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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Volume 54
Page - 217 -
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Page - 217 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Volume 54

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Melden, Fnm'z Ludwig 2N Melden^ Fmnz Ludwig digen wußte, sĂ€umte nicht) seine dies- fĂ€lligen AntrĂ€ge nach OlmĂŒtz zu senden. Mit kaiserlichem Handschreiben vom 3. November 1848 empfing Welden ,bei dem fĂŒr Wien ausgesprochenen Be- ' lagerungszustand" den ah. Auftrag zur Leitung aller fĂŒr die Stadt und Umge- bung erforderlichen Maßregeln mit dem Titel eines Gouverneurs. Am (j. machte eine Kundmachung des Kriegsministe» riams der Wiener Bevölkerung diese Er- nennung bekannt, am 11. November betrat Welden den Schauplatz seiner neuen ThĂ€tigkeit und quartierte sich in der kaiserlichen .Burg im Tracte des Amalienhofes ein. Ueber sein Verhalten in dieser Stellung hieß es nach seinem Tode in einem Wiener Blatte: „General Welden ist uns Allen in einer unheil« vollen Zeit so nahe gestanden, daß es kaum bis zu der untersten Volksclasse herab Jemanden gibt, dem es nicht klar wĂ€re, wie sich bei Welden eine seltene mit Selbstaufopferung gepaarte Ge- wissenhaftigkeit bei ErfĂŒllung der ĂŒber- nommenen Pflicbten mit dem innigen Wunsche verband, der Stadt Wien und ihrem Vorkehr alle nur möglichen Erleich- terungen zuzugestehen, aber gegen das Gemeinsckadliche war er unermĂŒdet und unermĂŒdlich". Nur wenige Monate blieb Welden in dieser schwierigen Stellung, er wurde am 12. April 1849 zur Ueber» nĂ€hme einer noch schwierigeren, nĂ€mlich des Obercommandos in Ungarn, nach Feldmarschall Windisch - GrĂ€tz be- rufen, nachdem er einen Monat zuvor, am 13. MĂ€rz, zum General'.Feldzeug. meister ernannt worden war. Sechs Wochen, in einer traurigen Zeit, fĂŒhrte Welden das Commando in Ungarn. Aber seine ThĂ€tigkeit fiel unĂŒberwind- lichen Hindernissen zum Opfer. Ofen konnte er nicht mehr retten. War schon der Schritt, Rußlands Hilfe zu suchen, ein unverzeihlicher politischer Fehler, so machte sich dieser nur um so fĂŒhlbarer, als die Ruffen, statt, wenn sie schon als Hilfstruppen einrĂŒcken sollten, sofort und von verschiedenen Seiten zugleich einzu° marschiren, ohne Ursache immer und immer zögerten und so mittelbar den Fall Ofens und den RĂŒckzug der Armee verschuldeten. Wir gehen ĂŒber die Un- geheuerlichkeiten, welche Schlesinger in seinem Buche „Aus Ungarn" dem Feldzeugmeister andichtet, hinweg, und auf des Letzteren Werk „Episoden" ver» weisend, worin er auch diese Zeit sein.es Obercommandos darstellt, bemerken wir nur, daß Welden am 1. Juni 1849 geistig und körperlich zerrĂŒttet und tief gebeugt durch die Niederlage der Armee und die Mißerfolge seines Wirkens ĂŒber- haupt, sein Obercommando niederlegte. Gr ging nun, um zunĂ€chst Erholung und KrĂ€ftigung fĂŒr seine durch die dreizehn« monatlichen Strapazen zerrĂŒttete Ge- sundheit zu suchen, zunĂ€chst nach Gratz, welche Stadt ihm noch aus der Zeit, als er daselbst DivisionĂ€r gewesen, beson- ders lieb war. Anfangs August aber kehrte er auf seinen Posten als Gouver- neur von Wien, den er sich vorbehalten, zurĂŒck^ doch es war nicht mehr der eiserne, dem Geschicke trotzende General, sein Diensteifer hatte ihm die KrĂ€fte untergraben, und so mußte er im Juni 1855! um Versetzung in den bleiben» den Ruhestand ansuchen, welche ihm denn auch, der nun ein halbes Jahr« hundert dem Staate und der Armee ruhmvoll gedient, gewĂ€hrt wurde. Wir verweilten bisher nur bei dem dienst- lichen Leben Welden's, aber sein Leben bietet noch eine andere, uns viel mehr sympathische Seite in einer Nei- gung, welche man sonst bei einem MilitĂ€r
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Weil-Weninger, Volume 54
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Weil-Weninger
Volume
54
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der UniversitÀts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1886
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
346
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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