Seite - 690 - in ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
wurdenüberGemeinden und die für die Auszahlung staatlicher Beihilfen zu-
ständigenBehördender Länder nachdemobengenanntenBundesgesetzüber
den Katastrophenfonds von 1996 (RepublikÖsterreich, 1996) zur Verfügung
gestellt. Innerhalb dieses Bundesgesetzes ist die Zuteilung vonRessourcen ge-
setzlichvorgeschrieben.Verluste vonPrivathaushaltenundUnternehmenauf-
grundvonNaturgefahrenwerdenzueinemgewissenGradvomKatastrophen-
fondsüberZuschüssederLänderkompensiert.DerKatastrophenfonds,bzw.die
RepublikÖsterreich, subventioniert die Länder bis zu fast zwei Drittel jener
finanziellen Unterstützung, die von den Ländern zur Unterstützung von Na-
turkatastrophen ausbezahlt wurde. Durch diese Entschädigungen erhalten die
betroffenenParteieneineEntschädigungbis zueinembestimmtenProzentsatz
desGesamtbetragsdererlittenenVerluste (Fuchs, 2009):
1) BeidenWildbachereignissen1997 imEinzugsgebiet desWartschenbachs in
denGemeindenNußdorf-Debant undLienz ergibt sich einGesamtschaden
von2MillionenE; dieserwurde vonden zuständigenLandesbehörden an-
erkannt, was zu einem Durchschnittsschaden von ca. 50.000E je Antrag-
steller (bei einer Streuung von300bis 840.000E) führt. Aufgrund gesetzli-
cherRegelungendesKatastrophenfondswurdeimDurchschnittalsstaatliche
Beihilfe an die Geschädigten ein Anteil von nur 52,6% des anerkannten
Schadensausgezahlt,mit einer Spannweite zwischen35%und80%der in-
dividuell beantragtenSumme.
2)DieHochwasserereignisse imJahr2002 inderGemeindeMariaAlmführten
zu offiziell anerkannten Schäden in der Höhe von 1,5Millionen E mit
durchschnittlich 22.300E pro Antragsteller. Die individuell anerkannten
Schadenshöhen lagen zwischen 100 und 300.000E – in beiden Fällen für
SchädendurchMurgänge.EindurchschnittlicherAnteilvonfast60%wurde
vom Katastrophenfonds zur Entschädigung angenommen. Die generelle
Spanne lag zwischen 25% und 100% der individuell beantragten Scha-
denshöhe, wobei derMaximalanteil auch für Fälle eines konstruktiven To-
talschadens bei Gebäuden galt. Einige Antragsteller erhielten jedoch keine
Unterstützung,da ihreVerlustedurchVersicherungsverträgegedecktwaren.
3)Die Wildbachereignisse 2003 in Achenkirch-Unteraubach, westlich des
Achensees, führten zu einem amtlich anerkannten Gesamtschaden von
150.300E mit durchschnittlich rund 8.000E – diese geringen Schäden
führten zu einem durch den Katstrophenfonds übernommenen durch-
schnittlichen Anteil von nur 23,7%; mit einer Spanne zwischen 0% und
45%.
4) ZumVergleich der Verluste ausWildbachereignissenmit anderenNatur-
gefahren inÖsterreichwirdalsBeispiel dasLawinenereignis ausdemJahr
1999inderGemeindeGaltür,herangezogen(Heumader,2000;Keiler,2004).
EinGesamtschadenvon7,45MillionenEwurdeoffiziellanerkannt,was im
Vulnerabilität690
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Buch ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich"
ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Titel
- ExtremA 2019
- Untertitel
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Autoren
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Herausgeber
- Katrin Sattler
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 778
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute