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ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924 PerzlundRössel (2017)untersuchten imLaternsertal/Vorarlberg inwelchen Bestandestypen zwischen 2001 bis 2006Rutschungen inBezug auf denWald- zustandnachdenLuftbildernausdemJahr2001aufgetretensind.ImVerhältnis zumFlächenanteil des Bestandestyps war der Anteil der Rutschungen in ein- schichtigengeschlossenenundlockerenBaumhölzern(Überschirmung+55%) am geringsten und somit die Schutzwirkung am größten. Die geringste SchutzwirkunghattenBlößen (Überschirmung< 15%,Breite+ 50m, Fläche <2.000m2) und Kleinblößen (Breite < 50m) gefolgt von Strauch-/Jung- wuchsflächen sowie locker-räumigen (Überschirmung<55%)gestuftenoder zweischichtigenBeständen. Die schutzwirksameÜberschirmung liegt demnach über der Minimalan- forderung (Überschirmung+ 40%) derWaldbau-Richtlinie NaiS (Frehner et al.,2005) imBereichder inderRichtlinieempfohlenenidealenÜberschirmung von+60%.ZumdiesemSchlusskommtauchMoos(2014).Die Interpretation der Ergebnisse vonMoos (2014) und die Daten aus dem Laternsertal lassen allerdingsaufgrunddesgeringenAnteils vonRutschungen inmehrschichtigen oder gestuften Beständen keine generell bessere Schutzwirkung dieserWald- strukturen imVerhältnis zueinschichtigenBeständenvermuten. Zusätzlich zur Struktur eines Bestandes, ist die Schutzwirkung desWaldes möglicherweise vom Ablauf des Niederschlagsereignisses abhängig. Im La- ternsertalwar beimStarkregenereignis 21./22.Mai 1999 dieRutschungsdichte imWald imVerhältnis zumNicht-Waldwesentlich geringer (1:2) als beimEr- eignis 22./23.August 2005 (1:1,1) (Perzl und Rössel, 2017). MaßgeblicheÄn- derungen desWaldzustands können im Zeitraum zwischen den Ereignissen ausgeschlossenwerden,undbeibeidenEreignissenlagderGesamtniederschlag beica. 250mminzweibisdreiTagen(Zieheretal.,2017).ImMai1999erreichte der kumulierte Niederschlag zum Zeitpunkt der maximalen Intensität von ca. 13mm/h ca. 150mm.ZudiesemZeitpunkt lag imAugust 2005der kumu- lierteNiederschlag ähnlichhochbei 140mm, aberdiemaximale Intensität er- reichte ca. 18mm/h. Bis dahinwurde innerhalb von 10 Stunden eineNieder- schlagsintensität von 10mm/h 6-mal erreicht. Beim Mai-Ereignis wurden 10mm/h in den 10 Stunden vor der maximalen Intensität nur 2-mal knapp überschritten. Obwohl beide Ereignisse die bekannten Niederschlags-Dauer- Intensitäts-Schwellenwerte für Rutschungsauslösungen deutlich überstiegen, wurdenaufWaldflächendurchdasEreignis imMai1999mit geringerenKurz- zeit-IntensitätendeutlichwenigerRutschungenausgelöstalsdurchdasEreignis imAugust 2005. Fazit: SchutzwaldundRutschungenbei extremenNiederschlägen Waldvegetationweist vermutlich gegenRutschungsauslösungenbei Extremer- eignissen mit längerer Niederschlagsdauer aber geringerer Intensität einen SchutzwaldundExtremereignisse640 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019 Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Titel
ExtremA 2019
Untertitel
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Autoren
Thomas Glade
Martin Mergili
Herausgeber
Katrin Sattler
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7370-1092-4
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
778
Kategorie
Geographie, Land und Leute
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