Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographien
Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Seite - 414 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 414 - in Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.

Bild der Seite - 414 -

Bild der Seite - 414 - in Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.

Text der Seite - 414 -

Kapitel 6: Religiöse Eintracht und Reform der Kirche414 men373. Kardinal Guise scheint schon früher angedeutet zu haben, wenn der Kaiser und Spanien die Konzilsbulle annähmen, könne Frankreich sie nicht ablehnen374. Da diese Situation jetzt gegeben schien, ließ die französische Regie- rung dem Papst die Erklärung zukommen, die französischen Prälaten würden nach Trient aufbrechen, sobald die Gesandten und Bischöfe der anderen Länder die Reise dorthin angetreten hätten375. Wenige Tage später wußte Katharina von Medici, daß zwei Prämissen falsch gewesen waren376. Aber in Rom nutzte man die Chance, obwohl auch die Zustimmung Spaniens noch keineswegs si- cher war. Soeben, am 10. März, hatte der Papst drei weitere Konzilslegaten ernannt377. Die Erklärung Karls IX. wurde von ihm gegenüber Arco und von Borromeo in einer Weisung an Hosius erst einmal als vorbehaltlose Annahme interpretiert378. In einem zwei Wochen später ergangenen Breve an Ferdinand nahm Pius IV. jene Reiseklausel zum Anlaß für die Aufforderung, die Entsen- dung eigener Vertreter nach Trient nicht länger zu verzögern379. In Verlegenheit geriet der Papst durch das Ende März von einem Sonderge- sandten übermittelte – also als besonders gewichtig einzustufende – Ansinnen Philipps II., die Berufungsbulle zugunsten der Fortsetzung des Konzils von Trient zu präzisieren380. Philipp hatte sich mit seiner Stellungnahme Zeit gelas- sen. Die Vorgänge im Reich hatten seine im November geäußerte Ansicht er- härtet, die Sendung an die Protestanten werde ergebnislos bleiben und mindere die Autorität des Heiligen Vaters381. Die Überlegungen des Kaisers im An- schluß an die Naumburger Antwort, die ihm Gúzman erläuterte, konnten ihn nicht umstimmen382. Durch die Anordnung, vor jener Klarstellung sollten die spanischen Bischöfe nicht nach Trient abreisen, setzte der König Druck hinter seine Forderung. Folge seiner Aktion war, daß monatelang in der Schwebe blieb, wann das Konzil beginnen könne; der ursprüngliche Ostertermin war schon preisgegeben worden383. Erst im Juni 1561 hob Philipp die Sperre auf- grund des Gutachtens einer Prälatenkommission wieder auf384. Ferdinand kriti- sierte die den seinigen entgegengesetzten Bemühungen Philipps II. scharf: Die Bestätigung der früheren Sessionen und Beschlüsse würde in Deutschland alles vernichten; sowohl durch Gúzman in Spanien als auch durch Luna, den er durch eingehende Darlegung seiner Argumente zu überzeugen vermochte, 373 Ebda, S. 191 mit Anm. 52 374 Brown 7, S. 285: Bericht Surianos v. 7.1.1561 375 CT 8, S. 167: Karl IX. an Angoulême, 3.3.1561 376 Im Brief Katharinas an Bochetel v. 7.3.1561 (Ferrière 1, S. 171f) kommt ihre Enttäuschung über die in ihren Augen zu geringe Entschlußkraft des Kaisers und über das tatsächliche Ergebnis der Naumburger Tagung deutlich zum Ausdruck. 377 Jedin, Konzil 4/1, S. 57 378 Sickel, Konzil, S. 186: Arco an F., 19.3.1561; NB II 1, S. 226: Weisung v. 15.3.1561 379 Sickel, Konzil, S. 188: Breve v. 31.3.1561 380 Döllinger 1, S. 358ff: Instruktion v. 13.3.1561 für Ayala. Zu den damaligen politischen Spannun- gen zwischen Rom und Madrid vgl. Šusta 1, S. 15 u. S. 172f. 381 Döllinger 1, S. 342ff: Philipp an Vargas, 22.11.1560 382 HHStA Wien, Spanien Dipl.Korr. 6, fol 5r/v + 8r/v sowie 9r/v + 11r/v: Berichte Gúzmans v. 1.3. u. 12.3.1561; aus letzterem ein Zitat bei Chudoba, Relaciones, S. 310 Anm. 1 383 Šusta 1, S. 1f: Pius IV. an Kardinal v. Mantua, 22.3.1561 384 Jedin, Konzil 4/1, S. 50 CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
zurück zum  Buch Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V."
Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Titel
Ferdinand I. als Kaiser
Untertitel
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Autor
Ernst Laubach
Verlag
Aschendorff Verlag
Ort
Münster
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
786
Schlagwörter
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Kategorie
Biographien
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Ferdinand I. als Kaiser