Seite - 762 - in ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
flächenhaft auftreten können, eine Vielzahl an Helfern benötigt wird. In der
hohen Zahl der ehrenamtlichen Einsatzkräfte lag gerade in der jüngerenVer-
gangenheiteinederStärkenbeiderBewältigungvongroßenKatastrophenlagen
wie bei denHochwässern 2002 und 2013. Die SKKM-Strategie 2020 des Bun-
desministeriums für Inneres (BMI, 2009) schreibt daher dieser Frage einen
strategischenStellenwert zu.
Nach Seebauer (2013) gibt es jedoch entgegen der öffentlichenDiskussion
über eine abnehmende Bereitschaft zu freiwilligemEngagement imKatastro-
phenschutzkeinenempirischenBelegfürdieseEinschätzung,zumindestsoweit,
wie österreichweite Mitglieder- und Einsatzzahlen als grobe Indikatoren die
breite Palette an regionalenund individuellenBeteiligungsformenund -inten-
sitäten abdecken können. Dies wird auch dadurch unterlegt, dass dasÖster-
reichische Rote Kreuz jüngst einen historischen Höchststand an freiwilligen
Mitgliedernvermeldete.
29.6 Perspektiven fürHandlungsoptionen
Eine StärkungderWiderstandsfähigkeit desöffentlichenundprivatenSektors
gegennatürlicheKatastrophen, die insbesondere durchExtremereignisse her-
vorgerufenwerdenkann,wirdauchinderÖsterreichischenSicherheitsstrategie
(BKA,2013)undimaktuellenRegierungsprogrammalsZiel formuliert.Hierbei
sind verschiedene Maßnahmen möglich, um auch Wiederherstellung der
Funktionsfähigkeit von Staat und Gesellschaft nach Krisen rasch zu gewähr-
leisten.
Mit Blick auf extremeNaturereignisse gilt vor allemdemErhalt der ehren-
amtlichenStruktureneinehohePriorität.WeiteresPotenzial liegt aber auch in
der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sowohl zwischenGebietskörper-
schaften imInlandwieauf europäischerund internationalerEbene.
DasUnionsverfahren für denKatastrophenschutz ist derzeit gerade inNo-
vellierungbegriffenundsollnachdemVorschlagderEuropäischenKommisson
dahin gehendweiterentwickelt werden, das die daran teilnehmenden Staaten
stärkere Verpflichtungen eingehen, eigene Ressourcen im Bedarfsfall für die
grenzüberschreitende europäische Hilfe zur Verfügung zu stellen. Alle Mit-
gliedstaatenderEUsindauchgefordert, ihrenationalenRisikenzuanalysieren,
eine Risikomanagementplanung zu betreibenund ihre Fähigkeiten in der Be-
herrschungnationalerundgrenzüberschreitenderRisikenzubeurteilen.
Antworten auf potenzielle künftige Herausforderungen finden sich in na-
tionalen und internationalen Strategien. Der Sendai-Rahmenplan betont etwa
die Notwendigkeit, Risiken besser zu verstehen und in Risk Governance und
Management
imKatastrophenschutz762
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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Buch ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich"
ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Titel
- ExtremA 2019
- Untertitel
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Autoren
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Herausgeber
- Katrin Sattler
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 778
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute