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ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924 höherenSchutzwirkungsgradauf als bei solchenmit kurzzeitigerhoher Inten- sität. Niederschlags-Dauer-Intensitäts-Schwellenwerte für bestimmte Waldty- pen bzw.Waldzustände sind aber nicht bekannt und könnten derzeit nur ex- perimentell angenähert werden. Eine größere Anzahl von Rutschungen wird meist nur bei extremenNiederschlagsereignissen ausgelöst. Da der Zeitpunkt der Auslösung der einzelnen Rutschungen aufWaldflächen bestimmten Typs nur in seltenen Fällen genau bekannt ist, kann auch nicht festgestellt werden, ob bestimmte Bestandesstrukturtypen (bei vergleichbarem Standort) unter- schiedlichaufdenNiederschlagsverlaufoder extremeNiederschläge reagieren. 25.4.3 SchutzwaldundSteinschlag Mit demAusbau der Infrastruktur in den österreichischenTälern hat die Be- deutungdesWaldes vor allemals Schutz gegenSteinschlagdeutlich zugenom- men. Trotz der Tatsache, dass die Wirkung desWaldes bei extremen Stein- schlagereignissen (Definitionsgrenze zumBergsturz) gering ist, sollen imFol- gendendieWirkmechanismenundGrenzenskizziertwerden. Etwa 13% desÖsterreichischenWaldes (440.000ha) haben nach den Be- rechnungen des BFW eine Steinschlag-Schutzfunktion. Viele Studien haben gezeigt, dassWälder einen effizienten und kostengünstigen Steinschlagschutz bieten(Wehrli et al., 2006;NotaroundPaletto,2012), insbesonderebeikleinen Massenereignissen (<5m3) (Berger et al., 2002). Auf bewaldetenHängenhat ein fallender SteinnachdemKontakt auf einen Baum zwei Reaktionsmöglichkeiten: der Stein wird entweder gestoppt oder abgelenkt (Dorrenetal., 2006).Bei jedemAufprallwirddieGesamtenergiedes Gesteins teilweise reduziert (Dorren und Berger, 2006; Bertrand et al., 2013). Daher tragenWälder dazu bei, sowohl die Energie als auch die Anzahl der Gesteine zu reduzieren, die das Leben und die Infrastruktur vonMenschen bedrohen(Stoffel et al., 2006). In Berggebieten ist die Optimierung derWaldbewirtschaftung zur Abmil- derung vonNaturgefahren bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung andererÖko- systemleistungen ein langfristiges, grundlegendesZiel. ZudiesemZweckwur- den mehrere empirische Zielwerte für Bestandsparameter (hauptsächlich Stammdichte,Grundfläche,BaumdurchmesserundräumlicheVerteilung)vor- geschlagen,umdieSchutzwirkungvonWäldernzuoptimieren(Gsteiger,1993; WasserundFrehner, 1996;Perret et al., 2004). DieseAnsätzehabendenVorteil,dasssiefürWaldbewirtschaftereinfachund direkt durchführbar sind. Sie basieren jedoch hauptsächlich auf Expertenbe- obachtungenund sinddaher nicht ausreichend, umdie funktionalenProzesse derWechselwirkungen zwischenWaldundSteinschlag zubeschreibenundzu SchutzwaldundNaturgefahren 641 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019 Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Titel
ExtremA 2019
Untertitel
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
Autoren
Thomas Glade
Martin Mergili
Herausgeber
Katrin Sattler
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7370-1092-4
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
778
Kategorie
Geographie, Land und Leute
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