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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 285 -
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DIE FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK UND DIE PRIVATBIBLIOTHEK FRANZ JOSEPHS 285 seyen? Nach Maßgabe dieser allerhöchsten Schlußfassung würde eine Anfor- derung der Privatcassa Seiner Majestät Kaisers Ferdinand an die Verlassen- schaft Wailand Kaisers Franz auszusprechen und diese bei der Erbtheilung zu berücksichtigen seyn.“936 Die Andeutungen der Kommission lassen natürlich Raum für Spekulatio- nen, da vor allem eine wichtige Passage unvollständig ist. Die Unsicherheit, nun auch urkundlich beglaubigter Fideikommissherr zu sein respektive zu bleiben, obwohl man nicht weiß, ob man sich diese Funktion auch finanziell leisten kann, oder besser gesagt leisten will, könnte auch dahingehend inter- pretiert werden, dass Ferdinand mit der Thronentsagung implizit eigentlich auch davon zurückzutreten im Sinn hatte. Die Gründe hierfür wären durch- aus nachvollziehbar. Wenn Ferdinand zu diesem Zeitpunkt vielleicht auch noch nicht wusste, welchen Ort er und seine Gattin als bleibenden Wohnsitz wählen würden, so war doch von Anfang an klar, dass dieser nicht Wien hei- ßen konnte. Er würde auch die umfangreiche Fideikommissbibliothek nicht mit sich nehmen können. Warum also Fideikommissherr einer Sammlung bleiben, die man aufgrund der räumlichen Distanz gar nicht oder nur schwer benützen kann und die im Gegenzug nur Kosten verursacht, zumal man ja eine eigene Privatbibliothek besitzt? Man bedenke, dass diese Überlegun- gen durch die Bestrebungen der Regierung in Wien befeuert wurden, die aus Staatsgeldern für Ferdinand zu bewilligende Dotation möglichst niedrig zu halten. Aus der Sicht Franz Josephs wiederum war eine Übernahme des Fideikommisses ebenso unattraktiv. In Folge der Aufteilung der Privatkasse in zwei völlig separate Einheiten, wie sie im folgenden Abschnitt dargelegt wird, verlor der junge Monarch zahlreiche private Einkünfte und es war bald abzusehen, dass Ferdinand zum reichen Onkel in Prag avancieren würde. Warum also eine freiwillige Übernahme der Pflichten, wenn die Sammlung aufgrund ihrer Größe zunächst ohnehin nur in ihren angestammten Räum- lichkeiten in Wien verbleiben konnte, was dem regierenden Kaiser ohne- dies genug Kosten verursachen würde? Die Frage der Dotation, die auch die Kommission ins Spiel bringt, wird in Abschnitt 4.1. ausführlicher erörtert. Am 9. Oktober 1849 wird durch Franz Joseph schließlich auch die Urkunde über das Falkenstein’sche Primogenitur-Fideikommiss in der aktualisierten Form ausgestellt, wie sie von Freiherr von Werner bereits Ende 1848 gefor- dert worden ist. 936 Ebenda, fol. 240r–v. Das Originalprotokoll (1. Protokoll, Sitzung vom 02.10.1849) liegt unter Wien, ÖStA, HHStA, Hausarchiv, Ministerium des kaiserlichen Hauses, Verlassenschaften Kt. 6, vgl. ebendort auch das 21. Protokoll, Sitzung vom 18.01.1851. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918