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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
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DIE FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK UND DIE PRIVATBIBLIOTHEK FRANZ JOSEPHS 241 Die Rückvergütung des von Khloyber 1853 eingezogenen damaligen Kas- saguthabens (siebter Punkt) erfolgte in Form der Bewilligung von 6.000 fl. zur Bestandspflege und für den Druck des ersten Katalogbandes.758 Die im achten und neunten Punkt des Arbeitsprogramms formulierten Maßnahmen sind die ausführlichsten und weitreichendsten hinsichtlich der Bestandspflege und -erweiterung und werden aus diesem Grund zusammen behandelt. Hierauf beziehen sich auch die meisten Becker’schen Initiativen. Die beachtliche Menge an Dubletten, die er zu vermarkten versucht, wa- ren teilweise seit langem im Bestand der Fideikommissbibliothek vorhan- den (etwa durch Ankauf mehrerer Abzüge von Grafikblättern), ein Teil war das Resultat von Khloybers bewusst in Kauf genommener Unordentlichkeit. Becker scheint sich von diesem Vorhaben jedoch mehr erwartet zu haben. Es liegen zumindest nur wenige Aktenbelege vor, die Tauschhandel doku- mentieren. Dubletten wurden an andere Institutionen verteilt, selbst wenn sich kein geeignetes Tauschobjekt vorfand. Geschenke erhielten eben auch schon damals die Freundschaft. So überlässt er etwa der k. k. Hofbib liothek sowie der Wiener Akademie der bildenden Künste je vier Radierungen von der Hand der Erzherzogin Maria Karoline (1801–1832) und ein Porträt ihres Vaters Franz I. von Raphael Morghen.759 Mit der Akademie werden anschließend auch Buch- und mit dem k. k. Kriegsarchiv Kartendubletten ausgetauscht.760 Nicht verwertbare Mehrfachexemplare wurden an die land- wirtschaftliche Fachschule Francisco-Josephinum in Mödling verschenkt.761 Becker trennt sich auch mit relativer Leichtigkeit von Objekten, die auf- grund ihrer Beschaffenheit besondere Lagerungsbedingungen erfordern würden und nicht den aktuellen Sammlungsinteressen entsprechen. So werden im Jahr 1876 etliche Herbarien (teilweise auch aus dem Bestand der Ferdinandea) an die Hochschule für Bodenkultur, das k. k. botanische Hofkabinett, die zoologisch-botanische Gesellschaft (alle Wien) und die mäh- risch-schlesische Forstschule in Eulenberg (Sovinec, Mähren) verschenkt,762 wobei sich letztgenannte umgehend mit einem Konvolut an Jahresberichten 758 FKBA27005. 759 FKBA27021 u. FKBA27022. 760 FKBA28009 (Akademie der bildenden Künste), FKBA29020 (Kriegsarchiv). 761 FKBA27033. 762 FKBA28023; darunter FRANZ 2.608, 8.428, 8.774, 10.878 u. 15.639 (einige stamm- ten auch aus der 1875 nach Wien transferierten ferdinandeischen Privatbibliothek, vgl. FKBA28062, fol. 1v). Der Kontakt zu Eulenburg wurde gewiss über Beckers Bruder Theo- dor (vgl. Anm. 845), einem fürstlich Liechtenstein’schen Forstmeister und Centralaus- schuss-Mitglied des mährisch-schlesischen Forstschulvereins, hergestellt (vgl. fol. 13r); vgl. auch Beetz, Porträtsammlung (1935), 44. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918