Seite - 697 - in ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
bens- undWirtschaftsstandortenwählenkönnen.Daher kanndie sozialeVul-
nerabilität gegenüberNaturgefahrennicht alleinedemgeografischen Standort
selbst zugeschriebenwerden (Hazard-of-Place-Modell, Cutter, 1996; Cutter et
al., 2003), sondern ist auch das Ergebnis individueller Entscheidungen und
Präferenzen. Es wird angenommen, dass das Thema der Freiwilligkeit, ge-
meinsammiteinergeeignetenBewusstseinsbildungzukünftigzurVerringerung
dersozialenVulnerabilitätinÖsterreicheinegrößereRollespielenwird(Rudolf-
Miklau, 2005;Rudolf-Miklauet al., 2015).
Umdas sich ausnatürlichenExtremereignissen ergebendeRisikozubewäl-
tigen, ist einbreiteresVerständnisdesKonzeptsderVulnerabilität erforderlich
(Fuchs, 2009). Es existierenverschiedeneKonzeptevonVulnerabilität, die auf-
grund sektoraler disziplinärer Schwerpunkte Unterschiede in den zugrunde
liegendenTheorien zeigen. InAnerkennungdieser unterschiedlichenWurzeln
dervielfältigenKonzeptevonVulnerabilitätwirddeutlich,dassnurdurcheinen
mehrdimensionalen Ansatz das Gesamtziel der Reduzierung des Naturgefah-
renrisikos erreichtwerdenkann. In denvorangegangenenKapitelnwurde ge-
zeigt,dassdisziplinäreAnsätzeinderVulnerabilitätsbewertungsichgegenseitig
überschneiden,was zuder Schlussfolgerung führt, dass physische,wirtschaft-
liche, institutionelle und sozialeVulnerabilität voneinander abhängenund in-
teragieren (FuchsundThaler, 2018).
27.3 VorhandeneStudien fürdasösterreichischeStaatsgebiet
ImFolgendenwerdenvorhandeneund inwissenschaftlichenDatenbankenzu-
gänglicheStudienzuVulnerabilitätpräsentiert,die sichaufUntersuchungen in
Bezug auf extremeWetterereignisse und deren Folgen innerhalbÖsterreichs
beziehenundeinenRückschlussaufdieSchadensanfälligkeitfürRisikoelemente
(Gebäude, Infrastruktur, aber auch Personen) erlauben. Dieses Vorgehen im-
pliziert, dassmöglicherweisevorhandene sogenannte »graue«Literaturkeinen
Eingang in die Untersuchung fand. GemäßVorgehen in der Studie wird »ex-
trem«nichtmit einerbestimmten (und für alleProzessedurchgängigen) Jähr-
lichkeitdefiniert, sonderneswirdvielmehreinAugenmerkaufextreme(=von
derNormabweichende) Folgen aus unterschiedlichen Ereignissen gelegt.Mit
Österreichbezug finden sich allgemeine Schadenbilder für unterschiedliche
Naturgefahrenprozesse in Hübl und Tscharner (2015), die, genauso wie die
zugrunde liegenden Vorstudien (Holub undHübl, 2008) jedoch keine Rück-
schlussaufquantitativeVulnerabilitätsbeziehungenzulassen.Dies ist, trotzder
ausführlichenSchadensdokumentationen,eineHerausforderung,diebeivielen
derartigenEreignissenzubeobachtenist (beispielsweiseHabersackundMoser,
2003;BMLFUW,2006;Hübl et al., 2006;Andrecs et al., 2007).
VorhandeneStudien fürdasösterreichischeStaatsgebiet 697
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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Buch ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich"
ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Titel
- ExtremA 2019
- Untertitel
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Autoren
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Herausgeber
- Katrin Sattler
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 778
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute