Seite - 327 - in ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
vom Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz
(STMUV) im Rahmen des Interreg Alpine Space Projekts »AlpGov« (Imple-
mentingAlpineGovernanceMechanismsof theEuropeanStrategy for theAl-
pine Region –Umsetzung von Steuerungsmechanismen imRahmen der EU-
Strategie fürdenAlpenraum).Die imRahmendieserStudie erstelltenBerichte
sindüberdie folgendeWebseitezugänglich:https://www.alpine-region.eu/resul
ts/beyond-expected-dealing-cases-overload-and-residual-risk-natural-hazards-
alpine-region (Schneiderbauer et al., 2018a,b).Die erzieltenStudienergebnisse
beruhenauf einer umfassendenLiteraturanalyse, derAuswertungeines Frage-
bogens für Experten imGebiet Risikomanagement undRisikoGovernance in
denAlpensowievertiefendenGesprächeninFormvonLeitfadeninterviewsmit
denwichtigsten InteressenträgernundFachleuten.
Naturgefahrenmanagement inderAlpenregion–gesternundheute
Die Bevölkerung imAlpenraum lebt seit jehermitNaturrisikenundhat Stra-
tegien entwickelt, um sich vor ihren Folgen zu schützen und Schäden zu ver-
meiden.GefährlicheProzessestellen insbesonderehydrogeologischeEreignisse
und gravitative Massenbewegungen wie Flusshochwasser, Wildbachgefahren,
Felsstürze,LawinenundRutschungendar.ZuEndedes19. Jahrhundertsbegann
die Entwicklung eines auf gesetzlichen Regelungen basierten Gefahrenmana-
gements, das sich vorwiegend auf bautechnischeMaßnahmen zurRisikomin-
derung stützte (Holub und Fuchs, 2009). Im Laufe der zweiten Hälfte des
20. Jahrhundertswurdendiese strukturellenSchutzbautendurch raumplaneri-
scheMaßnahmen ergänzt, umdieExpositionderBevölkerung gegenüberNa-
turgefahrenzuverringern. ImgleichenZeitraumwuchsdasSchadenspotential
imAlpenraumdurcheinezunehmendeKonzentrationvonRisikowertenaufden
begrenzten Flächen, die in der Region als Lebensraum zurVerfügung stehen.
Damiterhöhtensichauchstetigdie finanziellenRessourcen,die fürdenSchutz
dieserWerte und für die Erhaltung der errichteten Schutzbauten aufgebracht
werdenmussten.DerPreisfüreinensolchensichbeständigverteuerndenSchutz
warund istgesellschaftlichnichtmehr tragbarunderfordertedieEntwicklung
neuerStrategien imNaturgefahrenmanagement.
Als Folge daraus hat das Bestreben, Gefahrenmöglichst umfassend zu eli-
minieren,derPhilosophiePlatzgemacht, »mit gewissenRisikenzu leben«und
einbestimmtesMaßvonRestrisikozuakzeptieren(CamenzindundLoat,2014).
Vor diesemHintergrundwurde die reineGefahrenabwehr – in Bezug aufNa-
turereignisse–imLaufedes21. Jahrhundertalpenweitschrittweiseerweiterthin
zu einem integralenRisikomanagement (IRM)mit demZiel, Schäden anPer-
sonen und Sachwerten nachhaltig, zu angemessenenKosten undmit der Be-
teiligung aller Akteure zu minimieren (PLANAT, 2004; BMLFUW, 2015a).
Kernaufgaben des IRM bestehen darin, relevante Faktoren laufend zu beob-
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Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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Buch ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich"
ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Titel
- ExtremA 2019
- Untertitel
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Autoren
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Herausgeber
- Katrin Sattler
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 778
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute