Seite - 328 - in ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Bild der Seite - 328 -
Text der Seite - 328 -
© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
achten, bestehendeRisikenperiodisch zuerfassenunddiesehinsichtlich ihrer
Akzeptanz zu bewerten. DasKonzept des IRM folgt darüber hinaus einer dy-
namischen Vorgehensweise und sollte bei der Umsetzung auch jüngste Ent-
wicklungenbeiNaturgefahrenberücksichtigenwie sie z.B.durchÄnderungen
derklimatischenGegebenheiten inden letzten Jahrenentstandenseinkönnen.
ImKontext eines IRMwerdenAnsätze zumUmgangmitÜberlastfällen im
AlpenraumindemBewusstseinentwickelt,dasseseineabsoluteSicherheit vor
Naturgefahren nie geben wird und ein gewisses Restrisiko immer bestehen
bleibt (Rimböck et al., 2012). In Bezug aufÜberlastfälle bedeutet dies, dass
solcheFällewederausgeschlossennochvollständigkontrolliertwerdenkönnen
undman sich auf diese Ereignisse sowohl in technischer wie auch in gesell-
schaftlicherHinsicht sogutwiemöglichvorbereitenmuss.
13.2 Terminologie
Fachleute fürNaturgefahrenundderenRisiken imAlpenraumhaben ein ähn-
lichesVerständnis davon,wannEreignisse alsÜberlastfälle angesehenwerden
sollten.Darüberhinaus existiert jedochkeine allgemein gültigeDefinitiondes
Begriffs »Überlastfall«, die in allenAlpenländernund ihrenRegionenoder in
den verschiedenen Sprachen akzeptiert wäre und verwendet würde (Schneid-
erbaueret al., 2018b).
ImGroßen undGanzen besteht bei Fachleuten aus denAlpen einKonsens
darin,dassÜberlastfälleEreignissedarstellen,dieaufgrund ihrer Intensitätdie
Leistungsfähigkeit bestehender Schutzsysteme (Schutzfunktion) bzw. die Be-
messungsgrenzen von Schutzbauwerken überschreiten und somit zu Schäden
undVerlusten führen können. Bei technischen Schutzmaßnahmenwird auch
häufig von Ereignissen gesprochen, die dasDimensionierungsszenario (bzgl.
Standsicherheit)übertreffen.ZusätzlichwerdenÜberlastfälle generell auchals
Ereignissemit geringerEintrittswahrscheinlichkeit charakterisiert, die gleich-
zeitig ein hohes Potenzial aufweisen, negative Auswirkungen zu verursachen.
In mehreren Publikationen, technischen Dokumenten oder Richtlinien
– insbesondere im deutschsprachigen Alpenraum – wird das Ereignis eines
Überlastfalls genauer spezifiziert. Diese Erläuterungen beziehen sich in den
meisten Fällen allerdings ausschließlich auf Hochwasser- bzw.Überflutungs-
gefahren. Von den österreichischen Fachleutenwurde in der oben erwähnten
Studie zuRisiko-Governance imUmgangmitÜberlastfällenalsQuelle für eine
solche bestehende Spezifizierung die technischenRichtlinien der Bundeswas-
serbauverwaltung(RIWA-T)genannt,inderunterÜberlastfalldieAbflüsseüber
einemBemessungsereignisunddiedarausfolgendenAuswirkungenverstanden
wird (BMLFUW, 2015b; Schneiderbauer et al., 2018a). Eine derwenigenDefi-
ÜberdasErwartetehinaus–derUmgangmitÜberlastfällen328
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
zurück zum
Buch ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich"
ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Titel
- ExtremA 2019
- Untertitel
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Autoren
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Herausgeber
- Katrin Sattler
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 778
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute