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294 Zubrzycki
in Verbindung, und von dieser Zeit an
wurden seine geschichtlichen Arbeiten und
Urkunden von der archäologischen Com-
mijsion in Petersburg in den Acten des
östlichen Rußlands und in den Denk»
schriften in Kiew abgedruckt und auch
in das oberwähnte Tagblatt des Mini«
steriums für Volksaufklarung 4839
bis 1841 aufgenommen; — „
HiHN7-o l^Fl'2'", d. i. Die Chronik des
Stauropigiums, aus dem Polnischen über
setzt in den Lesestücken der historischen
und Alterthumsgesellschaft in Moskau in
den Jahren 1847 und 1843 von Bo
l) i ans ki; — „
", d. i. Histo
risch-kritische Nachricht von der alten Ge
schichte Roth'Rußlands bis zum Ende des
13. Jahrhunderts (ebd.); — „^oesa
Anee", d, i. Anbeginn der Union; im
Jahre 1342 übertrug der Lemberger
Magistrat Zubrzycki die Ordnung des
alten Stadtarchivs, die daselbst 1843
und 1844 aufgefundenen Quellen gab
er in polnischer Sprache heraus; —
^^?-o?2lAa?nzHH?a.^eott«?a", d.i. Chronik
der Stadt Lemberg, eine wahre Fund»
grübe wichtiger Vorgänge zur Geschichte
Galiziens; — „Von der jüdischen Be-
völkerung in Polen", m Jordan 's
„Jahrbüchern für slavische Literatur"
(1843); — „Von der Veränderung des
Volksthums" (ebd. 1847), wurde ins
Polnische und Russische übersetzt. An
den Ereignissen in Lemberg im Jahre
1848 hatte Zubrzycki keinen unmittel.
baren Antheil, er gehörte aber zu der
damals errichteten Fl6-yvna. ruLinLkZ.
raäg. (großer russischer Nationalrath) und
gab in deutscher Sprache die politische
Flugschrift: „Die ruthenische Frage in Gllli-
sien Ulln einem Knssinen" (Lemberg 1848,
80.) heraus. Als dann das Project, Ga« lizien nach den zwei Nationalitäten zu
theilen, zur Sprache kam, beleuchtete er
diese Frage in der Schrift: „6>«^z'c6
i/H!«'", d. i. Grenzen zwischen dem polni»
schen und russmischen Volke in Galizien
(Lemberg 1848), welche auch in deutscher
Sprache erschien. Darauf übernahm er
die Redaction der russimschen Zeitschrift
»20ra Ug.I.i.ok2.") d. i. Galizische Morgen-
rothe, die aber in kurzer Zeit einging,
worauf er seine politischen und histori»
schen Artikel für die damals von Gusza-
lew icz herausgegebene „?5<32oiH
ruZka", d. i. Rusfinische Biene, schrieb.
Sein Einfluß aber auf das russinische
Schriftthum und die durch ihn auf-
geworfene russinische Nationalitatenfrage
war durchaus kein geringer, umsomehr
als er 1849 russisch zu lernen begann,
sich mit- dem bekannten russischen Histo»
riker Michael Pogodin befreundete und
unter dessen Anleitung als der erste Ga»
lizianer russisch zu schreiben ansing. Als
73jähriger Greis machte er sich daran,
die Geschichte der galizischen Russinen
in dieser Sprache zu schreiben; das
Stauropignianische Institut übernahm
den Verlag dieses Werkes und gab es
unter dem Titel: „H'io?-la <i?-6nnz'<H/to
Ha/l'<Ho-7-«6AaHo Hnt'a.sssina", 3 Theile
(Lemberg 1832—1854) heraus; das-
selbe führt die Geschichte der Russinen bis
zum Jahre 1337 fort. Da aber diese
Arbeit weder in Galizien noch in Ruß»
land entsprechenden Absatz fand und das
Institut dadurch große Einbuße erlitt,
wurde das vierte Heft, welches die Zeit
von 1337—1387 enthält, nur noch m
200 Exemplaren gedruckt und die Fort«
setzung ganz eingestellt. Seine letzte
Schrift führt den Titel: „
/. ?. ei." (Lemberg 1833, 8".).
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Zichy-Zyka, Volume 60
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Zichy-Zyka
- Volume
- 60
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1891
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 430
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon