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ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924 undzurBedrohungvonSiedlungsraumundInfrastruktur führenkönnen.Die Anwendung des Ansatzes auf Basis von Jährlichkeiten hilft bei diesen Pro- zessen nur wenig weiter. Vielmehr ist es vorstellbar, dass fundierte Vorer- kundungen (thematische Kartierungen, Inventarkarten, Chroniken etc.) in Kombination mit Deformationsmessungen (v. a. durch flächendeckende FernerkundungsmethodenwieInSARundLiDAR)dazubeitragen,bestehende Massenbewegungen, die zu Reaktivierungen oder Beschleunigungsphasen neigen, zu erfassenundbei raumplanerischenMaßnahmen zu berücksichti- gen. InpunktobaulicheMaßnahmen ist festzuhalten,dassdiese imAnrissgebiet vonGroßmassenbewegungenoftnicht zielführendsind,da sie technischmeist aufwändig unddamit unwirtschaftlich – odermitunter gar nicht herstellbar – sind.MaßnahmenwieVernetzungen, die oft imAblösegebiet vonEreignissen errichtet werden, dienen lediglich demAbfangen kleinvolumiger Nachstürze, haben aber keinerlei Wirkung für große Massenbewegungen. Ebenso ist die Beseitigung von potentiell instabilem Material nur in begrenztem Ausmaß möglich.AuchimTransit-undAblagerungsgebietsindkonstruktivetechnische Maßnahmenoftunwirksam,da siedengroßenEnergienderartigerMassenbe- wegungenzuwenigWiderstandentgegensetzenkönnen.DieAusnahmedavon bildenjeneMaßnahmen,diedafürausgelegtsinddasgefährdeteGebiet,z.B.mit einer Trassenverlegung oder einerUntertunnelung, zu vermeiden. Bei langsa- men Felsgleitungen und bei Erd-/Schuttstömen ist die Situation eine andere. AufgrunddesgrößerenzeitlichenHandlungsspielraumeskannmitunter selbst bei Extremereignissen (z.B. Haunsberg, Gschliefgraben oder Navis/Kersch- baum) durch die Setzung von gezielten Maßnahmen, wie präventiven oder nachfolgendenEntwässerungenderMasse (Drainageund schadloseAbleitung vonOberflächen- undHangwässern), wesentlich zur Entschärfung derGefah- rensituation beigetragen werden. Jedenfalls sind Maßnahmen durch inge- nieurgeologische/geotechnischeExpertinnenoderExpertenlokalitätsspezifisch zuplanen.DiesmussunterBerücksichtigungderjeweiligenProzesstypensowie dergefährdetenObjektegeschehen(z.B.TurnerundSchuster, 1996;Fell et al., 2000; SassaundCanuti, 2009undReferenzendarin). Literatur Abele, G., 1974. Bergstürze in denAlpen. Ihre Verbreitung,Morphologie und Folgeer- scheinungen.WissenschaftlicheAlpenvereinshefte, 25, 230S. Agliardi, F., Crosta, G., Zanchi, A., 2001. Structural constraints on deep-seated slope deformationkinematics.EngineeringGeology, 59, S. 83–102. Literatur 415 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019 Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Titel
ExtremA 2019
Untertitel
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Autoren
Thomas Glade
Martin Mergili
Herausgeber
Katrin Sattler
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7370-1092-4
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
778
Kategorie
Geographie, Land und Leute
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