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ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924 Eisabbrüchemit großemVolumenwerden als Gletscherstürze (Eisstürze) be- zeichnet. In denOstalpenwurdemittlerweile kaltes Eis (amBett angefroren) nachgewiesen (Bohleber et al., 2018).Bei rückschmelzendenTalgletschern tre- ten Eisabbrüche vermehrt imÜbergang zwischen den steilen Talflanken und demKarauf, sindsomit ein temporäresPhänomen,dasmitweiteremRückzug des Eises ins Kar verschwindet. Die Hangneigung des Gletscherbettes spielt daher eine entscheidende Rolle. Besonders rasche Eisbewegung, etwa durch EindringenvonWasser,Änderungender thermischenBedingungenunddabei stattfindendeVerringerungdesReibungswiderstandes, oderdurchSurges (ex- tremesAnsteigen der Fließgeschwindigkeit in sehr kurzer Zeit) kann dasVo- lumenvonEisstürzenvergrößern. InbisherbekanntenFällen ist vordemAuf- treten vonEisabbrüchen eine Zunahme vonMikrobeben, Rissbildungen oder Fliessgeschwindigkeiten (Faillettaz et al., 2015) beobachtbar. BeiKenntnis des Gefahrenpotential besteht somit die Möglichkeit eines Monitorings zur Risi- kopräventionbzw.Frühwarnung. Die Modellierung von Sturzereignissen impliziert die Berechnung nichtli- nearerProzesse,derenVorhersagbarheit starkvonderzeitlichenAuflösungder Messwerte amOrt des Ereignisses abhängt (Pralong et al., 2005) und somit die Existenz eines Monitoringprogrammes samt vorheriger Klassifizierung gefährlicher Situationen (also der naturräumlichen Prozessanalyse und des Schadenspotentials)bedingt. Für dieModellierungkomplexer geomorphologischer Ereignisketten (siehe auchBeitrag24zuMulti-Hazards&Kaskadeneffekte indiesemBand)potenziert sichdieseUnsicherheit (Mergili et al., 2018). 22.2.3 StandundZustandösterreichischerGletscher Im internationalenVergleich zählen dieösterreichischenGletscher zu den am längsten und besten untersuchten (Fischer et al., 2018). Sie haben seit ihrem HochstandamEndederKleinenEiszeitum1850mehralsdieHälfteihrerFläche verloren,wobeiAusmaßundAuswirkung/AusprägungdesGletscherschwundes regional und individuell unterschiedlich sind (Fischer et al., 2015). DieMes- sungen imRahmendesösterreichischenGletschermonitoringsumfassen jähr- licheBeobachtungenderGletscherlänge(seit1891,Fischeretal.,2018)vonetwa 100Gletschern, derGletschermassenbilanz von etwa10Gletschern (Fischer et al., 2016), vereinzelt Abflussmessungen und die Erfassung der Fläche und Oberflächengeometrie aller Gletscher in Zeitreihen von Gletscherinventaren (1850–1969–1998–2006, Fischer et al., 2015). Einzelne Geschwindigkeitsmes- sungen zeigendiehoheVariabilität der Fließgeschwindigkeiten (Fischer et al., 2018). Die Eisdicke österreichischer Gletscher ist mit direktenMessungen an Definition/TerminologieGletschergefahren 571 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019 Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Titel
ExtremA 2019
Untertitel
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Autoren
Thomas Glade
Martin Mergili
Herausgeber
Katrin Sattler
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7370-1092-4
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
778
Kategorie
Geographie, Land und Leute
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