Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographien
Erica Tietze-Conrat - Tagebücher, Band II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
Seite - 183 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 183 - in Erica Tietze-Conrat - Tagebücher, Band II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)

Bild der Seite - 183 -

Bild der Seite - 183 - in Erica Tietze-Conrat - Tagebücher, Band II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)

Text der Seite - 183 -

183 Tagebuch 1938/1 Nach zu kurzer Nacht brachen wir heute früh zu Michelson in d. Atelierhaus d. Rue Washington auf. Seine Bilder sind unerfreulich, d. Tizian aber ein sehr packen- des Bild, das d. Nachteile, die d. Photogr[aphie] anzudeuten schien, nicht besitzt. Es ist viel farbiger u. reicher, wirkt darum auch nicht so früh wie auf d. Photo. Es ist ein so exzeptionelles Werk, so ganz anders als alles sonst, wirklich so, daß man sagen müßte „wenn nicht Tizian so Raffael“. Wir lunchten chez Fouquet phantas- tisch gut als seine Gäste u. stürzten dann heim, wo wir sehr bald darauf d. Besuch d. Advokaten Bataille aus Lille emp- fingen, der uns das Dürerverdächtige Bild d. Dornen-gekrönten zwischen d. 3 Schergen mitbrachte. Das Wappen auf d. Rückseite war inzwischen mit dem d. Mat th[äus] Lang identifiz[iert] worden, was bekanntl[ich] auch mit d. Wappen d. Spengler übereinstim[mend] ist). Dü- rer ist es nicht, aber ein sehr malerischer Künstler den Hans immer noch am liebsten mit einem späteren Wolf Hu- ber gleichsetzen möchte. Wir erbaten uns, als Revanche f. gehabte u. künftige Mühen, die voriges Jahr in Lille verpatz- ten Photos machen zu lassen u. gingen zu Rouchès, um Arbeitszeit etc. zu be- sprechen. Schließlich sind in d. G[alerie] d[es] B[eaux-] A[rts] wo wir unser Ma- nuskript bei Mlle Rubinstein ergänzten u. uns d. Besprechung A. L. Mayers d. Tizian ausbaten. Die scheint zum Appetit verderben f. einige Mahlzeiten ausreichend. Zuhause fand ich einen Riesenrosenbuschen von M. Bataille vor, den ich abends zu Mimi Floch bringen will.8 25. [Jänner] 7h abends. Wir warten auf Edel u. Filippa. Der Abend bei Floch  – ohne Kind  – wie jeder abend bei ihm. Er ist vielleicht ein wenig weniger zerworfen mit sich u. d. Welt, obwohl die Niederlegung d. „Präsidentschaft“ (am 1. I.) natürlich eine tief einschneidende Sa- che war, die diskutiert werden musste. Ein gewisser Goebel hat den noch gewisseren Kleophas Bogailei als Nazi denunziert, um Unfrieden zu stiften. Bogailei hat eine Erklärung abgegeben, dass er keineswegs Nazi wäre  – sollte man da nicht jenen Goe- bel, den der neue Präsident (Archit[ekt] Bauer) zum Schriftführer genommen, zur Abb. 49 : Josef Floch, der Maler, und Ehefrau Mimi.
zurück zum  Buch Erica Tietze-Conrat - Tagebücher, Band II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)"
Erica Tietze-Conrat Tagebücher, Band II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
Entnommena aus FWF-E-Book-Library
Titel
Erica Tietze-Conrat
Untertitel
Tagebücher
Band
II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
Herausgeber
Alexandra Caruso
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-79545-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
346
Kategorie
Biographien
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Erica Tietze-Conrat