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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 304 -
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DREI KAISER – DREI BIBLIOTHEKEN304 ner eigenen Regentschaft 1848 und an die finanziell kargen Jahre bis zum Tod Ferdinands erinnert haben. Um seinen Regierungsnachfolgern dieses Schicksal zu ersparen, widmete er etwa die Hälfte seines Privatvermögens (30 Millionen Gulden) als finanzielle Basis für die ihm nachfolgenden Kaiser von Österreich. Um zu verhindern, dass diese Mittel anderweitig weiterver- erbt werden, (etwa an Franz Ferdinands nicht ebenbürtige Nachkommen- schaft), erklärte er das Vermögen zu einem Fideikommiss, das mit seinem Tod ins Leben treten und an seine jeweiligen Regierungsnachfolger gehen sollte. Es wurde späterhin als „Kaiser Franz Joseph I-Kronfideikommiss“ bekannt und umfasste an Immobilien neben den von Kaiser Ferdinand er- erbten böhmischen Besitzungen unter anderem auch das Jagdhaus Franz Josephs in Mürzsteg. Nach dem Ende der Monarchie wurde dieses Fidei- kommiss und andere – weil es sich um gebundenes Privatvermögen han- delte – von der Republik Österreich verstaatlicht. Mürzsteg wurde zum Som- mersitz des Bundespräsidenten. Hätte es Franz Joseph per Testament als freiverfügbares Vermögen weitergegeben, wie etwa die Villa in Ischl, wäre es der Familie Habsburg-Lothringen vermutlich erhalten geblieben.980 5.10.3 Ära Khloyber Der Ausnahmezustand in dem sich der Wiener Hof im Jahre 1848 befand und die politischen Umstände, die ihn sogar zur Flucht aus Wien veran- lassten, hatten nicht nur zur Folge, dass weniger Bücher bestellt bzw. ge- liefert wurden und sich somit der Restsaldo der Bibliothekskasse beständig erhöhte. Auch die sichtlich notwendige Kontrolle des Bibliotheksvorstehers Khloyber war nicht geübt worden. Erst nachdem sich der zurückgetretene Kaiser Ferdinand und seine Gattin Prag als künftigen ständigen Wohnsitz gewählt hatten und eine Trennung sowohl des Hofstaats als auch der Pri- vatkasse vollzogen worden war,981 begannen die nun ausschließlich für die Belange Kaiser Ferdinands zuständigen Beamten in Prag damit, sich einen Überblick über die in ihre Zuständigkeit fallenden Einrichtungen zu ver- schaffen. Der Obersthofmeister Kaiser Ferdinands I., René-Charles Graf Bombel- les, weist Khloyber am 12. Oktober 1852 von Reichstadt aus an, einen Voran- schlag über die prognostizierten Ausgaben der Fideikommissbibliothek vom November 1852 bis Oktober 1853 vorzulegen, da er selbst von Ferdinand beauftragt worden sei, eine Gesamtübersicht der Einnahmen und Ausgaben (des kaiserlichen Haushalts) zu erstellen. Der abgedankte Kaiser hatte die 980 Ebenda, 323. 981 Vgl. dafür Wien, ÖStA, HHStA, OMeA, Kt. 594 (1850), Rubr. 130. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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