einen Trupp oon tausend Reitern. Zu seiner Zeit drang auch die pro« testaniischc Lehre in die österreichischen Lande und fand an ihm wie an vielen Adeligen einen einflußreichen Bekenner. Als der Wider« stand und die Verfolgungen der Regierung gegen den neuen Glauben immer mehr zu< nahmen, legte Johann alle seine Ehren- ämter nieder und verließ 1534 sein Vater- land und wanderte aus. Später wählte er Württemberg zu bleibendem Aufenthalt. Da« selbst beginnt nun jene Wirksamkeit des Frei» kerrn. die seinem Namen ein bleibendes An« denken in der Culturgeschichte sichert. Vom Herzog uon Württemberg erhielt er dcis Städtchen Urach zum Aufenthalte und zur Wohnung den Münchhof, das ehemalige Stift St. Amandi. angewiesen. Da ihm die Ein- künfte von seinen Besilzungen in Oesterreich belassen worden waren, so lebte ei sehr glätt« zend, hatte einen Secretär. einen Stallmeister und sogar einen kleinen Hof. In Urach war es nun, wo er ansehnliche Summen für den Druck slovenischer Bücher verwendete. Es wurde eine Art slavischer Oibelgeselllchafc in Württemberg unterhalten, zu welcher Fürsten, Adelige und protestantische Städte Deutsch- lanoö mehr oder minder ansehnliche Summen beisteuerten. Da lmat in , Trüber uno Ste- phan Konsul aus Pinguente in Istrien mit Nngnad an der Spitze waren die Haupt» förderer des Un-ternehmcn?'. dem sogar Kaiser M a r i m i l i a n I I . eine Summe von 400 fl. spendete. Diese Bibelgesellschaft druckte A'M> Büchlein, Katechismen. Postillen. Predigten. Apologien, geistliche 3ieo?r und Bibeln augs« oucgischer Confesston beider Testamente und Anderes. Dr. V. F, Klun in seineu „Bei- trägen zur slovenischen Literaturgeschichte", welche im Graher „Aufmerksamen". 183<',, Nr. 23 und 26 abgedruckt sind. gibt eine höchsiiuteressance und ausführliche Darstellung der Thätigkeit Ungnad's und dessen Gc« nossen. Im Jahre 1504 besuchte Nngnad seine Schwester E l i s a b e t h verwitwete Gräsin Schl ik zu Winterih in Böhmen. Die durch den Tod Kaiser Ferdinands I. und den Regierungsantritt M a r i m i« l i ans I I . geweckten Hoffnungen auf eine Verbesserung der Lage der Protestanten' in Oesterreich mögen wohl auch zu dieser Reise das Ihrige beigetragen haben. Die Ankunft Mar imi ians I I . in Prag stand bevor, und Johann dachte daselbst dem Kaiser feine Aufwartung zu machen, doch um Weihnachten befiel ihn ein Katarrh, dem er in wenigen Tagen erlag. Noch auf seinem Todtmbettr empfahl er seiner (vemalin die Druckerei der slavischen Bücher, „dcim. sagte er. es sei sein Schah!" Die Leiche wurde nach Tübingen gebracht und auf des Herzogs Befehl an der Seite des Herzog»? Ulrich in der Stiftkirche beigesetzt. Johann Ungnad hatte sich zwei< mal vermalt, zuerst mit Anna Gräfin Thurn, die ihm zwanzig Söhne und vier Töchter gebar, und zum zweiten Male am l. Juli 1333 mit Mligdillwa Grafin Varl'li, welche ikin zwei Südlie schenkte und bald nach seinem Tode. auf der Reise, im Aller von .!1 Jahren am <6. November l3<»3 zu Wien das Zeitliche segnete. Ungeachtet so zahlreicher Nachkommenschaft erlosch doch diese Linie bald, und war es seinem Bruder Andreas vorbehalten, das Geschlecht fortzupflanzen. Von Johanns Kindern starben die aus zweiter Ehe beide unverehelicht. Von den Sprossen aus erster Ehe war Ludwig kaiserlicher Oberst und Hofmarschall. Chri« stop h ebenfalls Oberst und Commandant zu Erlau in Ungarn, und über Simon wird unter Nr. itt berichtet. ^Dresser (M.). Un^nadiscke Ührouika (Leipzig ilil)2, 4".) S. 123. — Schnurr er (Chr. Fr ). Sla» vischer Bücherdruck in Württemberg im sech' zehnten Jahrhundert (Tübingen j7!w. Cotta, nr. «".). — Dobrowskv (Ios.). 8ikvw. Beiträge zur Kenntniß der alten und neuen slavischen Literatur, der Sprachkunde nach allen Mundarten, der Geschichte und der Alterthümer (Prag 1808. 8°.) S. lii3 u. f. — Valvas 0 r. Ehre des Herzogthums Krain, Bd. i l , 2. 846 und 4<it.) — t4. Johann. Eines Grafen Weißenwolf dieses Tauf» namens denkt Graf Thürheim in seinen unten bezeichneten „Denkblättern", nach denen derselbe im Jahre 48tö Major im damaligen ^eldluarschall.Lieutenant uon Iordis-Infan- terie'Negimente Nr. 39 war. Dieses focht !8lA vereint mit der bayrischen Armee unter Commando des Generals Fürsten Wrede mit großem Nuhme bei der Ginnahme von Würz bürg (23. Ocwder) und in der Schlacht bei Hanau (^0. und 3l. Octobcr), wo sich das erste, Bataillon unter Weißenwols'5 Führung bei der Erstürmung der KuHlg» brücke besonders auszeichnete. Vü könnte immerhin sein, daß dieser Oraf Johann
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Weil-Weninger, Volume 54
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Weil-Weninger
Volume
54
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1886
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
346
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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