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ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924 gerung an steilen Hängen, der daraus resultierenden vergleichsweise großen Reichweite und dem hohenDruckimpuls selbst kleiner Volumina begründet. Die maximal mögliche Reichweite von Lockergesteinsrutschungen und Hangmuren ergibt sich zumeist durchhangabwärts folgendeHangverflachun- genodertopographischeTiefenlinien,wodasProzessmaterialakkumuliertoder einemFließgewässer zugeführtwird. Letzteres kannzurFolgehaben, dass das den Fließgewässern (u. a. Wildbäche) zugeführte Material im Rahmen von Hochwasserereignissenweitertransportiert wird und so in Siedlungsbiete ge- langt (vgl.Abb. 05). ImFallvonHochwasserereignissenwerdenvielerortsinfolgevonUfererosion entlang der Fließgewässer, insbesondere entlang vonWildbächen, zahlreiche gravitative Lockergesteinsprozesse ausgelöst, die denFließgewässern ebenfalls Geschiebezuführen.ZusammenmitdenGeschiebevoluminaderfluvialenSohl- undUfererosionkönnen so enormekumulativeGeschiebevoluminahervorge- rufen werden. Das in Summe durch die Lockergesteinsrutschungen und Hangmuren hervorgerufene potentielle Schadens- und Gefahrengebiet be- schränkt sich somit nicht nur auf deren Prozessbereiche, sondern auf den Wirkungsbereich der gesamthaften Prozesskaskade (gravitative Lockerge- steinsprozesseund fluvialerFeststofftransport). Solche Extremereignisse treten immer wieder insbesondere in jenenWild- bacheinzugsgebieten auf, wo für die Entstehung von gravitativen Lockerge- steinsprozessen sensitive Voraussetzungen vorherrschen (vgl. Kapitel 18.1). Beispiele hierfür sind die verheerenden Extremereignisse in Allerheiligen im Mürztal (Steiermark) imAugust1958(Richter,1958;Zettl,1958;Clar,1959),St. Lorenzen imPaltental (Steiermark) imJuli 2012(Januetal., 2013)undSellrain (Tirol) im Juni 2015 (vgl. Abb.05; Lager, 2015). Diese Beispiele zeigen, dass Schäden und Gefahren innerhalb des Siedlungsraumes bzw. der raumpla- nungsrelevantenBereiche durchaus eine Folge von relativweit davon entfernt entstandenengravitativenMassenbewegungenseinkönnen.Deshalbistesauch wichtig, dass auch solcheProzesskaskaden imRahmeneiner realistischenGe- fahreneinschätzungundderAusweisungvonGefahrenzonen für raumplaneri- scheZweckeberücksichtigtwerden. 18.3.2 LokaleEinzelextremereignisse WährendimFallvonregionalengravitativenEreignisseneinExtremereigniserst durch die große Anzahl und räumliche Dichte der Einzelprozesse innerhalb einer Region entsteht, können einzelne Lockergesteinsrutschungen oder Hangmuren allein auch aufgrund eines hinreichend großen Prozessvolumens und/oder einer hohen Prozessgeschwindigkeit zu einembedeutsamen Einzel- ExtremebeiHangrutschungenundHangmuren472 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019 Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Titel
ExtremA 2019
Untertitel
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Autoren
Thomas Glade
Martin Mergili
Herausgeber
Katrin Sattler
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7370-1092-4
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
778
Kategorie
Geographie, Land und Leute
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