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ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924 aufgrundderunterdurchschnittlichenSchneehöhedeutlichgeringer.Durchdie fehlende Aufnahme von Schnee innerhalb der Sturzbahn (Entertainment) konnten die Lawinen kaum längere Ausmaße erreichen und in tiefliegende Siedlungsbereiche vorstoßen. Exponierte Infrastruktur, wie z.B. Alpenver- einshütten oder höhergelegene Verkehrswege, waren allerdings durchaus ge- fährdet. Ammeisten betroffen waren die Regionen der Silvretta, das hintere Paznauntal,dasKaunertalunddasKühtai.DenentscheidendenImpulsfürdiese seit Jahrzehnten lawinenreichstenTagegabeineam08.03.2017heranziehende Warmfront. Sie brachte lokalNeuschneemengenvonüber 100cm, einendeut- lichen Temperaturanstieg sowie stürmische Verhältnisse auf den Bergen. Die Lawinengefahr stieg in vielenRegionen auf »groß« an.DieHauptlawinenakti- vität war am 09.03.2017. Bei beginnenderWetterbesserung spielte am 10.03. 2017vorallemdiedurchWindverfrachtungenverursachteZusatzbelastungeine wesentliche Rolle für Lawinenauslösungen. Ausgedehnte Erkundungsflüge zeigten,dassalleExpositionenvonLawinenabgängenbetroffenwaren,vermehrt jedoch der SektorWest über Nord bis Ost oberhalb von etwa 2.200m. Ver- gleichsweise geringwarendie Folgendieser heiklenPhase: Es gabwenige ver- letzteWintersportler–diegroßeMassewarsehrdefensivunterwegs–undnur einige Sachschäden. AußergewöhnlichesAusmaßnahmauch eine Lawine un- terhalbder»VorderenJamspitze«an,dieam10.03.2017um13:00Uhrspontan abging. Der Anrissbereich lag bei einer Seehöhe von 3.150m, der Ablage- rungsbereichbei 2.450m,dieGesamtlängebetrug1.820m. 20.3.6 Katastrophensituationvom22.01.bis24.01.2018 Am 22.01.2018 wurde das erste Mal seit dem Katastrophenwinter 1998/99 wieder die Gefahrenstufe 5, (»sehr groß«), für weite Teile Tirols ausgegeben. Zwei kurz aufeinanderfolgendeNiederschlagsereignisse waren für diese kriti- sche Situation verantwortlich: Zunächst eine Warmfront in der Nacht auf Sonntag,den21.01.2018,mitNeuschneesummenzwischen30und60cminden westlichenGebietendesTirolerOberlandes,undeineweitereWarmfront inder Nacht auf den22.01.2018mitNeuschneesummenzwischen50und80cm,die von stürmischemNordwestwind begleitet wurden. Vom20.01. bis 22.01.2018 (2Tage) fielen in jenen Gebieten, inwelchen die Gefahrenstufe 5 ausgegeben wurde, lokal über 1 Meter Neuschnee. Am Beispiel der Beobachterstation Nauders (Datensatz seit 1896) wird klar, dass die SummedesNeuschnees im Bereicheiner20-jährigenWiederkehrwar: Lawinen522 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019 Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Titel
ExtremA 2019
Untertitel
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Autoren
Thomas Glade
Martin Mergili
Herausgeber
Katrin Sattler
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7370-1092-4
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
778
Kategorie
Geographie, Land und Leute
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