Seite - 323 - in ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
13 ÜberdasErwartetehinaus–derUmgangmit
Überlastfällen
StefanSchneiderbauer,MarkusAufleger, SönkeHartmann,
AndreasRimböckundHannahBerger*
Zusammenfassung
Viele Schadensereignisse inÖsterreichund demAlpenraum sind auf Extremereignisse
unddarausresultierendeÜberlastfällezurückzuführen.Fachleute fürNaturgefahrenund
derenRisikenimAlpenraumhabeneinähnlichesVerständnisdavon,wannEreignisseals
Überlastfälle angesehen werden sollten. Darüber hinaus existiert jedoch keine allge-
meingültigeDefinitiondesBegriffs »Überlastfall«.
Die imKontext vonExtremereignissen erarbeitetenSchutzziele undBemessungsgrößen
unterscheiden sich je nachGefahrenprozess aber auch je nachBetrachtungsebene (z.B.
gesamtes Flusseinzugsgebiet versus einzelne Schutzbauwerke).Unabhängig vonderArt
desSchutzziels istdieFestlegungbestimmterSchutzzielgrößenaustechnischerSichteine
Herausforderung und immer mit gewissen Unsicherheiten verbunden. Jüngere Ent-
wicklungenverschärfendieDringlichkeit,Lösungsansätze fürÜberlastfällebeiextremen
Ereignissen zu entwickelnundumzusetzen.Dazu zählen zumeinen klimatischeVerän-
derungenundderenAuswirkungen auf die Intensität undHäufigkeit der unterschiedli-
chenGefahrenprozesse.ZumanderenträgtdiewachsendeKonzentrationvonWohnraum,
wirtschaftlichenAktivitätenund Infrastruktureinrichtungen in zentralenundhäufig ri-
sikoexponiertenRäumenzueinemAnstiegderSchadensanfälligkeitbei.
Da der Umgang mitÜberlastfällen eng mit der Definition von Schutzzielen und den
zugrundeliegendenBemessungskriterienverknüpft ist, sollte derenManagement immer
aucheinenDiskursbeinhaltenüberdiegesellschaftlicheAkzeptanzsolcherZieleunddie
verbleibenden Risiken sowie über eine gerechte Verteilung der Kosten, die mit einer
Risikoreduktionverbundensind.Handlungsempfehlungenbetreffenunter anderemden
weiteren Ausbau des integralen Risikomanagements, die Datenakquise mit modernen
Beobachtungsverfahren inhoher zeitlicher und räumlicherAuflösung, dieKombination
* StefanSchneiderbauer, EuracResearch, Institut fürErdbeobachtung&Universität derVer-
einten Nationen, Institut für Umwelt undmenschliche Sicherheit, GLOMOS Programm,
stefan.schneiderbauer@eurac.edu.
MarkusAufleger,Universität Innsbruck, Institut für Infrastruktur, Arbeitsbereich fürWas-
serbau,markus.aufleger@uibk.ac.at.
SönkeHartmann,StadtPlön,StabstelleKlimaschutz, Soenke.hartmann@ploen.de.
AndreasRimböck,WasserwirtschaftsamtDonauwörth,andreas.rimboeck@wwa-don.bayern.de
(ehem.Bayer.LandesamtfürUmwelt).
HannahBerger,BayerischesLandesamtfürUmwelt,Referat61:Hochwasserschutzundalpine
Naturgefahren,hafebe@gmx.de.
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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Buch ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich"
ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Titel
- ExtremA 2019
- Untertitel
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Autoren
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Herausgeber
- Katrin Sattler
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 778
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute